Alles wird gut – Covid-19

“Wir bleiben zuhause” –

Wer hätte Anfang dieses Jahres gedacht, dass in ein paar Wochen unser ganzer Alltag auf den Kopf gestellt sein würde, Läden geschlossen haben, unsere Kinder nicht mehr in die Schule dürfen (!), dir dein Chef sagt, dass du zuhause bleiben musst…!?

Unsere Freunde von weiter unten in der Straße. Es gibt sogar ein deutsches Herz im Fenster!

Wer sich noch erinnert: In meinem letzten Eintrag hier hab ich geschrieben, wie wundervoll die Zahl 2020 klingt und dass ich das Gefühl habe, dass es ein wunderbares Jahr wird. Ich bin immer noch der Meinung! Schauen wir nur mal auf die Umwelt. Die hat die beste Zeit seit – ich weiss gar nicht wie lange -. Unser schwer mitgenommener Planet hat sich seine wohlverdiente Auszeit genommen und macht Urlaub. Recht so! Ist es nicht seltsam, dass für den Klimaschutz keine Läden geschlossen werden, der Flugverkehr auch nicht nur um einige Prozente runtergefahren werden kann, keiner auch nur einen Tag auf sein Auto verzichten kann/will. Da geht es doch auch um unser aller Gesundheit und LEBEN. Nein, es muss erst ein weltweiter Virus ausbrechen, damit die Menschheit zusammenhält, eine kleine Verschnaufpause nimmt und mal drüber nachdenken kann, was hier eigentlich alles vorgeht. Wie gesagt: Gut für die Umwelt! Gut für unser Familienleben! Gut, um unsere Kinder mal wieder neu kennenzulernen und überhaupt für sie da zu sein! Gut, um mal zu sich selbst zu finden, Zeit mit der Familie und in unseren schönen Heimen zu verbringen!

So sah es in den ersten Wochen nach dem Lock-Down im Supermarkt aus. Kein Joghurt, keine Milch, keine Bananen, kein Mehl, keine Hefe und natürlich kein Klopapier! Was Leute so für wichtig halten in einer Quarantäne…….

Hier in Kanada wurden am 15. März alle Schulen geschlossen. Und zwar gleich für das ganze Schuljahr. Nicht wie in Deutschland. Die Noten, die man hier am 15. März hat bleiben bestehen. Unterricht ist jetzt online und man kann seine Noten nur verbessern oder eben auf der momentanen stehen bleiben. Verschlechtern geht nicht. Was selbstverständlich sehr nett gemeint ist von der Schulbehörde, aber von den Schülern – meiner Meinung nach – ausgenutzt wird. Vielleicht nicht ausgenutzt. Aber Ansporn sieht anders aus. Es ist ohnehin schwierig als Teenager daheim die Energie zu finden, sich für Stunden an den Computer zu setzen um sich Online-Unterrichts-Videos anzuschauen. Lehrer geben auch recht viel Hausaufgaben auf in jedem Fach, was verständlich ist, da ja der ganze schriftliche Teil des Schulalltages wegfällt.

Frischfleich sowie tiefgekühltes Fleisch – Mangelware. Nicht, dass es mich kümmern würde.

Läden sowie Restaurants sind auch seit Mitte März geschlossen. Was möglich ist sind Bestellungen am Straßenrand vor dem Restaurant abzuholen oder eben Zustellung zur Haustür. Natürlich ohne Kontakt. Kleinere Läden haben auf Online umgestellt und liefern dir die Ware direkt nachhause, oft noch am gleichen Tag. Auf welche Ideen Ladenbesitzer kommen und wie sich jeder so durchschlingelt, um wenigstens ein paar Kröten zu verdienen ist bemerkenswert und es ist sehr viel Kreativität dabei.

Masken waren und sind immer noch Mangelware. Wie ziemlich überall. Gut, dass es da draußen so viele talentierte Näherinnen gibt.

