Wolken- und Wasserpracht

Wie im letzten Beitrag versprochen, zeige ich euch heute mein neuestes Hobby. Meine Chefin hat von ihrem Mann jede Menge T-Shirts aussortiert und wollte sie wegschmeißen. Nach ein wenig googeln war ich überschwemmt von Ideen, was man aus alten T-Shirts alles machen kann.

Es gibt jede Menge Ideen, verschiedene Teppiche daraus zu machen. Aber zuerst müssen all die T-Shirts in Streifen geschnitten werden. Das hat auch nur ein paar Wochen gedauert….!! Mach ich persönlich nicht wieder. Wem das auch zu viel Aufwand ist, dem sei gesagt, dass man T-Shirt-Stoff-Streifen auch fertig geschnitten (wie Wolle) kaufen kann. Aber wo ist da der Sinn von recyceln?! Eben. Also. Die Streifen waren geschnitten und zu großen Ballen aufgerollt um mit der eigentlichen Arbeit beginnen zu können.

Das ist das Ergebnis aus ca. 13 T-Shirts

Mein erstes Projekt ist ein geflochtener Teppich. Du suchst dir 3 Farben aus und fängst an zu flechten. Je nachdem wie groß du den Teppich haben willst, flechtest du – nachdem eine Farbe fertig ist – mit einer anderen weiter. Ich wollte aber einen dreifarbigen kleinen Teppich. Tada…

Da ist er. Der kleine blau-weiße im Vordergrund. Der liegt jetzt im Bad vorm Waschbecken und sieht so schön aus!
Es war aber auf jeden Fall ne Menge Arbeit.

Aber lohnt sich.

Ein paar Wochen später – nachdem ich mich vom ersten Projekt erholt habe, hab ich es mal mit Weben probiert. Das war viel einfacher und auch sehr schön.

Und das ganz ohne Webrahmen. Youtube zeigt dir wie. Suche dir einen Karton, der die Größe des Teppichs hat, den du machen möchtest. Schneide jeden Zentimeter mit einem Messer eine Ritze ein. Wiederhole das auf der anderen gegenüberliegenden Seite. Jetzt spannst du einen starken Faden oder Wolle in Zick-Zack von einer Seite zur anderen.

Dann schneidest du vom T-Shirt-Stoff gleichlange Streifen ab und webst sie abwechselnd in den Webrahmen. Sehr entspannend. Ein bisschen meditative Arbeit.

Die Hälfte ist geschafft

Und schon ist das zweite Projekt fertig und ziert unsere Tür zum Balkon. Julian meinte beiläufig, wo wir all die Teppiche hinlegen wenn ich so weiter mache. Wo er recht hat… Damit ist jetzt erstmal Pause. Aber ich weiß schon, dass ich als nächstes Platzsets mache. Wahrscheinlich geflochtene.

Da wir einen wunderschönen warmen Sommer haben hier und alles nochmal doppelt so schön ist in den Bergen sind Julian und ich auch mal wieder Kanufahren gegangen in Banff. Schaut selbst. Da brauche ich glaube ich nicht viel zu zu sagen.

Einfach Wahnsinn. Dieses Wasser!!!

KANADA

Aber auch wenn wir in Calgary bleiben gibt es gerade die Straße runter einen wunderschönen Fahrradweg am Bow River entlang. Den könnte man den ganzen Tag lang fahren bis man am Ende ankommen würde.

Das hier unten ist die Peace-Bridge (Friedensbrücke). Ziemlich stylish. An einem Ende gibt es jede Menge “Kanada-Stühle” zum relaxen und Leute beobachten.

Einfach toll. Cafe’s gibt es auch jede Menge um die Ecke, sodass man es einige Zeit dort aushalten kann. Oder auch einen ganzen Nachmittag.

