Geschafft! Roadtrip in den Westen von Kanada!

Hallo ihr Lieben,

sorry, dass ich so lange nichts von mir hören ließ.

Aber ich hatte einiges zu tun. Julians 13. Geburtstag musste vorbereitet und gefeiert werden. Das ist hier eine große Sache: Ab jetzt ist er ein TEENAGER! YEAH…. oder Oh je! 😉 Mal sehen.

Aber zum Roadtrip: Wir haben es tatsächlich – mit dem neuen Wissen – über alle Berge bis zurück nach Calgary geschafft! In Marritt haben wir ja einige Werkstätten abgeklappert bis sich eine erbarmte und unserem Auto den benötigten Ölwechsel machte. Danach hat es eine Zeit lang gedauert, bis ich mich wieder hinter dem Lenkrad entspannen konnte, denn ich war mir nicht so sicher, dass der ganze Spuk jetzt vorbei sein soll. Aber nachdem über 2 Stunden lang nichts passierte, ließ auch ich endlich die Luft aus den Lungen und nahm eine enspanntere Haltung beim Fahren an.

Wir fuhren dann einfach immer weiter und weiter. 11 Stunden durch bis wir endlich in Okotoks ankamen. Wir waren schon recht müde muss ich zugeben, aber Christina und ich hatten uns von unterwegs aus ein Hotelzimmer in Calgary gebucht um die letzten zwei Nächte und den letzten Tag bevor sie fliegt noch zusammen und vor allem entspannt in der City zu genießen. Ich musste also Julian zuhause abgeben – der heilfroh war, endlich wieder unter Gleichaltrigen zu sein und nicht nochmal mit nach Calgary zu müssen . Ich packte eine kleine Tasche und dann ging es gleich weiter in die Stadt.

Dort kamen wir dann gegen 22:30 an und fielen glücklich und völlig erschöpft ins schöne große weiche Bett.

Der nächste Tag – wie sollte es auch anders sein – war perfekt: Ausschlafen, Sonnenschein und gestärkt an die Bushaltestelle direkt vor der Tür. Leider kamen wir gerade aus dem Hotel, als unser Bus abfuhr…. Da saßen wir also – nicht wissend, wann der nächste Bus kommt, da es dort keine aushängenden Zeiten gibt – am stark befahrenen 6-spurigen McLeod-Trail und schauten in die vorbeifahrenden Autos, und dessen Fahrer schauten zurück. Scheint wohl auch nicht wirklich üblich zu sein, dass zwei Frauen hier einsam auf der Bank der Bushaltestelle sitzen. Nach geschlagenen 40 Minuten kam dann endlich mal wieder ein Bus. (In der Zwischenzeit hätten wir sicher auch laufen können.)

In Kanada ist es ähnlich wie in Köln: Da kannst du nicht einfach so in den Bus reinspazieren und mit nem 10 $-Schein bezahlen. Geschweige denn sowas ungewöhnliches wie eine Tageskarte lösen! Du musst dein Geld abgezählt in Münzen dabei haben. Ja klar, ich meine, mal davon abgesehen, dass nirgends steht wann der Bus fährt und wohin, soll ich auch noch wissen wie viel es kostet….

Der nette Fahrer hatte aber Mitleid mit uns (man enttarnt uns ja immer schon beim “Hi” sagen als Touris) und ließ uns ein paar Cents nach, nachdem wir bei Tempo 50 einige Minuten versuchten schwankend aus unseren Geldbeuteln das letzte Kleingeld zu finden. Ausgestiegen sind wir dann einfach, wo die Masse ausstieg und das war richtig.

Wir verbrachten einen perfekten Tag in Calgary, mit gutem Essen, Cocktail, Sightseeing, Pedi- und Maniküre (so kann man sich wieder sehen lassen) und zu guter Letzt spielten wir noch in einem Hollywood-Streifen mit.

Wir waren nämlich so mit Reden beschäftigt, dass wir wohl einige Hinweisschilder übersahen und zu Tode erschraken als uns mitten in der Fußgängerzone ein Polizeimotorrad mit Blaulicht und Tatütata entgegegen gerast kam, so dass wir zur Seite springen mussten. Wir starrten noch verblüfft hinterher als vor uns alle Leute zu schreien und zu rennen anfingen. Noch dazu blickten alle verängstigt zurück in den Himmel. Wir erwarteten natürlich dort ein Ufo oder zumindest ein Flugzeug zu sehen, aber da war nichts. Gar nichts. Wir standen da wie versteinert.

So schnell wie alles auf uns niederprasselte endete es auch, als alle wieder entspannt zurückliefen und das Motorrad wieder langsam in die Richtung rollte von wo es kam….. WTF???

Ein netter Herr machte uns dann Gott sei Dank darauf aufmerksam, dass wir mitten im Set eines Video-Dreh´s stehen und bitte hinter die Absperrung dort vorne gehen sollen. Aaaahhhh…….

Na das haben wir uns aber dann nochmal von hinter der Absperrung aus angesehen. Schlau wurden wir dennoch nicht, was das hier für ein Dreh ist und ob evtl. berühmte Hollywood-Schauspieler anwesend sind. Wir fragten dann den kleinen schmächtigen Mann mit der Tröte in der Hand. Leider nur ein Videodreh für die örtliche Arbeiterpartei….. ooooohhhhhhh. Schade. Dann können wir ja auch weiter.

Wir mussten schließlich unseren gemeinsamen Trip und all die wunderbaren Erfahrungen und Erlebnisse bei einem guten indischen Essen abschließen und gebührend feiern. Cheers!

Um 4 Uhr früh´s musste ich mich dann am Flughafen schweren Herzens von Christina verabschieden und sie zurück nach Deutschland lassen. Ich tippe mal, sie kommt so schnell nicht wieder nach Kanada. Schade eigentlich. Es gibt noch sooo viele Seen und Berge, die sie NOCH NICHT gesehen hat! 😉

Fakten unserer wunderbaren Reise:

Gefahrene Kilometer: 3200!!!

Kosten für Sprit: 700 $!!! (plus Reparaturkosten und Ölwechsel)

Und eine Menge für Sonstiges (vor allem für Kaffee von Starbucks!) 😉

 

Oft hab ich auf der Reise erwähnt, dass das genau das Richtige für meinen Papa wäre. Und siehe da: Als wir gestern telefonierten, meinten meine Eltern, dass sie evtl. nächstes Jahr kommen um mich und Julian abzuholen und dann wollen sie mit mir vor der Abreise nach Deutschland diesen Roadtrip nochmal machen!!!

Bis dahin hab ich bestimmt auch wieder Lust dazu! 😉

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