Stoppt die Zeit!

 

Ich muss garnicht erst fragen, ob es euch auch so geht. Ueberall auf Facebook, Instagram oder in privaten Chats und Unterhaltungen hoert man immer das Gleiche:

Die Zeit rennt nur so. Ein Tag, eine Woche, ein Jahr… schwupps… vorbei.

Diesen Monat bin ich 37 Jahre alt geworden. Diese Zahl kommt mir so unfassbar falsch vor. 37!? Das ist nicht richtig. Auch wenn ich mir aus Altersangaben nichts mache, beschaeftigt es mich dieses Jahr doch ein wenig. Ich fuehle mich so garnicht wie 37. Ich bin immer noch 25 haha. Kein Stueck aelter.

Jetzt sind wir schon 2 1/2 Jahre hier im schoenen Kanada. Unserer Wunschheimat. Ist das nicht der Wahnsinn!? Jemand sollte wirklich mal die Zeit anhalten, damit wir alle durchatmen und einen Moment nur sitzen und uns umschauen koennen. Jeder rennt nur so durch den Tag, die Woche, das Jahr, das Leben. Es ist so schade. Anstatt zu rennen, lasst uns doch alle mal einen Moment innehalten und den Augenblick feiern und festhalten.

Also lasst uns doch jeden Geburtstag feiern! Und mit Freunden und lieben Menschen zusammen sein. 

Wir hatten wirklich einen tollen Abend. Ich hatte 25 Freunde (teilweise mit Kindern) hier. Es war super schoen.

37 Jahre alt!!!!

…und ich werde nur noch kleiner 😉

Ich hatte einen ganz besonders schoenen Sonnenaufgang an meinem Geburtstag. Schaut euch das mal an…. ein Traum von einem Morgen! Alle Farben des Himmels…

Zu Weihnachten haben wir ja von meinen Bruder und meiner Schwaegerin Tickets fuers Tubing in Banff bekommen. Da waren wir letztes Jahr schon. Es ist traumhaft schoen. Mitten in meinen geliebten Rocky Mountains und wir hatten perfektes Wetter!

Man konnte sogar draussen sitzen fuer die kleine Vesper zwischendurch. Schoenste Aussichten.

Einmal Rund-Um-Blick fuer euch.

Da ich keine Skifahrerin bin – noch nicht! – ist Tubing einfach das Beste momentan. Das reicht mir an Hoehe und Geschwindigkeit gerade.

Es gibt einen Lift bzw. eher ein Laufband, auf dem man hochbefoerdert wird, was wirklich wirklich hilfreich ist, da der Schnee so platt getreten ist, dass alles eine einzige Eisbahn ist.

(Filter von Facebook und Instagram)

Wir hatten einen wirklich wunderschoenen Tag in den Bergen. Warum kommen wir nicht oefter hierher!? Wie schon so oft nehmen wir uns wieder vor, dass es nicht so lange dauert, bis wir wieder in die Berge fahren. 

(Filter von Facebook und Instagram)

Auf der Heimfahrt zurueck nach Calgary wurden wir von einem maechtig grossen Mond ueberrascht. Leider eins der Dinge, die mein Handy einfach nicht so richtig fotografieren will. 

Da muss ich mich mal hinsetzen und drueber lesen, was fuer Einstellungen da eine bessere Wahl waeren.

 

Bis dahin. Auf bald. Ganz liebe Gruesse aus Kanada. Marion und Julian

Auf in ein neues Jahr – Auf in neue Abenteuer

Prost Neujahr an euch alle! Wir hoffen, ihr habt es gut angefangen und seid gut reingerutscht.

Wir kamen letzte Nacht sehr spaet bzw. frueh nach Hause von meines Bruders Hausparty mit vielen tollen Freunden, leckerem Essen und lustigen Spielen sodass die Zeit bis Mitternacht im Nu verging.

Aber lasst mich zuerst ein paar Bilder von unserem Weihnachtsfest zeigen. Die Spatzenfamilie war bei uns zum Weihnachtsessen und es war ein wunderschoener Abend.

Am Tag zuvor hab ich angefangen alles zu schmuecken, wie die Profis das Rotkraut fuer das Weihnachstessen ueber Nacht in Rotwein und Gewuerze einzulegen und den Tisch zu decken. Die Rouladen hat Martin gemacht und mitgebracht. Dazu gab es natuerlich auch Kloesse und Sosse sowie Reis und – was hier an Weihnachten nicht fehlen darf – Rosenkohl. Ich hab meinen auf indisch gemacht mit Kreuzkuemmel, Kurkuma und Korianderkraut. Anders wuerde mich niemand dazu bekommen Rosenkohl zu essen. Genausowenig wie Martin. Wer – wie wir – Rosenkohl nicht ausstehen kann, dem lege ich dieses Rezept ans Herz. Soooo gut!!

Da es hier in Kanada – wie auch in Amerika – erst am ersten Weihnachtstag am Morgen die Geschenke gibt, war dieses Abendessen nicht so wie in Deutschland wo die Kinder ungeduldig auf ihrem Stuhl hin- und herrutschen, weil sie es nicht abwarten koennen, bis alle Erwachsene mit dem Essen fertig sind und es ans Geschenke auspacken geht. Aber Kinder sind eben Kinder. So hatten wir um Punkt Mitternacht die Kinder zurueck im Wohnzimmer, die meinten, dass es jetzt doch quasi Weihnachtsmorgen ist. Und da wir keine Rabeneltern sind….

Was da wohl felliges drin steckt?

Ein Schaffellteppich. Den hat sich Julian fuer sein Zimmer gewuenscht. Dann gab es noch Geld fuer alle Kinder. Das ist momentan so ziemlich das Einzigste, was man auf der Wunschliste liest. Sie wollen alle fuer etwas groesseres ansparen. Ist ja eine tolle Sache und eine gute Entscheidung.

Von Martin und Syprine haben  Julian und ich Gutscheine fuers “Tubing” auf dem Mount Norquay in Banff bekommen. Davon hatte ich mal einen Beitrag gepostet. Sooooooo viel Spass!!!! Ich liebe es! Und freue mich schon so drauf nochmal “tuben” (ist das ein Wort?) zu gehen!

