Vereinte Familie

Vor ein paar Wochen hatten wir das wunderbare Glück unsere Eltern bzw. Großeltern hier in Calgary am Flughafen abholen zu dürfen. Wir hatten so viel vor mit ihnen, doch die Zeit vergeht einfach zu schnell. Ich denke, sie hatten trotzdem eine fantastische Zeit bei ihren Kindern und Enkeln hier.

Anfangs hab ich ihnen ein bisschen was von Calgary gezeigt. Leider bin ich wohl schon ganz Kanadier. Denn wenn dir ein Kanadier sagt, dass etwas gleich um die Ecke – also nicht weit – ist, dann musst du da schon anders denken als in Deutschland. Um die Ecke kann hier so 2 Stunden entfernt sein.

Als ich meine Eltern zu einem Spaziergang eingeladen habe, ist aus dem Spaziergang ein 3-stündiger Marsch durch einen Teil von Calgary geworden. Gut. Man muss auch sagen, in diesen 3 Stunden waren wir immerhin auch frühstücken, aber so richtig aus dieser Zeitnummer bin ich ihren ganzen Urlaub hindurch nicht mehr rausgekommen. Wenn ich fragte, ob jemand ein kleinen Spaziergang machen möchte, war die Begeisterung nicht sehr groß.

Bow River Walk in Calgary

Papa ist in seinem Element. Er sammelt Steine um sie für Massagen zu verwenden. Na, die Kofferverfrachter am Flughafen werden ihre Freude haben.

Natürlich gab es auch zahlreiche Lagerfeuer bei meinem Bruder im Garten. Das darf in unserer Familie nicht fehlen.

Auch hat mein Papa sich mal umgeschaut, was es für Unterkünfte hier in Kanada gibt.

Schon ziemlich am Anfang ihres Urlaubs hab ich sie zu einer Wandertour geschleift. Ich habe hier einen Beitrag über eine Wanderung mit dieser Gruppe geschrieben, wenn ihr euch noch erinnert. Das war letzen November glaube ich. Tja, seitdem hatte ich es nicht mehr geschafft zu einer weiteren Wanderung mit ihnen zu gehen und hab es sehr vermisst. Da hab ich mir gedacht, wir könnten ja alle zusammen mitkommen und einen tollen Tag in den Bergen genießen. Gesagt – getan.

Es ging – schon mit etwas Verspätung – zum vereinbarten Treffpunkt mit der Wandergruppe und dann eine Stunde Fahrtzeit in die Rocky Mountains, nach Kananaskis. Das war schon etwas lang die Anreise. Ich war mir nicht ganz sicher, ob mein Sprit dafür reichen wird. Aber hat alles geklappt. Endlich am Ausgangspunkt angekommen waren wir alle schon sprachlos. Schaut euch diese Berge und diese Farben an!

Es konnte also losgehen. “Der Berg ruft!” Zu meiner Verteidigung möchte ich vorab schon mal erwähnen, dass ich – wie bereits gesagt – erst einmal mit dieser Gruppe gewandert bin und da war es recht angenehm und nicht allzu schwierig…

In den ersten 5 Minuten sind wir bereits von allen anderen (insgesamt um die 25) abgehängt worden und ich hatte Panik den Anschluss zu verlieren. Also hab ich hier bereits schon angefangen, meine Eltern zu bitten doch einen Gang höher zu schalten damit wir nicht verloren gehen. Begeistert waren sie nicht! 😉

Die Natur und die Aussicht war der Wahnsinn. Einfach fantastisch. Wobei es schon eine ganze Ecke stets bergauf ging. Nach ca. 20 Minuten kam die Gruppe an einem Bergbach an. Weit und breit keine Chance ihn zu umgehen. Da mussten wir jetzt sprichwörtlich durch. Das war der Moment, an den wir noch lange lange denken werden als Familie. Mein lieber Papa hat – ganz Gentlemen – meiner Mama beim Überqueren helfen wollen. Nur anstatt sie sicher zu halten und sie trocken ans andere Ufer zu bringen ging sie baden. Ganzkörper! Im eiskalten Bergbach!!!

Am Ende war mein Papa noch staubtrocken und meine arme Mama – vollgepumpt mit Adrenalin – tratschnass. Und das nach der morgendlichen Anreise und dem Aufstieg. Jeder dachte das Gleiche: “Jetzt geht es wieder zurück zum Auto. Das war´s. Sie wird keinen Schritt mehr weitergehen.”

Doch da hat sie uns allen gezeigt, was in ihr steckt. Nichts da aufgeben! Mit ein paar trockenen Sachen versorgt ist sie 2 Minuten später mutig weitergewandert! Wir waren ganz schön baff. Uns hat es nur beim Durchlaufen des Bergbaches fast die Waden abgefroren. Es war so kalt, dass du dachtest ein wildes Tier beißt dir in die Waden! Ich hätte mit 100% Sicherheit einen Herzinfarkt gehabt, wenn ich in diesem eiskalten Wasser gelegen hätte. Aber wie meine Mama in den darauffolgenden Wochen immer wieder widersprach: “Das war nicht kalt!” Adrenalin ist schon eine tolle Sache! Meinen allergrößten Respekt Mama! 🙂

Wer jetzt glaubt, das wäre der schwierigste Part dieser Wanderung gewesen, den muss ich enttäuschen. Danach ging es über riesige, scharfkantige Felsbrocken, die sich mit Eisschichten abwechselnden. Es kam mir eher vor wie in einem Überlebensparcours.