Arbeitstechnisch durfte ich letzte Woche auch mal was ganz anderes machen. Nämlich Saskatoon-Beeren pflücken. Meiner Chefin ihre Familie hat eine ökologisch geführte Farm, die unter anderem auch reihenweise Saskatoon-Büsche hat.

Zum Feld ging es mit dem Fahrrad. Was für ein Leben.

Kathleen und ich und Didi (ganz klein im Bild)

Unsere Ernte konnte sich sehen lassen. Das meiste ging in die Tiefkühltruhe und wird im Laufe des Jahres zu Kuchen oder Marmelade verarbeitet von mir.

Die letzten acht Wochen hatten wir unglaubliche Himmel. Die Wolken haben total verrückt gespielt und uns die schönsten atemberaubendsten Schönheiten gezeigt.

Das war an einem Nachmittag im Juli… Wetterkenner können wahrscheinlich schon voraussagen, was wir hier gleich per Alarmmeldung aufs Handy erhalten haben…
Wir hatten doch tatsächlich eine Tornadowarnung hier!
Gott sei Dank ist aber nichts und niemandem was passiert.
Nachts sieht die Skyline immer so ruhig aus und fast so wie ein Poster. Wenn da nicht die ganzen Alarmsignale von Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen wären.

Diesen Monat bin ich viel mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren oder manchmal auch einfach gelaufen. Die Strecke ist einfach zu schön um mit dem Auto schnell daran vorbeizufahren.

Die Strecke führt durch diesen kleinen Wald, der mich ein wenig an den schönen Spessart erinnert.
Dann gehts über diese Brücke auf die andere Flussseite und den Berg hoch und schon bin ich bei der Arbeit.
Am Wochenende wird schön gemütlich bei Sonnenschein auf dem Balkon gefrühstückt
Und natürlich Kuchen gebacken!

Das hier ist meine neueste Erfindung. Nusseckenkuchen! ALLE hier sind total verrückt nach meinen Nussecken und fragen nach Nachschub. Ein Freund LIEBT sie wirklich sehr und scherzt immer, dass er zu wenige bekommt. Dem hab ich dann diesen Nusseckenkuchen gebacken und was soll ich sagen – er war sprachlos. Sprachlos glücklich.

Mit meiner Freundin Renata war ich auch endlich mal am weltbekannten Emerald Lake, der ca. 3 1/2 Stunden von Calgary weg ist. Gerade in der Sommerzeit sind diese Touristenorte überschwemmt mit Leuten und es ist schwierig überhaupt einen Parkplatz zu bekommen, geschweige denn den See und die Landschaft in Ruhe zu genießen. Wir sind also schon ganz früh los.

Das Wetter auf der Hinfahrt war absolut bescheiden. Es hat gegossen! Am Emerald Lake angekommen hat es dann nur noch genieselt und wir haben uns entschieden um den See zu laufen, auch wenn wir nass werden sollten.

Und nass war es auch! Aber das innere Kind hat sich geregt und wir sind fröhlich pfeifend und singend den wunderschönen Pfad entlang gewandert
Diese Blumen heißen “Indian Paintbrushes” (indische Farbenpinsel). Ist das nicht zauberhaft?!
So war das Wetter als wir ankamen am Emerald Lake
Hier hat es immer noch geregnet. Aber was solls!
Die Wolken und der Regen mit ihnen sind nach und nach verschwunden
Was für Schichten! Traumhaft schön. Auch ohne Sonnenschein. Oder gerade mal deswegen.
Kanada – oh du wunderschönes Land!

Gib uns doch endlich eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis! An dieser Front gibt es leider IMMER noch nicht viel Neues zu berichten. Der Anwalt, den ich geheuert habe ist dran; es wurden alle möglichen wichtigen Leute eingeschaltet die wir kennen; neue Anträge gestellt und ich hab sogar meinen Englischtest nochmal wiederholt um auch nur einen einzigen Punkt mehr zu bekommen als letztes Mal. Der Test ist 3 Stunden lang und besteht aus vier Teilen: Lesen, Schreiben, Zuhören und Reden. Hat auch geklappt. Hat mir für meinen Antrag sogar 28 Punkte mehr eingebracht. Jetzt hoffen wir, dass das auch was bringt. Daumen drücken Leute. Weiterhin Daumen drücken!