Alle Spatzen und Marxens wuenschen euch einen guten Start ins neue Jahre. Auf dass es voll ist mit tollen neuen Abenteuern, Gesundheit, Spass und einfach der puren Lust das Leben zu geniessen.

Nach Weihnachten war dann auch Zeit fuer Dinge, die man unterm Jahr irgendwie nur wenig bis gar nicht macht. Zum Beispiel puzzeln. Ich liebe es zu puzzeln. Besonders im Winter.

Da kann es einen schon mal packen. Und wenn ich ein Puzzle anfange, dann kann ich so schnell nicht wieder aufhoeren. Um 8 Uhr abends angefangen und hier seht ihr es um 00:30. Julian kann es nicht verstehen, warum man so viele Stunden damit verbringt zu puzzeln. Er fragte mich, was ich mit dem Puzzle mache, wenn ich es fertig habe und als ich ihm geantwortet habe, dass es dann wieder zurueck in die Box kommt haette ich am liebsten ein Foto von seinem Gesichtsausdruck gemacht. Er denkt ich bin total verrueckt. Haha.

Auch habe ich mal Zeit gehabt, um ein paar Rezepte von Zuhause zu machen. Hier selbstgemachte “Nutella” mit frischen Haselnuessen. Schmeckt so gut!

Ansonsten habe ich aber auch gleich wieder das Arbeiten angefangen. Am 2. Tag nach Weihnachten hatten wir ein fast magisches “weiches” Licht in Calgary. Sah toll aus:

An dem Tag durfte ich den alten 7er BMW von meinem Boss fahren. So ein tolles Auto!!!! Einfach schoen.

(wenn es auch nicht meine erste Wahl waere bei Schnee und Eis)

Die Einfahrt zu meiner Arbeitsstelle, an der ich montags immer bin, ist einfach so fotogen. Egal bei welchem Wetter.

Leider musste ganz kurz nach Weihnachten auch mein Baum schon gehen. Wie mir so oft schon Anfang Dezember gesagt wurde, war der Baum staubtrocken bis Weihnachten. Naja. Genossen haben wir ihn trotzdem. Den ganzen Dezember lang.

Mit einem wunderschoenen Sonnenaufgang wurde ich an meinem letzten Arbeitstag von 2018 begruesst:

Silvester haben wir – wie schon gesagt – mit einer grossen Party bei Martin und Syprine daheim gefeiert. Tristan hatte sich viele tolle Spiele fuer uns Erwachsene ausgedacht und hat uns damit gut unterhalten. Es war sehr lustig.

Auf gehts zusammen ins neue Jahr:

Widerspenstige Teenager, die einem ueber den Kopf wachsen sind nur ganz schwer auf die Backe zu kuessen

Deshalb gibt es auch kein einziges scharfes Bild 🙂

Alles alles Gute an jeden Einzelnen von euch fuer das kommende Jahr. Ich wuensche uns allen, dass wir gesund bleiben und wir von Sorgen verschont bleiben. Und bitte bitte lass es ein neues Visa regnen!

Davon gibt es leider naemlich immer noch nichts neues zu berichten.

Toi toi toi 2019

und viele Gruesse aus dem schoenen Kanada

Oh du schoene Weihnachtszeit

Weihnachtszeit ist eine meiner Liebsten! Ich liebe es, Weihnachtsmusik einzuschalten (nicht den Mist, der jedes Jahr aufs neue im Radio kommt); Plaetzchen zu backen; zu schmuecken; sich mit Freunden auf einen gemuetlichen Kaffee zu treffen und anderen beim Rennen und Hetzen zuzuschauen.

Dieses Jahr hat mich der Drang nach Weihnachten schon sehr frueh erwischt. Mitte November konnte ich nicht mehr an mich halten und die erste Weihnachtsmusik lief. Ende November war ich dann nach gutem Zureden bzw. Abraten von einer guten Freundin soweit erstmal einen Adventskranz zu kaufen anstatt schon einen Baum. Der wird ja sonst nur staubtrocken bis Weihnachten. Also bin ich los und hab nach Zweigen gesucht. Im Baumarkt! Denn ich besitze keine Gartenschere. 2 kleine Zweige haben dann dort satte 6 $ gekostet! Der WAHNSINN! Sind die nicht ganz dicht?! Naja, eine Gartenschere haette es fuer immerhin 14 $ gegeben. Bevor ich die kaufte, bin ich aber erstmal zu Ikea. Ikea muss doch schon fuer Weihnachten gewappnet sein und ich finde bestimmt ein paar Zweige dort. Hab ich auch! Aber halt noch an einem Baum!!! HAHA. Da standen schon hunderte von gefaellten Baeumen parat. Tja. 6 Zweige fuer 18 $, eine Gartenschere fuer 14 $ oder einen ganzen Baum fuer 25 $? Ihr koennt es euch denken.

Ich hab dann meinen Helferelf eingespannt nachdem ich eine Saege von meinem Bruder geborgt habe.

Ich muss sagen, ich hab ein gutes Haendchen im Baum aussuchen! Er koennte schoener gar nicht sein! Ein Traum! Und riecht soooo gut.

Der Baumschmuck kam letztes Jahr schon mit unserem alljaehrlichen Weihnachtspaket von unseren Eltern an. Wir waren also Anfang Dezember bereit fuer Weihnachten. Was manch einem vorkommen mag, als waere das etwas zu frueh, dem kann ich sagen, dass heute der 17. Dezember ist und es mir so vorkommt als haetten wir den Baum letzte Woche erst aufgestellt.

Auch war ich wieder beim Advenskonzert des kanadisch-deutschen Maennerchores hier in Calgary. Es war wieder so schoen. Gaensehaut. Es gibt wenig, das einen so schoen in Weihnachtsstimmung bringt.