Gezwungen zu sein, daheim in den eigenen vier Wänden zu bleiben ist etwas neues für jedermann. Und ich muss sagen, ich bin begeistert von all den kreativen Ideen, die jeder hat und wie viele ganz neue Hobbies entdecken. Mich eingeschlossen. Ich hab gestern (seit Schulzeiten) das Häkeln und Stricken angefangen. Und ich bin ganz sicher nicht die einzige. Im Supermarkt war die Hälfte des Ganges mit der Wolle und Utensilien ausverkauft haha. Ich liege wohl voll im Trend. Oder jedem ist sehr langweilig.

Dabei bin ich gar nicht zuhause muss ich natürlich dazusagen. Ich arbeite noch immer ganz normal. Jeden Tag. Den vollen Tag. Natürlich nur mit Vorsichtsmaßnahmen wie viel Hände waschen, Schrankgriffe und -türen abwischen und desinfizieren, Gesichtsmaske usw. Ich bin sehr froh, weiterhin arbeiten gehen zu können. Ich hab keine Ahnung, wie Menschen es seit Wochen aushalten NUR daheim zu sein. Ich würde wahnsinnig werden.

Meinem kleinen Arbeitshund Didi ist das auch alles nichts. Sie verkriecht sich die meiste Zeit in ihr flauschiges Bett

Ich hab gehört, dass sich Deutschland bereits auf teilweise Wiedereröffnungen vorbereitet. Ich bin gespannt, wie das wird. Hier kommt diese Idee zwar auch immer mal wieder auf bei den Politikern – natürlich – aber ich denke das wird noch etwas dauern. Unser Premierminister Justin Trudeau händelt das ganze finde ich sehr gut. Sehr ruhig und beständig. Es fließen Billionen an Unterstützungsgeldern. Ob es für Geschäfte ist oder Privatpersonen, die wegen den Schließungen ihren Job verloren haben. Für alle (!), die wegen Covid-19 ihren Job verloren haben gibt es für die nächsten 3 Monate jeden Monat 2000 $ vom Staat damit man die Miete bezahlen kann. Was wundervoll ist aber vielen Familien und vor allem Besitzer von Läden nicht viel bringt oder gerade mal einen Teil der Miete übernimmt.

In Zeiten wie diesen hilft nur viel Backen und allemann bei Laune zu halten. Nussecken helfen IMMER. Gegen alles.
Ich hab das Rezept für die aller-, allerbesten Blaubeermuffins bekommen. Wer es haben will, schreibt mir bitte eine kurze Nachricht. Ich teile es gerne. Sooooo gut!

Ostern verlief dieses Jahr dementsprechend auch etwas anders. Ich hab für Julian, die Kinder meines Bruders und für Freunde Osterhasen gebacken. Nach einem Rezept, das ich in der 8. Klasse im Kochunterricht bekommen habe! Und zwar hab ich das Originalrezept von damals hier! Unfassbar, oder?!

1. Runde Hasen
Und die fertigen Hasen der 2. Runde

Die Hasen und ein paar andere kleine Leckereien haben wir dann am Ostersonntag bei Familie und Freunden vorbeigefahren. Bei meinem Bruder standen wir erst einige Zeit im Eingangsbereich des Hauses. Unschlüssig ob wir es wagen sollen, reinzukommen und ein wenig zusammenzusitzen oder nicht. Mein Bruder und meine Schwägerin, wir alle arbeiten noch ganz normal und wollen daher natürlich nicht irgendwas “austauschen” oder “nachhause bringen”. Wir haben uns dann entschieden an den entgegengesetzten Seiten ihres großen Esstisches zu setzen und einen Kaffee zusammenzutrinken, was sehr schön war. Wir haben alle sehr vermisst und freuen uns schon drauf, sie bald wiederzusehen. Was für eine verrückte Welt das gerade ist, oder nicht?!