Bloß nicht so machen wie unsere drei Freunde hier, die sich momentan als Cowboys verkleidet haben für die alljährliche Stampede hier in Calgary. Welche wegen Covid-19 dieses Jahr auch ausfallen musste
Das sind eher schöne Aussichten. Von einer Terrasse von Freunden, die weit außerhalb von Calgary dieses wunderschöne Anwesen haben.

Hier ein paar wunderschöne Blumen, von denen anfangs keiner richtig wusste, was sie sind. Aber es sind tatsächlich Pfingstrosen. Außergewöhnliche. Ich habe sie vor einer Poststelle in Banff entdeckt. Meine Chefin hat diese Sorte auch noch nie gesehen.

Das hier unten ist ein Baum, den es hier in Calgary oft gibt und ich bin immer wieder von seiner goldenen bronzefarbenen Rinde fasziniert. Ist das nicht wunderschön!?

Ich hatte 2 Tage frei und ich hab Julian schon lange versprochen, dass ich – wenn ich mal unter der Woche frei habe – mit ihm zur Brauerei BigRock Schnitzel essen gehe mit ihm. Wer es nicht weiß, die Brauerei BigRock gehört der Familie meiner Chefin. Ihr Vater Edward McNally hat sie zusammen mit einem österreichischen Braumeister in den 80ern erbaut. Dort gibt es neben der Brauerei auch ein Restaurant, welches von zwei Österreichern geführt wird.

Es gibt einen Biergarten mit einer “Gaudi-Hütten”
Supergutes Schnitzel!!

Martin hat in einem Gebrauchtwarenladen Bierdeckel gefunden und hat unseren Kindern mal gezeigt, wie wir früher unsere Zeit in Restaurants verbracht haben bis das Essen kam. Sie waren ganz begeistert und haben fleißig Türme gebaut. Am Schluss – als jeder einen Turm fertig hatte – wurden die Bauwerke dann auf Erdbeben-Standhaftigkeit geprüft und es wurde von allen Seiten am Tisch gewackelt bis keiner der Türme mehr stand.

Martin als alter Profibauer hat natürlich gewonnen

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Julian war ja eigentlich direkt von Anfang an ein guter Autofahrer.

Und so ein gutaussehender Fahrer noch dazu!

Mittlerweile bin ich nur noch Beifahrer und hab gar nichts zu tun, haha.

Da kann man mal ein Foto nebenbei machen

So, jetzt habt ihr wieder mal ein Update bekommen, was bei uns so die letzten paar Wochen los war und womit wir unsere Freizeit verbracht haben.

Mit ein paar weiteren wunderschönen Sonnenuntergaengen über Calgary sag ich

“Bis zum nächsten Mal”

Liebe Grüße

Marion und Julian

Back to normal

Ich hoffe ihr alle habt Corona soweit gut überstanden. Was für ein Aufwand, oder?! Was für Verluste! Es hat die Welt ganz schön auf den Kopf gestellt. Hier in Kanada – wie auch in den meisten anderen Ländern – gehen die Zahlen nur noch runter. Genau da sollen sie auch bleiben! Normalität kehrt – in etwas anderer Art und Weise – wieder zurück. Restaurants sind offen (mit Hälfte der Tischbesetzung und neuen Regeln). Hier direkt um die Ecke an der 17th Ave haben die Restaurants und Bars viele Tische nach draußen auf den Gehsteig geräumt um den Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Dafür wurde dann eine Fahrbahn gesperrt, die jetzt “Ersatzgehsteig” ist. Geht alles.