Ich hatte eine wunderbare Zeit mit meiner Mama per Email, indem ich ihr sagte, was ich gerne von meiner alten Wohnung in Deutschland im diesjaehrigen Weihnachtspaket haette und sie mir dann Fotos von jedem Schrankinhalt schickte und ich sozusagen online shoppte in meiner eigenen Wohnung. Das hat viel Spass gemacht. Nach einer spannenden Nachverfolgung des Paketes im Internet war es dann an einem Sonntagmorgen endlich soweit! Das Paket stand vor unserer Tuer:

JUCHU! Was man sich ueber jede Kleinigkeit aus der Heimat freut. Im Paket war unter anderem meine Lieblingsbettwaesche. Jetzt kann ich mich ganz wie zuhause fuehlen. Auch viele Sachen aus meiner Kueche (die immer noch gerammelt voll ist in Deutschland); gestrickte Socken von Oma Eli (tausend Dank!); und Zutaten fuer Schokoladinchen! Ich liebe Schokoladinchen! Jetzt kann die Weihnachtsbaeckerei losgehen!

 So ein paar Zutaten haha….

Und das Ergebnis kann sich zeigen lassen…. soo lecker!!!

Auch Melba war begeistert von der deutschen Backkunst!

Abends zuhause auf der Couch zu sitzen, dem Sonnenuntergang zuzuschauen und Plaetzchen zu essen… das ist fuer mich die schoenste Zeit momentan. Ich hoffe, ihr geniesst es auch und habt eine wunderbare Vorweihnachtszeit anstatt gestresst den Geschenken hinterherzuhetzen. Nehmt euch Zeit und geniesst.

Anfang Dezember war auch wieder -Light Up Okotoks-, bei dem ein kleiner Weihnachtsmarkt entlang der alten Hauptstrasse ist; es gibt umsonst heisse Schokolade und ein Chor singt Weihnachtslieder bis der Buergermeister den diesjaehrigen Weihnachtsbaum einschaltet und die ganze Strasse in Weihnachtslichtern erhellt wird.

Puenktlich dafuer wurde es auch knackig kalt. Minus 12. Was bisher das niedrigste war. Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir schon minus 27!!! Nicht, dass ich es vermisse… Aber so ganz schlimm war es auch nicht. Kanadisch halt.

Ich habe uebrigens auch ein tolles Geschenk fuer mich selbst gefunden, sollte jemand auf der Suche sein nach etwas fuer mich 🙂

(Spass! Das waere eventuell sogar fuer mich ein wenig zu viel des Guten)

Ich freue mich immer ganz besonders, wenn Post aus Deutschland kommt. Meine Schwaegerin ist normalerweise die, die mich immer mit lieben Postkarten im Briefkasten ueberrascht. Oder Amelie und Moritz (meine juengste Nichte und mein juengster Neffe) schicken immer tolle Karten an uns.

Dieses Mal hatte ich aber eine Benachrichtigung im Briefkasten, dass ich ein Paeckchen abholen soll. Was fuer eine Ueberraschung. Oder eigentlich nicht. Denn es war von meiner lieben Arbeitskollegin im Landratsamt, die immer gut ist fuer eine Ueberraschung und immer an mich denkt. Ganz liebe Gruesse liebe Anja. Bist die Beste!!! Vermisse dich.

Als ich es daheim aufmachte, musste ich fast weinen…. Schaut selbst….

SOOOOO was liebes!!! Jede Menge Umschlaege fuer jede denkbare Lebenslage:

Oeffne mich wenn:

-du mal ein Wunder brauchst

-du traurig bist

-du Luft ablassen musst

-du uns vermisst…..

Ich freu mich so darueber. Hab auch schon zwei der magischen Umschlaege aufgemacht. Sie wirken!!! Dankeschoen!

Eine wunderbare Weihnacht euch allen da draussen. Passt gut auf euch und eure Lieben auf. Eine Umarmung an jeden von euch. Wir hoeren uns nach Weihnachten. 

(auch von Didi, dem Schosshund)

Endlich wieder in den Rockies!

Mindestens alle 3 Monate muss ich meine Berge wiedersehen! Dieses Mal ging es mal Richtung Sueden Richtung US-Grenze. Der beruehmte Waterton Nationalpark verbindet Kanada mit Amerika.

Unser Ziel war aber erstmal “Fernie”. Ein sehr beliebter Ski-Ort. Jedem, dem ich erzaehlt habe, dass wir nach Fernie fahren, fragte uns, ob wir zum Ski fahren dort hin wollen. Ich weiss ja, dass wir hier in Kanada – besonders Calgary mit der Olympia-Anlage, Banff und Lake Louise – in einem der tollsten Skigebiete ueberhaupt sind, aber wer mich kennt, weiss, dass ich ein recht tollpatschiger Mensch bin. Von daher glaube ich, dass Ski fahren jetzt nicht so mein Ding ist. Julian hat auch kaum Interesse. Jedenfalls ging es uns nur drum, mal wieder die Bergluft zu schnuppern und den Rockies ganz nah zu sein. 

Auf unserem Weg nach Fernie kommen wir auch an dem weltgroessten Laster vorbei, welcher einem wirklich den Atem raubt. Es ist unfassbar, dass dieses Geschoss fahren kann! Und nicht nur das! In einer Bergmine! Ich verstehe es einfach nicht. Wer mehr Daten und Fakten dazu wissen moechte – hier bitte: TITAN

Auf jeden Fall einen Klick wert!

Nur mal so zum Groessenvergleich:

Das nenne ich mal Ladeflaeche! Haha

Einfach ein unglaubliches Monster!

Fernie – vor der eigentlichen Ski-Saison – ist ein wirklich ruhiges kleines verschlafenes Staedtchen. Uns war schon nach 1 Stunde langweilig. Wie furchtbar zu sagen, aber so war’s.

Zumindest waren die Zimmer einfach ein Traum. So schoen!! Ist das nicht ein tolles Zimmer!? SnowValleyMotelFernie

Wir haben dann noch den hauseigenen Hot Tub ausprobiert, welcher wirklich toll war und danach ein tolles Tapas-Restaurant gefunden, das so leckeres Essen servierte, dass wir nach dem ersten Bissen gleich nochmal nachorderten.