Wenn man nicht aufgepasst hat, ist man auf den Eisplatten ausgerutscht oder einfach durchgebrochen und mit dem Bein an scharfen Felsbrocken entlang geschrammt.

Nach einem unendlichen aber atemberaubenden Aufstieg auf den Mount Arethusa (2912 m) wurden wir dann mit diesem Ausblick belohnt:

Oben angekommen, gab es Picknick für uns und noch mehr trockene Klamotten für meine Mama. Die Kanadier sind einfach so hilfsbereit. Es war wie bei der Kleiderspende. Von allen Seiten kamen Beiträge: Eine Hose, trockene Strümpfe, eine Mütze. Kanadier sind wohl immer für den Ernstfall vorbereitet.

An diesem Bergbach gab es noch ziemliche warme Bärenspuren! Überhaupt war die Gruppe den ganzen Tag bemüht alle beisammen zu halten, da gerade Bärenwarnung in der Region war. Auch wenn jeder Urlauber in Kanada gerne einen Bären in freier Wildbahn sehen möchte ändert man dann doch recht schnell seine Meinung während man durch einsame, verdächtig stille Wälder wandert. Ich möchte ihm bitte nicht begegnen.

Überglücklich es auf den Gipfel geschafft zu haben und noch am Leben zu sein gab es dann tolle Fotos mit frohen Gesichtern.

Kanada – wir lieben dich!!!

Auch der Abstieg war nicht einfach. Wenn auch eine andere – nicht so schwierige –  Route genommen wurde:

Aber alles mit Spaß und guter Laune.

Die Wandergruppe ist einfach fantastisch. Jeder schaut auf jeden und egal wie schnell manche sind, es wird immer auf die Langsamsten geachtet und angepasst. Also an uns 😉

Der Tag war gefüllt mit ATEMBERAUBENDER Natur und dem Gefühl, wieder einmal zu wissen, warum man im schönen Kanada ist.

So schnell wird wohl keiner mehr mit mir wandern gehen. Aber ich finde es hat sich gelohnt und war die Mühe wert. Ein Bild zusammen mit so erschöpften aber glücklichen Eltern bekommt man nicht alle Tage zustande 🙂

Auf unserer Heimfahrt haben wir dann tatsächlich den Traum aller Urlauber erlebt. Ein echter Grizzly! Direkt vor unseren Nase.

Und das im wunderbar geschützten Auto! Was war ich froh, dass er uns nicht mitten im Wald “Hallo” sagen wollte.


Auf das ihr ganz bald wiederkommt. Es war so schön euch hier zu haben und mit euch Zeit zu verbringen!

Das Licht am Ende des Tunnels

Liebe Freunde! Liebe Familie! Liebe Traveller!

Es gibt wunderbare Neuigkeiten! Ich bin staatlich geprüfte Massage-Therapeutin, studiert am College für traditionelle chinesische Medizin in Calgary!

Das letzte Jahr war wohl eines der Schwierigsten in meinem Leben. Um nach meinem Work-and-Travel-Jahr weiterhin in Kanada bleiben zu können, musste ich noch einmal zur Schule gehen. Als ich mir das Massage-Programm am College für traditionelle chinesische Medizin ausgesucht habe, dachte ich noch, dass das nicht so schwierig werden kann, da ich ja schon Ausbildungen in Massage von Deutschland habe. Natürlich würde es mit der Sprache nicht so einfach werden, aber das war so meine einzige Sorge.

Alles kam anders, als die Schule letzten September losging. Die Lehrer hatten zu 80 % einen fremdländischen Akzent, der es mir sehr erschwerte, zu verstehen, was sie mir da beibringen wollten. Auch sind sie extrem schnell im Reden und setzen voraus, dass du auch schnell im Auffassen bist. Was du im Unterricht nicht verstehst, musst du am abend zuhause nachholen und selbst rausfinden. Viele Schüler in meiner Klasse arbeiten nebenbei nur ein paar Stunden oder überhaupt nicht. Ich dagegen bin nach Schulschluss jeden Tag direkt zur Arbeit gefahren und habe bis abends gearbeitet. Danach ging es heim, essen kochen und dann an die Bücher. JEDEN TAG der gleiche Ablauf. Es war so ermüdend. Es gab viele viele Tage, an denen ich aufgeben wollte, an denen es Tränen gab und Zweifel, ob ich das alles schaffe.

Ihr habt es ja ein wenig hier mitverfolgen können, wie viel es an Stoff war zu lernen.

Aber! Am Ende ist man nur stärker und die Grenzen, die man vorher im Kopf hatte, kann man jetzt weiter stecken. Man schafft nämlich sehr viel mehr als man denkt.

Letzte Woche habe ich die letzten Prüfungen geschrieben (Akkupunktur-Theorie-Examen; Akkupunktur-Location-Examen; Kinesiologie und Mikrobiologie) und am Samstag hatte ich meine Abschlussfeier im großen Rahmen.

Es war eine wunderschöne Zeremonie!

Ich war sehr aufgeregt, konnte es aber auch genießen und bin seit der letzten Prüfung gefühlte 100 Kilo leichter an emotionalen Gewicht.

Dieses ganze Jahr voller Stress, Anspannung und Hektik zeigt einem erst, wie kostbar Zeit doch ist. Nach all dem abendlichen Lernen ist es jetzt ein wahrer Genuss ohne schlechtes Gewissen, – dass man eigentlich über den Büchern sitzen sollte- , einen Film zu schauen. Ein Buch zu lesen oder einfach nur so lange man lustig ist auf dem Balkon zu sitzen. Das alles hab ich mir das letzte Jahr nur sehr sehr selten erlaubt, weil es zu viel zum Lesen, Schreiben und Lernen gab.