Seit letzten Freitag (12. Juni) befindet sich Alberta in Stufe 2 der Wiedereröffnung nach Covid-19. Es sollen u. a. Schwimmbäder, Fitnessstudios und Massagepraxen wieder anlaufen. Mal sehen wie das so läuft.

Alte Feuerwehrwache und das Bow-Building

Ich finde es sehr schwierig Leute ernst zu nehmen, die sich den ganzen Tag beschweren, dass sie für Wochen zuhause sitzen mussten (und eine Serie nach der anderen schauen “mussten”). Was ist dabei, etwas “Extra-Urlaub” zu haben. Einfach mal runterzuschalten und uns dessen bewusst zu werden, was wir alles Gutes haben. Es könnte auch Krieg sein, Bomben auf uns niederprasseln, unsere Heime und Häuser zerstört sein, so wie das viele unserer Großeltern erleben mussten als sie kurz nach dem 1. Weltkrieg die spanische Grippe durchlebten.

(Eichhörnchen sind hier immer und überall unterwegs)

Alles was wir “aushalten” müssen ist, im Supermarkt etwas anzustehen und eine Maske zu tragen. Unsere Hände öfter zu waschen und wachsam zu sein. Das ist alles. Ich hab kein Verständnis für die Jammerer da draußen. Wer sein Geschäft schließen musste, natürlich, das ist was anderes. Wer um seine Existenz kämpft oder um ein Familienunternehmen, das seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten besteht und jetzt eventuell vor dem finanziellen Aus steht hat absolut recht zu jammern und seinen Gefühlen Raum zu geben.

(Wir haben auch mal wieder Max abgeholt und sind mit ihm spazieren gegangen. Er hat in der Quarantänezeit auch ein paar Kilos zugenommen glaube ich)

Meiner Meinung nach macht das alles mit Covid-19-Maßnahmen nicht sehr viel Sinn. Erst wird alles KOMPLETT dicht gemacht und jetzt machen Fitnessstudios und Kinos wieder auf?! Wie soll das laufen mit Sicherheitsabstand? Habe jetzt erst in der New York Times gelesen, dass man sich nicht in geschlossenen Räumen aufhalten soll mit anderen, da sich der Virus hier recht schnell über die Luft verbreiten kann. Haben wir überreagiert mit der Schließung aller Läden, Studios, Restaurants usw oder warum kann jetzt alles wieder so schnell zur Normalität zurückkehren. Die Straßen sind wieder voll mit Leuten. Abstand halten und Masken tragen lässt nach wohin man auch schaut. Leute vergessen sehr schnell und passen sich der Mehrheit an. Herdentrieb eben. Ich weiß ja nicht. Lassen wir uns mal überraschen, was als nächstes kommt und wie es weitergehen wird.

Viele Brauereien haben in der Zeit auf Desinfektionsmittel umgestellt und in Dosen und Flaschen verkauft. Gab es das auch in Deutschland?

Hallo aus meiner Bäckerei

Ich habe meine freie Zeit mal wieder mit Backen verbracht und einige Nachbarn und Freunde glücklich gemacht. Es gab Wiener Apfelstrudel…

Das fertige Ergebnis

und Schokoladen-Mandelmus-Toffees

Julian und ich haben eine Fahrradtour zum Fluss gemacht, was wunderschön war.

Wir hatten spitze Wetter

Am Fluss sieht man überall die kanadischen Wildgänse mit ihren Jungen

Das ist unser abendlicher Ausblick von unserem Balkon. Ich hab momentan Kräuter und 2 Tomatenpflanzen sowie Erdbeeren wachsen. Hier lässt es sich im Hochsommer (der hoffentlich bald kommt) sehr gut aushalten, da es ein Nordbalkon ist und die Sonne somit nur ganz früh morgens vorbeischaut. Alles hat seine Vor- und Nachteile, richtig?!