Auch wenn es in Fernie nicht wirklich viel zu erleben gab – haben wir die Berge umso mehr genossen. Ich koennte stundenlang dastehen und die Berge anstarren. Aber das hab ich glaube ich schon das ein oder andere mal erwaehnt…

So wie der Highway 1 durch ganz Kanada – vom westlichen Vancouver bis ganz in den Osten nach Neufundland – geht, entkommt man auch dem Zug niemals. Egal wo man ist – dieser Zug kommt ueberall durch! Kein Entkommen!

Das Wetter haette besser nicht sein koennen. Klirrend kalt mit Sonnenschein. Kanada eben.

In dem Hotel in dem wir geschlafen haben werden gerade Mini-Haeuser gebaut, die man dann mieten kann. Ich bin ein so grosser Fan von Mini-Haeusern. Ich werde auf jeden Fall nach Fernie zurueckkommen, nur um eins dieser Haeuser Probe zu wohnen! Ich finde die Idee so toll. Kein Horten mehr. Nur das Allernoetigste und nur das, was du auch benutzt und BRAUCHST. Und sollte es dir an einem Ort nicht mehr gefallen, packst du das Haeuschen einfach auf einen Haenger und nimmst es mit. So toll! 

Auf unserem Weg zurueck nach Hause haben wir noch auf der Palmer Ranch vorbeigeschaut und Hallo gesagt. Das ist die Ranch von meiner Chefin ihrer Schwester. So supernette Leute! Julian darf dort immer mit dem Quad fahren. Strecken gibt es genug. Die Ranch ist riesengross!!!

Was nicht fehlen darf auf einem richtigen kanadischen Trip ist eine Einkehr beim Volkskaffeeladen: Tim Hortons ist fuer Kanadier wie Bier fuer die Bayern.

Es war ein wunderschoener kleiner Ausflug in meine geliebten Rockies! Ich vermisse sie schon wieder.

Zurueck haben wir eine andere Route genommen als hin, was uns an den Lundbreck Wasserfaellen vorbeigefuehrt hat. Wunderschoen zu sehen, wenn sie halb gefroren sind.

Um euch ein richtiges Gefuehl davon zu geben, hier ein kleines Video

Eventuell fahre ich am Wochenende nochmal die Berge besuchen. Die Weihnachtsmaerkte gehen los und ich moechte so gerne mal den in Canmore und Banff sehen. Die sind bestimmt sehr schoen. Mehr ueber meine Weihnachtsvorfreude und -vorbereitungen kommt bald.

“Stay tuned!”

Halloween 2018

Julian, Leon, Louis und Tristan in ihren Verkleidungen 2018. Jedes Jahr wird etwas hin- und hergetauscht mit den Kostuemen. Das ist ein grosser Vorteil bei vielen Kindern in der Familie.

Wir waren wieder bei der bombastischen Halloween-Party bei Rod und Renata eingeladen. Jedes Jahr eine so gelungene Party! Brasilianer wissen einfach wie man Parties feiert.

Dieses Jahr hab ich mein Minnie Mouse Kostuem ausgepackt.

Julian war eigentlich als Zombie-Doktor unterwegs. Wartet:

Ich moechte ihm wirklich nicht auf dunkler Strasse begegnen! Die Kostueme sind jedes Jahr der Wahnsinn. Viele machen sie selbst, was eine unglaubliche Leistung ist.

Wir “Spatzen” waren wohl mit den schaurigsten Kostuemen vertreten.

Eine wundervolle Freundin – ebenfalls aus Brasilien – Bruna als Zombie:

Und eins meiner Favoriten von dem Abend. Das Kruemelmonster.

Nachdem unsere Kinder untereinander Kostueme getauscht haben, haben wir wieder einmal feststellen muessen, wie gross unsere Kids sind. Eine wunderbare Groessentabelle ist hier zu sehen:

Mal gespannt, wie sich diese Aufstellung ueber die naechsten Jahre noch veraendern wird. Die Zeit rast nur so dahin. Ich habe heute erst zu Julian gesagt, dass ich es nicht glauben kann, dass es schon wieder Ende November ist. Es fuehlt sich an, als haette der November erst letzten Montag angefangen…. Wo geht nur all die Zeit hin….?!?!?

Happy Thanksgiving – Happy Octoberfest

In Kanada heisst das Ernte-Dank-Fest “Thanksgiving”. Es gibt Truthahn mit “Gravy” – Bratensosse und JEDE MENGE anderem Essen.

Anstelle eines Thanksgiving-Festes haben uns Freunde wieder zum Octoberfest eingeladen und es war einfach super! Besser als die Wies’n 🙂

Selbst Kanadier, die noch nie auf dem Oktoberfest waren sind sofort bereit, sich selbst eine Tracht zu naehen, umzugestalten oder billig im Kostuemladen zu kaufen (was halt leider auch extrem billig aussieht). Es wird getanzt, gegessen und viel gelacht. Es gab absolut fantastisches Essen und jede Menge Sorten Bier.

Julian wollte dieses Jahr auch endlich richtige Lederhosen haben zum Oktoberfest, welche auch superpuenktlich mit der Post (von Amazon) ankamen. Das war die kleinste Groesse die zu haben war. Da kann er jetzt noch reinwachsen und sie fuer immer tragen. Ich finde, er sieht umwerfend aus in Lederhosen! Scheint, als haetten sich mein Bruder und mein Sohnemann abgesprochen im Outfit:

Ich hatte ein paar Lieder rausgesucht, die fuer Stimmung und Lacher sorgten, so wie z. B. das “Fliegerlied” – “Es ist so ein schoener Tag”. Auch wenn kaum einer verstand, was gesungen wird, war es ein riesen Spass zuzuschauen, wie alle Fliegerbewegungen machten oder so gross waren wie ein Tiger 🙂 Leider wurde genau dieser Tanz verpasst aufzunehmen!