Meine Eltern konnten leider an meiner Abschlussfeier nicht dabei sein. Sie waren ein paar Wochen vorher hier und haben mich und meinen Bruder und Familie besucht, was so wunderbar war. (Beitrag folgt)

Meine “kanadischen Eltern” wie ich sie nenne, haben meine Eltern wunderbar vertreten. Sie kümmern sich genauso liebevoll um uns wie richtige Eltern. Egal was ist – ich kann immer auf sie zählen!

Das sind Hans und Gisela – meine kanadischen Eltern, die aber wie ihr euch schon denken könnt auch eingewanderte Deutsche sind – mit Julian und mir bei meinen Abschluss. Es war wunderbar sie dabei zu haben und diesen Tag gemeinsam zu feiern.

Die Zeremonie war wie gesagt wunderschön und der ganze Stress und die Schufterei lohnt sich am Ende. Ich bin sehr stolz auf mich, das geschafft zu haben.

(Das wollte ich schon immer mal machen!) 🙂

Am Ende des Monats bekomme ich mein Diplom über die Ausbildung zur Massage-Therapeutin hier in Calgary in Kanada. Das muss ich mir manchmal noch immer laut vorsagen. Wir sind hier in Kanada und leben unseren Traum!

Julian war in diesem Jahr ein so große Stütze für mich. Er hat sich nie beschwert, dass ich nicht genug Zeit für ihn habe. Hat in der Schule Bestnoten geschrieben, sodass ich mir darum auch keine Sorgen machen musste und hat überall mit angepackt wo auch immer ich Hilfe brauchte. Er ist der BESTE!!!! Der ALLERBESTE SOHN, den es nur geben kann!

Jetzt steht nur noch – oder schon wieder – der größte unserer Träume an endlich verwirklicht zu werden. Denn auch wenn es so aussah, dass ich nach diesem Jahr studieren in Kanada eine Arbeitserlaubnis bekomme, hat sich das leider zwischenzeitlich schon wieder geändert….. Um das bekommen zu können, muss man auf eine der richtig großen Schulen in Calgary gehen. Jetzt wird vielleicht der eine oder andere fragen, warum ich das nicht gemacht habe. Die richtig großen Schulen hier in Calgary kosten auch richtig großes Geld. Als internationaler Schüler zahlt man hier nicht die gleichen Gebühren wie ein kanadischer Schüler. Als ausländischer Schüler zahlst du zwei- bis vierfach (!) mehr an Gebühren. Das wäre in meinem Fall dann 8000 $ (als kanadischer Schüler) und 16.000 bis 32.000 $ (!!!!) als internationaler Schüler. Wohlgemerkt nur für das erste Jahr. Das gleiche dann nochmal für´s zweite Jahr. Genau! Unglaublich.

Wir gehen jetzt den Weg über den Anwalt um an eine “LMIA”-Arbeitserlaubnis ranzukommen.

Drückt uns alle bitte bitte auch weiterhin die Daumen. Wir danken es euch von Herzen!

Ich gehe jetzt erstmal einen Kaffee trinken. Ganz ohne Schulunterlagen und Stress 😉

 

Calgary hat 2 neue Einwohner – Wohnen im Himmel

Wir habens geschafft! Der Umzug ist rum und ich kann nicht in Worte fassen, was ich fühle!

Unser wunderbares Umzugsteam!

Es ist als wären wir von der Hölle in den Himmel gezogen! In der alten Wohnung war es dunkel, kalt und laut. Und in unserer neuen Wohnung in Calgary ist es hell, warm und ruhig. Es ist SO unglaublich schön! Seht selbst:

Helles Wohnzimmer mit Balkon und Kamin!

Mein neues Schlafzimmer

Unser Balkon

Julian und ich sagen öfters, dass es sich eher anfühlt als würden wir im Urlaub in einer Ferienwohnung sein. Es ist so schön warm und hell und still! Und das, obwohl wir gerade mal ein paar Straßen von der Innenstadt weg wohnen!

Spontan ausgehen ist jetzt so gar kein Problem mehr. 2 Minuten die Straße runter und du hast die Qual der Wahl zwischen 40 Restaurants und Bars allein in dieser einen Straße!

Auch bin ich total verliebt in unseren Balkon und die Aussicht! Ich verbringe die meiste Zeit hier und starre auf die Skyline von Calgary.

Das allerschönste aber ist die Fahrtzeit zur Schule und zur Arbeit. WAS FÜR EIN UNTERSCHIED!

(Das ist Melba der Papagei beim Frühstück im Haus von ganz lieben Bekannten)

Ich bin ein anderer Mensch! Ich bin so viel entspannter seit dem Umzug. Viel gelassener und sooooo glücklich!!!!

Julian hat den Umzug in die neue Schule mittlerweile auch wieder wunderbar gemeistert. Das war nicht einfach. Er ist wirklich wunderbar wie er alles mitmacht. Auch wenn er vorher total dagegen war in eine Stadt zu ziehen, höre ich ihn jetzt öfters zu Freunden sagen, wie toll es ist in Calgary zu wohnen. Wie ich gesagt habe: Alles ist um Ecke hier. Man kann das Auto stehen lassen und laufen. Calgary hat über 80 Parks!!!! Das sollte uns eine Weile beschäftigen. Da können wir einige Male mit Freunden picknicken gehen.

Letzte Woche bin ich mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Bei bestem Wetter. Ich liebe es!

Gestern gabs auch die Einweihungsparty mit Freunden.