Licht am Ende der Straße

Das Licht am Ende der Straße (oder des Tunnels) können wir leider immer noch nicht sehen. Wir warten auf ein Wunder an der Visafront. Bitte betet mit, dass wir endlich unser permanentes Visum bekommen. Wir würden es sehr schätzen.

In der Zwischenzeit werden wir unsere Wahlheimat Kanada mal wieder intensiver kennenlernen und mehr Zeit in dieser fabelhaften Natur verbringen.

Corona hat leider auch unsere Reisepläne über den Haufen geworfen. Wir haben uns entschieden, unsere Flüge nach Deutschland zu stornieren solange wie wir noch ein Guthaben dafür bekommen. Wir hatten mit Flighthub gebucht und die waren super freundlich und total unkompliziert. Wir haben für den Betrag den wir für unsere Flüge zahlten eine Gutschrift bekommen, die wir die nächsten zwei Jahre nutzen können.

Unsere Straße – unsere Skyline haha

Wir sind natürlich sehr traurig, dass wir euch alle dieses Jahr nicht wiedersehen werden. Seit klar ist, dass wir nicht fliegen, hab ich ganz schön Heimweh bekommen. Traurig wird auch, wenn mein Papa im September 70 wird und wir nicht dabei sein können…. Da muss eine sehr große Nachgeburtstagsparty gefeiert werden, sobald wir wieder in Deutschland sind!!!

Man kann es sich überall schön machen. Selbst wenn ein Sturm aufzieht. Ein kleiner süßer Snack und eine Tasse Kaffee hebt immer die Laune.

Aber wie gesagt, werden wir uns jetzt vermehrt um kanadische Ausflugsziele bemühen. Wir leben schliesslich in KANADA! Da wo andere Urlaub machen.

Und natürlich wird auch weiterhin fleißig gebacken und kreiert

Kleine Käsekuchen! Was für ein Fund! Ich bin hin und weg! Soooooooo lecker! Ganz ohne backen. Und ohne Milch und Käse.

Diese hier sind nämlich aus:

  • Boden: Datteln und Nüsse
  • Belag: Cashews, Maple Sirup, Zitronensaft, Kokosnussöl und -milch

Die werden – wie das Bananenbrot – ein Dauerrenner hier werden!

Ich sag euch: Die müsst ihr nach”backen”. Hier ist das Rezept. Eine toller Blog. Jedes Rezept ein Hit! https://minimalistbaker.com/7-ingredient-vegan-cheesecakes/

Sauerteig! Ich könnte womöglich ein Buch drüber schreiben. Also über meine Misserfolge. Hefe und Sauerteig sind nicht so mein Ding.

WAREN nicht so mein Ding. Hier seht ihr meine “Sauerteigbabys” wie ich sie gerne nenne. Ich hab geübt und geübt und nicht aufgegeben.

Vor allem auch, weil ich mir diesen tollen Gärkorb gekauft habe. Damit macht man Brot, dass so fabelhaft aussieht wie beim Bäcker.

Tada! 1 A dunkles Brot. Was für ein Geschmack! Und so einfach
(wenn man es erstmal raus hat)

Ich hatte mal erzählt, dass ich in der Quarantänezeit auch das häkeln wieder neu erlernt habe (mit Hilfe von Youtube). Das hier ist ein ganz anderes und neues Projekt, von dem ich im nächsten Beitrag mehr erzählen werde.

Es ist ein Monsterprojekt. So viel kann ich schon mal verraten.

Ich hoffe ihr seid alle wohlauf und passt auf euch auf. Genießt das Leben, genießt Deutschland, euren Garten oder Balkon. Genießt, Genießt! Soweit wir wissen haben wir nur dieses eine – kostbare – Leben!

Mit einem Bild von unserem zuckersüßen neuen Nachbarn Habana verabschiede ich mich für heute.

Stay safe!