Wer jetzt immer noch nicht weiss, was gemeint ist, fuer den hab ich hier einen Link zu Youtube von einem Flashmob vom Fliegerlied am Grazer Hauptbahnhof:

 

Indian Summer

Indian Summer ist hier in Kanada das atemberaubende Farbenspiel des Herbstes. Jeder Tag, ja fast schon jede Stunde scheint es, als wuerden die Farben wechseln. Alle Nuancen von Orange, Rot, Gelb, Gruen und Braun, die die Farbpalette zu bieten hat. Es ist einfach wunderschoen! Seht selbst:

Das sind Snap Peas – Zuckererbsen. Der Duft dieser Blueten ist einfach unfassbar! Solltet ihr jemals die Chance haben eine Nase voll zu nehmen… steckt eure Nase tief in diese Blueten! Es lohnt sich! 🙂

Das hat diese kleine Wespe sich wohl auch gedacht, als sie kopfueber in diese Bluete rein ist. Hoffentlich findet sie den Rueckwartsgang wieder raus.

Ich koennte hier locker 100 Bilder reinstellen von den Farbspielen…

Ich glaube, Herbst ist hier zu meiner neuen Lieblings-Jahreszeit geworden.

Delilah – der Hund meiner Chefin – war auch ganz ausser Rand und Band ueber diesen wunderschoenen Tag. Hier mit ihrem Lieblingsspielzeug, das ich ununterbrochen fuer sie werfen muss.

Wie ihr euch evtl noch erinnert, hatten wir hier noch Schnee bis in den Mai hinein. Da war Deutschland schon am Badesee und in den Freischwimmbaedern. Tja, was soll ich sagen. Dieser wunderschoene Herbst hat in etwa 3 Wochen gedauert und schwupps sind wir schon im Winter. Seit 2 Wochen haben wir wieder Schnee.

Und was war das ein Chaos am ersten Tag. Als wuesste es Kanada – und seine Einwohner – nicht besser. Ich war vorbereitet und meine Winterreifen waren aufgezogen! Ich war aber wohl die Einzige. Es hatte die ganze Nacht hindurch geschneit. So richtig! Und was am naechsten Morgen hier los war…. O mei!

Ich ueberlegte an diesem Tag, das Auto evtl stehen zu lassen und zur Arbeit zu laufen, was mich so in etwa 40 Minuten kostet per Fuss. Ich hatte keine Angst, dass ich nicht fahren koennte oder dass ich rutschen wuerde. Ich hatte Angst, dass all die Anderen, die ich an dem Morgen mit ihren Autos den Berg runterrutschen sah und/ oder auf die andere Strassenseite, dass die in mein Auto reinfahren. Aber 40 Minuten im Tiefschnee laufen und noch dazu der Gefahr ausgesetzt zu sein, dass mich am Ende noch ein Auto so erwischt, war dann doch zu viel. Und was soll ich sagen…. es hat sooooo Spass gemacht. Meine teuren Reifen lohnen sich einfach jeden Winter hier. Es gibt so ueberhaupt keine Probleme mit dem Fahren. Null. Es war richtig toll.

Ein wenig wie ein Hindernislauf. Gleich hier am Ende der Strasse hing ein Laster am Hang fest. Bei dem Versuch, den Berg hochzufahren ist er anstattdessen rueckwaerts runtergerutscht bis er schlussendlich an einem parkenden Auto hingenblieb. Polizei war an diesem Morgen einfach ueberall.

Dem Laster folgten noch ein auf Abwege geratener Bus und etliche Autos, die mir im Kreisel gefaehrlich nahe auf die Pelle RUTSCHTEN. Es mussten aus den umliegenden Staedten und Doerfern die Feuerwehren zum Schnee beseitigen geholt werden. Was ich wirklich nicht verstehe, da es auf allen Wetter-Apps die gleiche Schneewarnung gab. Schon Wochen bevor. Schlechte Vorbereitung Calgary!

Auch wenn es ein wenig schade ist, dass der Sommer – und wohl auch der Herbst – schon vorbei sind, sieht es doch immer wieder wunderbar aus und es macht das Zuhause nur noch gemuetlicher.

Hier vorm Haus sieht es aus, als haetten sich eine Katze und ein Igel im Schnee versteckt

 

PS: Mit dem Verlust des alten Laptops habe ich wohl auch die deutschen Umlaute mit den Strichelchen verloren. Es gibt wohl einige Tricks, wie man mit einer amerikanischen Tastatur diese Umlaute schreiben kann, aber ich bin noch nicht ganz dahintergestiegen. Wer was weiss, bitte kommentieren. Und wer dazu nichts weiss, darf trotzdem gerne einen Kommentar hier lassen. Ich freue mich drueber!

 

Seit gespannt auf den naechsten Beitrag naechste Woche. Wir waren auf dem Oktoberfest!!!

Kinder

Nach meinem Abschluss habe ich wieder Vollzeit das Arbeiten angefangen, warum nur wenig Zeit blieb um meinen Blog zu aktualisieren. Auch hat zwischenzeitlich mein Laptop das Zeitliche gesegnet und es hat eine Weile gedauert, bis mir ein anderer gefallen hat. Aber jetzt gehts wieder los. Es gibt viel zu berichten:

Das die Zeit rasend schnell vergeht ist nichts neues. Die Woche hat kaum angefangen, da ist sie auch schon wieder rum. So gehts auch mit den Kindern.  Wenn Eltern einem diesen Satz sagen, dass die Zeit noch viel schneller vergeht, wenn man erstmal Kinder hat, stimmt zu 100%. Gerade bringt man sie noch zum Kindergarten und schwupps…. sind sie 15 Jahre alt und schauen einem von oben herab an.

Im August haben wir Julians 15. Geburtstag gleich 3 mal gefeiert. Einmal mit der Familie mit Essen gehen:

Einmal mit Julians Freunden beim Paintball spielen:

Wahnsinn, was die da aufgebaut haben mitten im Wald. Es gibt bestimmt 20 (!) verschiedene “Kampfarenen”, in denen man als Gruppe (mit seinen Freunden) rein kann und sich mit kleinen Farbkugeln, die aus dem Paintballgewehr geschossen werden, gegenseitig abschiessen kann. Die Jungs hatten so viel Spass. Keiner wollte heim. Und alle wollen wieder hin.