Es war so schön. In der alten Wohnung hatte ich nie Freunde eingeladen, weil es einfach so ungemütlich war. Das ändert sich jetzt drastisch.

Hier möchte ich jedes Wochenende Freunde einladen und schöne Abende auf dem Balkon verbringen.

Auch ist mittlerweile alles wunderbar grün und alles blüht. SOOOO schön!

Viele liebe Grüße aus dem himmlischen Calgary!

Bestnoten und bestes Wetter

Wie versprochen, hier sind meine Prüfungsergebnisse des zweiten Semesters!

Gesamtnote: A-

Das wäre in Deutschland eine 1-

Bin schon ein wenig stolz!

Ich hab wirklich keine Ahnung, warum ich mich immer so verrückt mache mit der Lernerei. Aber ich kann es einfach nicht abschalten. Wenn ich mich nicht gut vorbereitet fühle, kann ich nicht einfach Fernsehen und relaxen. Ich MUSS lernen bis zum Umfallen. Sonst fühle ich mich einfach nicht gut wenn ich zur Prüfung muss.

Trotzdem hab ich mir fest vorgenommen im nächsten Abschnitt mal einen Gang runter zu schalten. Ich werde trotzdem gut abschneiden und durchkommen.

Die Schule hat seit 2 Tagen wieder angefangen und mein oben stehender Vorsatz ist schon wieder halb verworfen….. Der Druck den man bekommt, wenn der neue Lehrstoff auf dem Tisch ist, ist einfach unumwindbar! Da hilft nur hinsetzen und lernen.

Dennoch war ich ja endlich endlich endlich mal in den Bergen in Canmore und am Wochenende endlich tanzen!

Meine Schwägerin hatte Geburtstag und wir waren mit einer Menge Frauen in Calgary unterwegs. Es war wunderbar!

Nächster Vorsatz: “Öfter machen!”

Am Wochenende gibts bei uns immer besonders herzlich zubereitetes Frühstück. Da hat man ja auch mal Zeit morgens.

Schmeckt gleich doppelt so gut wenns schön aussieht.

Cheers!

Marion

Deutschland ist im Frühlingssommer – und Kanada steckt immer noch im Schnee fest

Auch wenn mein letzter Blogbeitrag schon wieder einen Monat her ist, hat sich hier in Kanada nicht wirklich was verändert. Zumindest nicht am Wetter.

Während ich aus Deutschland eine Nachricht nach der anderen bekomme, wie HEIß es dort ist, können wir nur mitleidig den Blick senken. Dahin wo das “Große Weiß” ist: unter unseren Füßen. Ich will es nur noch mal sagen: SEIT NOVEMBER haben wir hier Schnee. DURCHGÄNGIG. Ich kann es kaum glauben. Es gibt immer mal wieder einen schönen sonnigen Tag und schwupps – am nächsten Morgen wird man von einer dicken Schicht Neuschnee begrüßt. Ach…. es reicht jetzt mal.

Manchmal scheint es sogar, dass der Schnee einem eine Liebesbotschaft mitschickt….. 🙂

Schultechnisch gibt es tolle Nachrichten! Ich habe Semester 2 von 3 überstanden (gerade so… länger hätte ich es nicht mehr ausgehalten).

Der Stress- und Lernfaktor war IMMENS hoch und ich habe keine Worte dafür, wie erleichtert ich bin, dass es rum ist. Naja. Semester 3 wirft schon seine schweren Schatten voraus. Ich glaube nicht, dass es einfacher wird. Aber ein Semester nach dem anderen. Wird schon werden. 2 von 3 geschafft ist ja schon mal keine schlechte Quote!

Wie ich am Besten lerne ist mit dem Belohnungsprinzip. 1 Stunde Lernen, dann gibt´s ein Schoko-Ei. Klappt auch mit einer Folge “Friends” schauen dürfen, nach 1 Stunde Lernen. Man hilft sich wo man kann.

(Und ja, das ist der Uterus, den ich mir da gerade genauer anschaue.)

Prüfungsergebnisse gibts nächste Woche. Mal sehen, ob sie gut genug sind um sie hier zu veröffentlichen 😉

Ansonsten halte ich mich mit gutem Essen und Backen bei Laune:

(Bunter Salat mit Rotkraut und viel geröstetem Sesam und Nüssen)

Ist das nicht wunderschön?! Hier ein paar Bilder von meinem Mittagspausenessen bei und mit meiner Chefin. Sie hat mir einiges Leckeres beigebracht. Und auch wenn es draußen einfach nicht bunt werden will, zaubern wir uns eben Farben auf den Teller!

(Brauner Reis mit Joghurt-Curry und Frühlingssalat)

Ganz überpünktlich zu Ostern gab´s auch Post von Zuhause. Da freu ich mich immer SEHR! Danke Mama!

Wir haben natürlich auch ein wenig Ostern gefeiert, jetzt wo ich 3 Wochen schulfrei habe bevor das nächste Semester wieder los geht. (Nein, ich liege leider nicht den ganzen Tag faul daheim rum – ich muss in der Zeit wieder Vollzeit arbeiten gehen um Geld in die Kasse zu holen) 😉

Zu Ostern gab es ein großes Familien-Brunch-Buffet mit allerlei Leckereien.

Auch wenn Julian mich immer für verrückt erklärt, weil ich nach über 1 1/2 Jahren immer noch das Handy zücke wenn ich Rehe so nah sehe, mache ich dennoch Fotos. Auch für euch! “Here you go!”

Da biegst du in die Straße ein und da steht mitten auf der Fahrbahn diese Schöhnheit. Und rührt sich nicht vom Fleck! 🙂

Ein ganz Junges!