Ich finde ja, dass dieser ganze Lock-down und daheim bleiben und keinen Kontakt zu haben ein wenig übertrieben ist. Wie bei allen anderen Arten von Viren und Bakterien kommt es doch am meisten darauf an, wie gut du dich ernährst und dadurch dein Immunsystem auf dem besten Level hälst. Dafür hab ich mein kleines Geheimrezept. Das mach ich jeden Samstag und trinke dann jeden Morgen je einen Löffel voll in heißem Wasser verrührt. Das killt so ziemlich alles im Hals und Mund, was da nicht hingehört.

Frisch geriebene Ingwerwurzel, frisch gespresster Zitronensaft, Honig und Cayennepfeffer
Diesen Mix hab ich immer im Kühlschrank und verschenke es auch öfter an Freunde

Auch hab ich mich mal wieder an ein Sauerteigprojekt gewagt! Das ist – wie Hefeteig – etwas, das einfach nicht so richtig gelingen will. Aber wie oben gezeigt (Osterhasengebäck) hab ich den Hefeteig jetzt raus! Geht doch!

Ich habe also einen Sauerteig angesetzt, was bedeutet dass man mit 50 gr Roggenmehl und 50 gr warmem Wasser anfängt. Dann verrührt wird und bis zum nächsten Tag “ruhen” muss. Dann gibt man wieder 50 gr Mehl/ 50 gr Wasser dazu. Wieder stehen lassen….. usw. Das geht 5 Tage lang so. Dann wird normalerweise ein Vorteig für das Brotbacken gemacht. Aber bei mir sah der Sauerteig bis dahin nicht wirklich wie brauchbarer Sauerteig aus. Ich hab also meine Mama konsultiert, die schon seit über 30 Jahren Sauerteigbrot backt und sozusagen die Sauerteig-Queen ist. Sie hat mich jeden Tag ermutigt, den Sauerteig nicht aufzugeben und weiterhin zu füttern. Hab ich dann gemacht. Eines Abends war es dann soweit, dass ich den Vorteig ansetzen konnte. Der muss dann nochmal 8 Stunden ziehen und sollte dann zu Brot verarbeitet werden. Da ich aber morgens zur Arbeit musste und keine Zeit hatte für diesen stundelangen Mix- und Gehprozess, hab ich mein Sauerteigbaby dann kurzerhand mit allen Zutaten und Schüsseln in einen großen Karton (und mit dicken Handtüchern gegen die Kälte) eingepackt und mit zur Arbeit genommen.

Dort hab ich dann den Brotteig zusammengerührt und das Brot nochmal für ein paar Stunden in der Form gehen lassen. Was für eine Aktion sag ich euch. Doch dann! Schaut euch das an!

Schön aufgegangen und bereit fürs backen (endlich!!!)

Und was soll ich sagen!? Mamas haben ja meistens recht. So auch meine. Das Brot ist fantastisch geworden und jeder ist begeistert. Danke Mama!

Ich bin mir recht sicher, dass das Brotbacken jetzt hier bei uns auch zu einer wöchentlichen Tradition wird!

Birnen im Rotweinbad…mmmmmhhh

Auch vielen herzlichen Dank an meine liebe Nichte und meinen Neffen in Deutschland, die uns immer so fleißig Bilder malen und uns Post schicken. Wir LIEBEN Post aus Deutschland. Und die Bilder kommen alle an unseren Kühlschrank, welcher bereits wie eine Kunstausstellung aussieht. Wunderschön! Danke!

Dieses Mal gab es sogar 2 Blätter Klopapier für den Notfall mit im Umschlag! Hahaha
Was für schöne Bilder, findet ihr nicht auch!?
Mit einem Schnappschuss von Julian und unserem Lieblingshund Max verabschiede ich mich heute von euch.

Bleibt gesund und bleibt positiv —– ALLES WIRD GUT

2 Gedanken zu „Alles wird gut – Covid-19“

  1. Hallo Marion
    sehr schöner Bericht.

    Macht weiter so und bleibt gesund und gut gelaunt.
    Gestern hat unser Gesundheitsminister gesagt, dass Normalität erst wieder einkehren wird, wenn ein Impfstoff gefunden wäre. Das kann dauern….

    Alles Gute, schöne Grüße an die McNallys
    Mama

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