Und nochmal wurde gefeiert mit Familie und Freunden gemeinsam in einem wunderschoenen Park hier in Calgary:

Es war ein wundervoller Tag und alle hatten viel Spass. Julian ist jetzt in der 9. Klasse hier in Calgary in der Mount Royal Junior High School. Langsam finden sich auch Freunde in dieser neuen Schule, was mich als Mama natuerlich sehr freut. Eigentlich wuerde er ja schon in der 10. Klasse sein, aber da wir ihn ein Jahr wiederholen liessen als wir nach Kanada kamen, ist er erst in der 9.

Total verrueckt, dass Julian schon in einer so hohen Klassenstufe ist. Ab naechstem Jahr gehts dann auf die Senior High School.

Ansonsten geht es uns sehr gut. Der Antrag fuer das neue Visa ist per Post raus und jetzt heisst es wieder warten, warten, warten….. Und jeder gedrueckte Daumen ist herzlich willkommen in unserem Visakampf. Danke schonmal im Voraus! Es war ein langer langer langer Prozess bis zum Abschicken des Antrags auf LMIA (Labour Market Impact Assessment). Dieses Visa ist da, um einen auslaendischen Arbeiter ins Land zu holen. In Kanada bekommt man nicht so einfach und schnell ein Visum. Ich finde es sogar sehr gut, wie sich das Land absichert. Bevor ein auslaendischer Arbeiter ein Arbeitsvisum erhaelt muss der Arbeitgeber, der den Arbeiter einstellen will, der Behoerde nachweisen, dass er keinen Kanadier fuer diese Stelle gefunden hat. Nicht nur das, er muss auch nachweisen, dass er ueber Wochen hinweg auf verschiedenen Plattformen und Zeitungen die Stelle ausgeschrieben, die ankommenden Bewerbungen durchgesehen, mit moeglichen Kandidaten ein Interview gefuehrt hat, er aber keinen geeigneten Kandidaten gefunden hat. All das – Stellenausschreibung, Annoncen, Interviews, Tabellen, Papiere usw – muss dokumentiert werden. Dann kann man einen Antrag stellen, einen Nicht-Kanadier fuer diese Stelle einzustellen. Danach wird der Arbeitgeber von einem Officer der kanadischen Behoerde per Telefon interviewt ueber den Prozess und die geplante Einstellung. Danach entscheidet der Officer, ob dem Antrag stattgegeben wird oder nicht. Und dann ist es noch immer nicht vorbei. Dann kommt der auslaendische Mitarbeiter – Ich –  ins Spiel. Ich muss auch allerhand Papierkram ausfuellen und mich fuer die Stelle bewerben, sowie nachweisen, dass ich geeignet bin. All das klingt nicht nur stressig und nervenaufreibend, es ist es auch!

Aber all das – das ganze Auslandsabenteuer – geht nur mit einer Regel:

Einen Schritt nach dem Anderen!” Und sind die Schritte manchmal auch nur winzig. Was zaehlt, ist, dass man ihn macht!

Wir sind jetzt schon ueber 2 Jahre hier in Kanada und ich bereue gar nichts. Es war unfassbar schwer. Und das nicht nur einmal oder zweimal in diesen letzten Jahren. Oft gab es einen Punkt, wenn man alles in Frage stellt und einem der Rueckzug und damit “Aufgeben” so leicht erscheint und so verlockend. Aber wir sind nicht einfach so hierher gekommen. Wir wollten und WOLLEN immernoch hier sein. Und wir boxen uns weiterhin durch. Eins nach dem Anderen. Wir sind ja auch nicht mehr so alleine wie am Anfang. Wir haben so viele wundervolle Freunde und Bekannte gefunden. Es ist ein Segen!!!

Bitte drueckt uns weiterhin die Daumen 🙂

 

Vereinte Familie

Vor ein paar Wochen hatten wir das wunderbare Glück unsere Eltern bzw. Großeltern hier in Calgary am Flughafen abholen zu dürfen. Wir hatten so viel vor mit ihnen, doch die Zeit vergeht einfach zu schnell. Ich denke, sie hatten trotzdem eine fantastische Zeit bei ihren Kindern und Enkeln hier.

Anfangs hab ich ihnen ein bisschen was von Calgary gezeigt. Leider bin ich wohl schon ganz Kanadier. Denn wenn dir ein Kanadier sagt, dass etwas gleich um die Ecke – also nicht weit – ist, dann musst du da schon anders denken als in Deutschland. Um die Ecke kann hier so 2 Stunden entfernt sein.

Als ich meine Eltern zu einem Spaziergang eingeladen habe, ist aus dem Spaziergang ein 3-stündiger Marsch durch einen Teil von Calgary geworden. Gut. Man muss auch sagen, in diesen 3 Stunden waren wir immerhin auch frühstücken, aber so richtig aus dieser Zeitnummer bin ich ihren ganzen Urlaub hindurch nicht mehr rausgekommen. Wenn ich fragte, ob jemand ein kleinen Spaziergang machen möchte, war die Begeisterung nicht sehr groß.

Bow River Walk in Calgary

Papa ist in seinem Element. Er sammelt Steine um sie für Massagen zu verwenden. Na, die Kofferverfrachter am Flughafen werden ihre Freude haben.

Natürlich gab es auch zahlreiche Lagerfeuer bei meinem Bruder im Garten. Das darf in unserer Familie nicht fehlen.

Auch hat mein Papa sich mal umgeschaut, was es für Unterkünfte hier in Kanada gibt.

Schon ziemlich am Anfang ihres Urlaubs hab ich sie zu einer Wandertour geschleift. Ich habe hier einen Beitrag über eine Wanderung mit dieser Gruppe geschrieben, wenn ihr euch noch erinnert. Das war letzen November glaube ich. Tja, seitdem hatte ich es nicht mehr geschafft zu einer weiteren Wanderung mit ihnen zu gehen und hab es sehr vermisst. Da hab ich mir gedacht, wir könnten ja alle zusammen mitkommen und einen tollen Tag in den Bergen genießen. Gesagt – getan.