Im Großen und Ganzen fasst dieses Bild unseren Kanadatraum – unsere Vorstellung davon und wie es wirklich ist – sehr gut zusammen:

Nicht so einfach, wie man denkt.

Da ich jeden Tag 2 Stunden auf dem Highway unterwegs bin und das nicht nur Zeit und Nerven sondern auch eine MENGE Benzin verschlingt, werden wir Ende diesen Monats nach Calgary ziehen! Jawohl – in die große Stadt. Mittenrein! Wenn schon, denn schon. Anstatt 1 Stunde werde ich dann nur noch 9 Minuten zur Arbeit haben! Klingt das nicht auch in euren Ohren fantastisch!? Ich freu mich riesig drauf! Julian muss daher leider auch die Schule wechseln, aber er versteht es. Er ist einfach wunderbar!!!! 🙂

Die Zeit, die ich jetzt spare an Büffeln für die Schule, verbringe ich jetzt mit Papierkram für den Umzug. Juchu. Aber ich wollt´s ja so.

Meine Während-der-Fahrt-Fotos werde ich dann nur noch am Wochenende machen können, wenn wir zu Besuch nach Okotoks fahren.

Das letzte Mal, als von Deutschland ein großes Paket von unserer Familie mit allerelei Überraschungen kam, war da auch ein Backbuch mit dabei, welches ich mir gleich geschnappt habe. Mein Bruder hier meinte damals nur: “Du kannst das Backbuch haben, wenn du mir daraus auch mal einen Kuchen backst!”.

Na, das ist nicht schwer. Und gestern war´s dann soweit. Auch wenn es im Endeffekt kein Rezept aus dem Buch war, sondern unser aller Lieblingskuchen in der Familie: “Schmandkuchen” (zuerst gesehen, getestet und für unwiderstehlich gehalten im Hotel Engel in Mespelbrunn). Leider gibt´s hier keinen “Schmand”. Nur Sauerrahm, Butter oder Joghurt.

Gut, dass es den österreichisch-deutschen Laden (“Edelweiss-Village”) in Calgary gibt, in dem man für satte 7 Dollar 250 g Quark kaufen kann…!!! 🙂

Das ist nämlich zusammengemixt mit kanadischer “Sour-Cream” ein Spitzenersatz für Schmand. Und tata… hier ist er.

Alle am Tisch waren begeistert und keiner konnte bei einem Stück Kuchen aufhören. Einfach zu gut!

Bitte drückt uns die Daumen, dass auch wir hier bald mal etwas Frühling zu sehen ist!

Bis dahin – Bis bald!

(Das Bild war vom “Tag der Frau” letzten Monat, da hab ich online über Facebook und Instragram auch meinen Beitrag gemacht indem ich für mehr Lippenstift plädiert habe 🙂 Hat auch funktioniert! Ich hab so einige Bilder vom Freundinnen bekommen mit tollem knalligen Lippenstift. War echt ein Spaß!)

Der Frühling lässt warten

Es gibt so viele, die mir von Frühling, zwitschernden Vögeln und den ersten Blumen erzählen…. Ich weiß ja mittlerweile gar nicht mehr wie Vogelgezwitschere klingt und wie bunt Blumen sein können. Hier ist alles nur kalt und weiß seit Mitte November! Seit 4 Monaten! Ich hab mir daher eine Gedächtnisstütze eingerahmt und in die Wohnung gestellt:

Für alle Fälle! 🙂

Momentan sieht es nämlich so aus vor dem Haus:

Wer da ein paar Tage sein Auto nicht vom Schnee befreit, der mag es vielleicht nie wieder finden. Such das Auto-Spiel:

Auf meinem Weg zur Schule hab ich wieder wunderschöne Schnappschüsse gemacht vom Morgennebel über dem Bow River:

Es ist ja schon auch schön die ganze Schneepracht. Vor allem weil dazu immer die Sonne scheint und der blaue Himmel leuchtet.

Vorsichtig sollte man trotzdem sein, wo man so lang läuft.

Montags haben wir in der Schule Massage-Clinic, wo wir bereits Kunden von außerhalb empfangen und massieren. Dazu gehört auch professionelle Berufskleidung und ein Lichtbildausweis

Für eins meiner Schulfächer – Muskel- und Gelenkkunde – muss ich am Dienstag eine Präsentation über das Fußgelenk halten. Vor der ganzen Klasse….. Ich find sowas ja furchtbar. Um die Klasse ein bisschen von mir vorne abzulenken, während ich rede, hab ich ein kleines Puzzle für jeden gebastelt, in dem sie die Knochen im Fuß richtig zusammensetzen müssen. Es hat eine Ewigkeit gedauert, bis das alles gemalt und ausgeschnitten war. Ich hoffe, sie haben Spaß damit.

Drückt mir die Daumen, damit ich nicht stottere beim Vortrag.

 

Bis bald und “stay warm” wie sich hier jeder wünscht.

Schule, Stress, Schnee und Sonnenschein

Es geht gerade so weiter: Die Schule wird nicht einfacher. Dieser Abschnitt ist der Schwierigste bisher. Ich hoffe nicht, es baut noch weiter auf an Schwierigkeit.

Ein paar meiner Notizen, was wichtig ist und unbedingt in den Kopf muss (hier: Anatomie)

Nicht nur, dass du jeden Tag noch Stunden lang lernen musst neben der Schule, nein, einmal im Monat haben wir auch noch am Wochenende ganztags Massage-Schule. Es ist ganz schön intensiv. Ich brauch eine Pause!