Es ging – schon mit etwas Verspätung – zum vereinbarten Treffpunkt mit der Wandergruppe und dann eine Stunde Fahrtzeit in die Rocky Mountains, nach Kananaskis. Das war schon etwas lang die Anreise. Ich war mir nicht ganz sicher, ob mein Sprit dafür reichen wird. Aber hat alles geklappt. Endlich am Ausgangspunkt angekommen waren wir alle schon sprachlos. Schaut euch diese Berge und diese Farben an!

Es konnte also losgehen. “Der Berg ruft!” Zu meiner Verteidigung möchte ich vorab schon mal erwähnen, dass ich – wie bereits gesagt – erst einmal mit dieser Gruppe gewandert bin und da war es recht angenehm und nicht allzu schwierig…

In den ersten 5 Minuten sind wir bereits von allen anderen (insgesamt um die 25) abgehängt worden und ich hatte Panik den Anschluss zu verlieren. Also hab ich hier bereits schon angefangen, meine Eltern zu bitten doch einen Gang höher zu schalten damit wir nicht verloren gehen. Begeistert waren sie nicht! 😉

Die Natur und die Aussicht war der Wahnsinn. Einfach fantastisch. Wobei es schon eine ganze Ecke stets bergauf ging. Nach ca. 20 Minuten kam die Gruppe an einem Bergbach an. Weit und breit keine Chance ihn zu umgehen. Da mussten wir jetzt sprichwörtlich durch. Das war der Moment, an den wir noch lange lange denken werden als Familie. Mein lieber Papa hat – ganz Gentlemen – meiner Mama beim Überqueren helfen wollen. Nur anstatt sie sicher zu halten und sie trocken ans andere Ufer zu bringen ging sie baden. Ganzkörper! Im eiskalten Bergbach!!!

Am Ende war mein Papa noch staubtrocken und meine arme Mama – vollgepumpt mit Adrenalin – tratschnass. Und das nach der morgendlichen Anreise und dem Aufstieg. Jeder dachte das Gleiche: “Jetzt geht es wieder zurück zum Auto. Das war´s. Sie wird keinen Schritt mehr weitergehen.”

Doch da hat sie uns allen gezeigt, was in ihr steckt. Nichts da aufgeben! Mit ein paar trockenen Sachen versorgt ist sie 2 Minuten später mutig weitergewandert! Wir waren ganz schön baff. Uns hat es nur beim Durchlaufen des Bergbaches fast die Waden abgefroren. Es war so kalt, dass du dachtest ein wildes Tier beißt dir in die Waden! Ich hätte mit 100% Sicherheit einen Herzinfarkt gehabt, wenn ich in diesem eiskalten Wasser gelegen hätte. Aber wie meine Mama in den darauffolgenden Wochen immer wieder widersprach: “Das war nicht kalt!” Adrenalin ist schon eine tolle Sache! Meinen allergrößten Respekt Mama! 🙂

Wer jetzt glaubt, das wäre der schwierigste Part dieser Wanderung gewesen, den muss ich enttäuschen. Danach ging es über riesige, scharfkantige Felsbrocken, die sich mit Eisschichten abwechselnden. Es kam mir eher vor wie in einem Überlebensparcours.

Wenn man nicht aufgepasst hat, ist man auf den Eisplatten ausgerutscht oder einfach durchgebrochen und mit dem Bein an scharfen Felsbrocken entlang geschrammt.

Nach einem unendlichen aber atemberaubenden Aufstieg auf den Mount Arethusa (2912 m) wurden wir dann mit diesem Ausblick belohnt:

Oben angekommen, gab es Picknick für uns und noch mehr trockene Klamotten für meine Mama. Die Kanadier sind einfach so hilfsbereit. Es war wie bei der Kleiderspende. Von allen Seiten kamen Beiträge: Eine Hose, trockene Strümpfe, eine Mütze. Kanadier sind wohl immer für den Ernstfall vorbereitet.

An diesem Bergbach gab es noch ziemliche warme Bärenspuren! Überhaupt war die Gruppe den ganzen Tag bemüht alle beisammen zu halten, da gerade Bärenwarnung in der Region war. Auch wenn jeder Urlauber in Kanada gerne einen Bären in freier Wildbahn sehen möchte ändert man dann doch recht schnell seine Meinung während man durch einsame, verdächtig stille Wälder wandert. Ich möchte ihm bitte nicht begegnen.

Überglücklich es auf den Gipfel geschafft zu haben und noch am Leben zu sein gab es dann tolle Fotos mit frohen Gesichtern.

Kanada – wir lieben dich!!!

Auch der Abstieg war nicht einfach. Wenn auch eine andere – nicht so schwierige –  Route genommen wurde:

Aber alles mit Spaß und guter Laune.

Die Wandergruppe ist einfach fantastisch. Jeder schaut auf jeden und egal wie schnell manche sind, es wird immer auf die Langsamsten geachtet und angepasst. Also an uns 😉

Der Tag war gefüllt mit ATEMBERAUBENDER Natur und dem Gefühl, wieder einmal zu wissen, warum man im schönen Kanada ist.

So schnell wird wohl keiner mehr mit mir wandern gehen. Aber ich finde es hat sich gelohnt und war die Mühe wert. Ein Bild zusammen mit so erschöpften aber glücklichen Eltern bekommt man nicht alle Tage zustande 🙂

Auf unserer Heimfahrt haben wir dann tatsächlich den Traum aller Urlauber erlebt. Ein echter Grizzly! Direkt vor unseren Nase.

Und das im wunderbar geschützten Auto! Was war ich froh, dass er uns nicht mitten im Wald “Hallo” sagen wollte.


Auf das ihr ganz bald wiederkommt. Es war so schön euch hier zu haben und mit euch Zeit zu verbringen!

Das Licht am Ende des Tunnels

Liebe Freunde! Liebe Familie! Liebe Traveller!

Es gibt wunderbare Neuigkeiten! Ich bin staatlich geprüfte Massage-Therapeutin, studiert am College für traditionelle chinesische Medizin in Calgary!

Das letzte Jahr war wohl eines der Schwierigsten in meinem Leben. Um nach meinem Work-and-Travel-Jahr weiterhin in Kanada bleiben zu können, musste ich noch einmal zur Schule gehen. Als ich mir das Massage-Programm am College für traditionelle chinesische Medizin ausgesucht habe, dachte ich noch, dass das nicht so schwierig werden kann, da ich ja schon Ausbildungen in Massage von Deutschland habe. Natürlich würde es mit der Sprache nicht so einfach werden, aber das war so meine einzige Sorge.

Alles kam anders, als die Schule letzten September losging. Die Lehrer hatten zu 80 % einen fremdländischen Akzent, der es mir sehr erschwerte, zu verstehen, was sie mir da beibringen wollten. Auch sind sie extrem schnell im Reden und setzen voraus, dass du auch schnell im Auffassen bist. Was du im Unterricht nicht verstehst, musst du am abend zuhause nachholen und selbst rausfinden. Viele Schüler in meiner Klasse arbeiten nebenbei nur ein paar Stunden oder überhaupt nicht. Ich dagegen bin nach Schulschluss jeden Tag direkt zur Arbeit gefahren und habe bis abends gearbeitet. Danach ging es heim, essen kochen und dann an die Bücher. JEDEN TAG der gleiche Ablauf. Es war so ermüdend. Es gab viele viele Tage, an denen ich aufgeben wollte, an denen es Tränen gab und Zweifel, ob ich das alles schaffe.

Ihr habt es ja ein wenig hier mitverfolgen können, wie viel es an Stoff war zu lernen.

Aber! Am Ende ist man nur stärker und die Grenzen, die man vorher im Kopf hatte, kann man jetzt weiter stecken. Man schafft nämlich sehr viel mehr als man denkt.

Letzte Woche habe ich die letzten Prüfungen geschrieben (Akkupunktur-Theorie-Examen; Akkupunktur-Location-Examen; Kinesiologie und Mikrobiologie) und am Samstag hatte ich meine Abschlussfeier im großen Rahmen.

Es war eine wunderschöne Zeremonie!

Ich war sehr aufgeregt, konnte es aber auch genießen und bin seit der letzten Prüfung gefühlte 100 Kilo leichter an emotionalen Gewicht.

Dieses ganze Jahr voller Stress, Anspannung und Hektik zeigt einem erst, wie kostbar Zeit doch ist. Nach all dem abendlichen Lernen ist es jetzt ein wahrer Genuss ohne schlechtes Gewissen, – dass man eigentlich über den Büchern sitzen sollte- , einen Film zu schauen. Ein Buch zu lesen oder einfach nur so lange man lustig ist auf dem Balkon zu sitzen. Das alles hab ich mir das letzte Jahr nur sehr sehr selten erlaubt, weil es zu viel zum Lesen, Schreiben und Lernen gab.

Meine Eltern konnten leider an meiner Abschlussfeier nicht dabei sein. Sie waren ein paar Wochen vorher hier und haben mich und meinen Bruder und Familie besucht, was so wunderbar war. (Beitrag folgt)

Meine “kanadischen Eltern” wie ich sie nenne, haben meine Eltern wunderbar vertreten. Sie kümmern sich genauso liebevoll um uns wie richtige Eltern. Egal was ist – ich kann immer auf sie zählen!

Das sind Hans und Gisela – meine kanadischen Eltern, die aber wie ihr euch schon denken könnt auch eingewanderte Deutsche sind – mit Julian und mir bei meinen Abschluss. Es war wunderbar sie dabei zu haben und diesen Tag gemeinsam zu feiern.

Die Zeremonie war wie gesagt wunderschön und der ganze Stress und die Schufterei lohnt sich am Ende. Ich bin sehr stolz auf mich, das geschafft zu haben.

(Das wollte ich schon immer mal machen!) 🙂

Am Ende des Monats bekomme ich mein Diplom über die Ausbildung zur Massage-Therapeutin hier in Calgary in Kanada. Das muss ich mir manchmal noch immer laut vorsagen. Wir sind hier in Kanada und leben unseren Traum!

Julian war in diesem Jahr ein so große Stütze für mich. Er hat sich nie beschwert, dass ich nicht genug Zeit für ihn habe. Hat in der Schule Bestnoten geschrieben, sodass ich mir darum auch keine Sorgen machen musste und hat überall mit angepackt wo auch immer ich Hilfe brauchte. Er ist der BESTE!!!! Der ALLERBESTE SOHN, den es nur geben kann!

Jetzt steht nur noch – oder schon wieder – der größte unserer Träume an endlich verwirklicht zu werden. Denn auch wenn es so aussah, dass ich nach diesem Jahr studieren in Kanada eine Arbeitserlaubnis bekomme, hat sich das leider zwischenzeitlich schon wieder geändert….. Um das bekommen zu können, muss man auf eine der richtig großen Schulen in Calgary gehen. Jetzt wird vielleicht der eine oder andere fragen, warum ich das nicht gemacht habe. Die richtig großen Schulen hier in Calgary kosten auch richtig großes Geld. Als internationaler Schüler zahlt man hier nicht die gleichen Gebühren wie ein kanadischer Schüler. Als ausländischer Schüler zahlst du zwei- bis vierfach (!) mehr an Gebühren. Das wäre in meinem Fall dann 8000 $ (als kanadischer Schüler) und 16.000 bis 32.000 $ (!!!!) als internationaler Schüler. Wohlgemerkt nur für das erste Jahr. Das gleiche dann nochmal für´s zweite Jahr. Genau! Unglaublich.

Wir gehen jetzt den Weg über den Anwalt um an eine “LMIA”-Arbeitserlaubnis ranzukommen.

Drückt uns alle bitte bitte auch weiterhin die Daumen. Wir danken es euch von Herzen!

Ich gehe jetzt erstmal einen Kaffee trinken. Ganz ohne Schulunterlagen und Stress 😉