Gerade haben wir die Zwischenprüfungen für diesen Abschnitt hinter uns. Ich hab mich dann auch mal selbst belohnt für die ganze Quälerei und Lernerei.

Mit einer Überraschungsbox voller toller Beauty-Produkte zum Selbstverwöhnen, wie z. B. Muskelentspannungsbadesalz (prima Wort), eine Gesichtsmaske usw.

Große Vorfreude!!! Ich hatte das Päckchen schon ein paar Tage im Zimmer stehen. Hab mir aber selbst auferlegt, dass ich es erst öffne, wenn alle Prüfungen gemeistert sind. Und da ich alle bestanden habe:

Zum Wiederholen von Prüfungen hätte ich auch keine Zeit für, da ich schon wieder am Vorbereiten für die nächsten Prüfungen und für den laufenden Unterricht bin. Ich muss eine Präsentation halten über das Fußgelenk. 30 Minuten! Vor der Klasse! HORROR!!!!! Warum!?

So schauts bei mir jeden Abend nach der Arbeit aus…. Lernen!

Bis Dienstag muss ich um die 30 Muskeln in Gesicht und Kopf wissen: Wie jeder heißt, wo jeder Muskel ansetzt und wo er aufhört! Ach ja, und was er tut natürlich auch! Das sind meine Lernkarten dafür (Gold wert!)

Diese Muskeln haben Namen….. es ist einfach unverständlich wer sich das ausgedacht hat und warum!?

Und welche Überraschung:Wir haben IMMERNOCH Schnee! Es hört einfach nicht auf.

Aber gestern! Da hatte es endlich mal keine Minusgrade mehr. Es hatte 3 Grad plus mit Sonnenschein. Es war richtig WARM!!!! Haha. Hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde.

Aber 3 Grad plus nach monatelangem minus 20/30 Grad… das fühlt sich nahezu wie Sommer an!

Julian hat zwar kein Heimweh, aber er meinte die Tage, dass er mal so gerne wieder ein richtiges Schnitzel essen würde. Na, damit kann man abhelfen. In Calgary gibt´s ja die “Wurst”.

Ein Restaurant, in dem man ne Menge deutscher Spezialitäten bestellen kann, wie z. B. Schnitzel, Bratwurst mit Sauerkraut, Apfelstrudel, Schöfferhofer Grapefruit-Weizen-Bier! Da bleibt kein Wunsch offen.

Prost!

Im Kellergeschoss dort gibt es auch Oktoberfest-Atmosphäre mit riesigen Bierbänken und Steinkrügen.

Leider waren wir etwas zu früh dran, und es gab nur die Brunch-Speisekarte. Schnitzel gab´s, aber als Sandwich mit Bacon on top und gestapelt, das man Schwierigkeiten hat, abzubeißen. Julian war aber schwer begeistert vom Geschmack. Klar! Es war nicht nur ein Schnitzel, es war auch ein Burger! Ein Schnitzelburger. Perfekt für den heutigen deutschen Teenager in Kanada.

Dabei waren eine Freundin, die auch von Deutschland ist – Stefanie – und ihr Teenager-Sohn Oskar. Stefanie hab ich übrigens beim “Frauenstammtisch” in Calgary kennengelernt. Da, wo ich mich immer gesträubt habe hinzugehen, weil ich nicht nach Kanada kam um dann mit Deutschen abzuhängen und deutsch zu reden. So ändern sich die Meinungen. Ist nämlich mal ganz lustig so ab und an. Und man trifft nette Leute oder sogar neue Freunde.

Morgens ist es aber dennoch knackig frisch und ich muss über zwei Brücken rüberfahren unter denen der Sheep-River und der Bow-River fließt. Jeden Morgen muss ich mit mir kämpfen, nicht während dem Fahren schnell ein Foto zu schießen…. Es sieht einfach so wunderschön aus mit dem aufsteigendem Nebel. Und stehen bleiben mitten auf dem Highway ist jetzt auch nicht so die beste Idee! Deshalb:

Das Beste, das man mit einer Hand und mit ohne Hingucken an Fotos machen kann 😉

In der Schule bin ich mit einer Brasilianerin befreundet und manchmal gehts in der Pause zu Starbucks. Da wir umweltfreundlich sind, bringen wir immer unsere eigenen Behälter mit und lassen den Kaffee auffüllen. Sie hat immer einen Bierkrug dabei und hat keine Ahnung, was das für ein Behälter ist. Ich könnte mich jedesmal wegschmeißen vor Lachen. Bei Starbucks bekommt sie oft ein Kompliment für die “Tasse”. Haha. Ich versuche manchmal aufzuklären, was das ist und daraufhin wird immer mit Bierkrug und Kaffeebecher geprostet. Zu lustig.

Mein Auto war letzte Woche so dreckig wie noch nie zuvor. Und es musste am nächsten Tag in die Werkstatt. Ich hab mich geschämt, mein Auto so hinzubringen. Man konnte kaum mehr was sehen aus den Scheiben, weil alles voller Schneematsch war. Was so ziemlich ständig vorkommt, weil ich doch recht viel auf dem Highway fahre jeden Tag und sobald der Schnee ein bisschen schmilzt alles schön matschig ist und es nur so rechts und links vom Auto spritzt beim Fahren.

Ich war ganz baff, dass ich eine Waschstraße gefunden habe, die offen hat. Normalerweise ab minus 8 Grad machen alle Waschsstraßen dicht, weil es zu kalt ist.

Tja, ich weiß jetzt auch warum! Schaut mal:

Ist ja eigentlich schön warm in der Waschstraße mit dem heißen Wasser… hier ist es aber augenblicklich gefroren sobald es aus dem Schlauch aufs Auto kam. Erlebt man auch nur einmal glaube ich. Aber ich war sehr glücklich über mein sauberes Auto. Wenn auch danach beim Tanken der Tankdeckel nicht aufging, so wie der Kofferraum, weil alles zugefroren war….

Ich vermisse die Blumen und das Gras und die Farben und die zwitschernden Vögel, die man jetzt schon langsam in Deutschland sieht und hört. Deswegen muss ich mit Zimmerpflanzen nachhelfen, bis es hier auch mal wieder Frühling wird. Also bis in 3 Monaten! 🙂

Habt eine schöne Woche! Ich bemühe mich, nächstes Wochenende wieder von mir hören zu lassen. Bis dahin noch ein paar Wintereindrücke aus Kanada

Fröhliche Weihnacht überall!

Frohe Weihnachten – Merry Christmas – Feliz Navidad

Ich hoffe Ihr hattet ein wunderschönes Weihnachtsfest und viele schöne Momente mit euren Lieben.

Weihnachtsdekoration wird in Kanada ernst genommen. Sobald die Halloween-Deko im Keller verschwindet, tauchen die Weihnachtsmänner und Rentiere im Vorgarten auf. Alles festlich beleuchtet. Sieht wunderschön aus. Leider mag meine Kamera keine beleuchteteten Gegenstände…

(Sorry für die schlechte Qualität – es kommen bessere!)

Dieses Jahr hatten Julian und ich das erste Mal in unserem Leben ein Weihnachtsfest nur mit uns beiden. Ohne Familie und Verwandtschaft. Mein Bruder Martin ist mit seiner Familie im heißen Kenia Verwandtschaft und Freunde besuchen. Das war schon etwas seltsam. Auf jeden Fall aber ruhig und besinnlich. Auch wenn viele liebe Menschen am Tisch gefehlt haben.

Um es wenigstens ein bisschen “deutsch” zu machen das Weihnachtsfest habe ich bei “Edelweiss” so einige Leckereien eingekauft, wie z. B. Rotkraut, Kartoffelklöße und Dominosteine.

Es ist einfach unglaublich, was es dort alles zu kaufen gibt. Egal wo man auf der Welt ist; Man bekommt alles überall!

Selbst DEUTSCHE Zeitschriften und Kreuzworträtselhefte…. Ich mein: HALLO?!

Gut! Alles hat auch seinen Preis versteht sich. Billig ist hier nichts. Im Durchschnitt das 5-10 fache vom Aldi-Preis!

Zu Weihnachten gab es dann Klöße, Rotkraut und “Braten”-Soße. Zum Nachtisch hab ich gebackene Äpfel mit (selbstgemachter) Nuss-Früchte-Füllung gemacht und Schokoladen-Kokosnuss-Cranberry-Bites. Es war ein Schmaus!

Von Martin und Syprine habe ich die Tradition übernommen, sich an Weihnachten auch festlich rauszuputzen und Fotos zu machen. Voila!

Wir haben bis in die Nacht zusammengesessen, Nüsse geknackt und uns unterhalten. Hunde gekrault und Katzen geknuddelt.

Auch der Weihnachtskaktus hat es nicht verpasst, sich rauszuputzen und seine einzigartigen Blüten zum Besten zu geben.

Das folgende Bild hier hat mich zum Nachdenken angeregt. Natürlich war vor Weihnachten die Hölle los in den Supermärkten und es war das reinste Einkaufswagen-Rennen. An diesem Tag hab ich den LETZTEN Einkaufswagen ergattert! Und drinnen war es ein Gerangel um sich einen Weg durch die Regale zu kämpfen. Furchtbar! Schaut euch mal diese Bilder an.

Was für Massen! Was ein Reichtum. Und die Hälfte wird nach Weihnachten wahrscheinlich weggeschmissen, weil es Dellen hat. Oder einfach zu viel war. Aber es muss ja ansehnlich präsentiert werden. Warum machen wir uns so einen großen Stress ums Weihnachtsessen? Können wir wirklich SO VIEL mehr essen an diesen Tagen. Und sollten wir?

Anstatt hunderte von Dollar/ Euro für Essen auszugeben, das wir gar nicht alles schaffen können, sollten wir dieses Geld an Leute geben, die bei diesem kalten Wetter nicht mal Handschuhe an ihren Händen haben oder ein warmes Haus, in dem sie mit ihrer Familie das Weihnachtsfest feiern können. Es hat mich traurig gemacht, diesen Überfluss zu sehen. Überall sehe ich Leute mit übervollen Einkaufswägen und Tüten gehen. Die Schränke daheim sind bereits reichlich gefüllt mit Essen für das nächste halbe Jahr (oder noch länger) und trotzdem muss noch mehr gekauft werden. Kann ja sein, dass zwischen den Jahren der Supermarkt einen Tag lang nicht auf hat.

Wir haben weiße Weihnacht. Und was für eine! Es hat seit Tagen geschneit und alles ist perfekt. Naja, außer dass es minus 34 Grad hat und kein Mensch raus geht wenn er nicht unbedingt muss. Dir gefriert nämlich in einer Minute die Nase ein. Und das tut ziemlich weh. Bei dieser Kälte geh ich nur zum Einkaufen und wieder zurück ins warme Heim.

Nachdem es die ganze Nacht geschneit hat, war ich mir am nächsten Morgen sehr unsicher, ob das mein Auto ist unter dem ganzen Schnee. Es sieht so gar nicht wie mein Auto aus.

Aber ich will mich ja gar nicht beschweren. Ist nicht alles schöner und gemütlicher wenn es draußen schneit und klirrend kalt ist!?

Auch gibt es durch die Wetterwechsel ganz wundervolle Naturschauspiele! Ich liebe es. Ich glaub mein Handyspeicher ist halb voll nur mit Sonnenauf- und untergängen!

Etwas 20 Minuten von hier gibt es den Granary Road Market. Eine große Lagerhalle in der ein Markt ist mit hunderten von Ständen mit allerhand toller Dinge. Unter anderem haben wir hier BROT gefunden! RICHTIGES BROT! Fast schon deutsche Qualität! Das soll was heißen. Brot ist hier normalerweise wie in Deutschland Weißbrot. Dieses Brot hatte eine Kruste!!! Es war nicht das letzte Mal, das wir dort einkaufen waren.

Ansonsten haben wir sehr viel Spaß mit Hund und Katz!

(Bad Hair Day) Bei Lilly Alltag 🙂

Ach ja: Wir lieben es hier! Haben wir das schon gesagt?!

Tolle Neuigkeiten! Meine Prüfungsergebnisse sind endlich da! Ich hab eine unglaubliche Gesamtnote von 1+!!!!! Irre!

Ich denke, ich kann mir daher im nächsten Semester (welches am 2. Januar startet) einmal die Woche einen Abend Lernpause gönnen. Drückt mir die Daumen, dass es weiterhin so gut läuft! Danke!

Das neue Jahr steht vor der Tür und ich bin sehr gespannt, was es bringen wird! 2018 klingt fantastisch für mich. Ich hab ein sehr gutes Gefühl!

Von Herzen wünsche ich euch einen guten und gesunden Rutsch ins neue Jahr. Bleibt fit und lasst von euch hören.

Alles Gute und viel Glück für 2018!

Marion und Julian

Santa Claus in den Bergen

Am Samstag war ich mal wieder wandern in den atemberaubenden Rocky Mountains.

Eine Wandergruppe, die sich jedes Wochenende trifft, hat mich eingeladen mitzukommen. Das Wetter hätte besser nicht sein können. Wenn auch total untypisch für Mitte Dezember! Wir sind morgens um 8 Uhr los, was mir einen atemberaubenden Blick auf rosa Rocky Mountains beschert hat, den ich so schnell nicht vergesse. Leider kein Foto davon, da ich gefahren bin.

Am Treffpunkt angekommen, gab es ein so freundliches Hallo und Umarmungen von über 20 Leuten, die ich noch nie zuvor gesehen habe. DAS ist Kanada! Ich wurde aufgenommen, als wäre ich schon jahrelang Mitglied des Wandertrupps. Es ist so schön!

In Fahrgemeinschaften ging es dann nochmal 20 Minuten weiter in die Berge, bis wir am Beginn des Wanderweges angekommen waren.

Was soll ich sagen: Ich war schon ne Weile nicht aktiv was Sport angeht. Ich hab einfach keine Zeit gehabt mit einem Teenager zuhause, Schule, Arbeit, Haushalt. Ich hab ein bisschen an meiner Fitness gezweifelt, als ich sah, wo die rauf wandern wollten. Aber man lässt sich ja nichts anmerken. Außerdem wollte ich das machen. Also los. Auf geht´s! Yipih

Es war natürlich teilweise etwas angestrengend. Gerade wo noch Schnee und Eis lag oder wo es wirklich steil bergauf ging musste man ganz schön aufpassen.

Ich hatte gleich gute Gesellschaft gefunden: Eine Schweizerin, Barbara, die seit 18 Jahren in Kanada lebt. Wir sind den ganzen Tag zusammen weitergewandert.

So unglaublich schön, in den Rockies zu wandern. Ich kanns nicht oft genug sagen!!! Es war wie ein Traum. Nach gut 1 1/2 Stunden haben wir eine wunderschöne Lichtung erreicht und ein Feuer gemacht.

Es wurde gevespert, was in Kanada heißt, dass alle 2 Minuten jemand vorbeikommt und dir von seinen mitgebrachten Leckereien was anbietet. Ich habs dann gleich nachgemacht, und meine Tupperschüsseln rumgereicht. So einfach alles hier.

Kaum hatten wir eine paar mitgebrachte Weihnachtsdekorationen für diese Weihnachtswanderung an eine kleine Tanne gehängt, kam ein Mann mit rotem Anzug und Sack über den Schultern aus dem Wald gewandert. Ja da schau an. Der Nikolaus hat uns gefunden!

Was ein Spaß! Es wurden Gedichte vorgelesen und man durfte auf Santas Schoß sitzen und ein kleines Geschenk aus dem Sack aussuchen.

Irgendwann ist immer das erste Mal. Bei mir war es an diesem Tag auf Santas Schoß zu sitzen! Haha. Man fühlt sich wie ein kleines Kind. Es war sehr lustig.

Und warm! Manchen wurde es zu warm auf dem Berg. Ich hatte abends sogar einen kleinen Sonnenbrand im Gesicht.

Und das im Dezember! Was ist nur los!?

Es war zu schön, um wieder den Abstieg zu machen. Ich wäre gerne den ganzen Tag auf der Lichtung inmitten der Rockies geblieben.

Aber wenns am Schönsten ist, soll man ja gehen. Wer auch immer diesen Unfug erfunden hat.

Ein wunderschöner Wandertag ging zuende. Ich war bestimmt nicht zum ersten und letzten Mal bei dieser lustigen Gruppe dabei!

Unser guter Freund Andy Campbell! Immer ein Spaß wenn er dabei ist!