Alles wird gut – Covid-19

“Wir bleiben zuhause” –

Wer hätte Anfang dieses Jahres gedacht, dass in ein paar Wochen unser ganzer Alltag auf den Kopf gestellt sein würde, Läden geschlossen haben, unsere Kinder nicht mehr in die Schule dürfen (!), dir dein Chef sagt, dass du zuhause bleiben musst…!?

Unsere Freunde von weiter unten in der Straße. Es gibt sogar ein deutsches Herz im Fenster!

Wer sich noch erinnert: In meinem letzten Eintrag hier hab ich geschrieben, wie wundervoll die Zahl 2020 klingt und dass ich das Gefühl habe, dass es ein wunderbares Jahr wird. Ich bin immer noch der Meinung! Schauen wir nur mal auf die Umwelt. Die hat die beste Zeit seit – ich weiss gar nicht wie lange -. Unser schwer mitgenommener Planet hat sich seine wohlverdiente Auszeit genommen und macht Urlaub. Recht so! Ist es nicht seltsam, dass für den Klimaschutz keine Läden geschlossen werden, der Flugverkehr auch nicht nur um einige Prozente runtergefahren werden kann, keiner auch nur einen Tag auf sein Auto verzichten kann/will. Da geht es doch auch um unser aller Gesundheit und LEBEN. Nein, es muss erst ein weltweiter Virus ausbrechen, damit die Menschheit zusammenhält, eine kleine Verschnaufpause nimmt und mal drüber nachdenken kann, was hier eigentlich alles vorgeht. Wie gesagt: Gut für die Umwelt! Gut für unser Familienleben! Gut, um unsere Kinder mal wieder neu kennenzulernen und überhaupt für sie da zu sein! Gut, um mal zu sich selbst zu finden, Zeit mit der Familie und in unseren schönen Heimen zu verbringen!

So sah es in den ersten Wochen nach dem Lock-Down im Supermarkt aus. Kein Joghurt, keine Milch, keine Bananen, kein Mehl, keine Hefe und natürlich kein Klopapier! Was Leute so für wichtig halten in einer Quarantäne…….

Hier in Kanada wurden am 15. März alle Schulen geschlossen. Und zwar gleich für das ganze Schuljahr. Nicht wie in Deutschland. Die Noten, die man hier am 15. März hat bleiben bestehen. Unterricht ist jetzt online und man kann seine Noten nur verbessern oder eben auf der momentanen stehen bleiben. Verschlechtern geht nicht. Was selbstverständlich sehr nett gemeint ist von der Schulbehörde, aber von den Schülern – meiner Meinung nach – ausgenutzt wird. Vielleicht nicht ausgenutzt. Aber Ansporn sieht anders aus. Es ist ohnehin schwierig als Teenager daheim die Energie zu finden, sich für Stunden an den Computer zu setzen um sich Online-Unterrichts-Videos anzuschauen. Lehrer geben auch recht viel Hausaufgaben auf in jedem Fach, was verständlich ist, da ja der ganze schriftliche Teil des Schulalltages wegfällt.

Frischfleich sowie tiefgekühltes Fleisch – Mangelware. Nicht, dass es mich kümmern würde.

Läden sowie Restaurants sind auch seit Mitte März geschlossen. Was möglich ist sind Bestellungen am Straßenrand vor dem Restaurant abzuholen oder eben Zustellung zur Haustür. Natürlich ohne Kontakt. Kleinere Läden haben auf Online umgestellt und liefern dir die Ware direkt nachhause, oft noch am gleichen Tag. Auf welche Ideen Ladenbesitzer kommen und wie sich jeder so durchschlingelt, um wenigstens ein paar Kröten zu verdienen ist bemerkenswert und es ist sehr viel Kreativität dabei.

Masken waren und sind immer noch Mangelware. Wie ziemlich überall. Gut, dass es da draußen so viele talentierte Näherinnen gibt.

Gezwungen zu sein, daheim in den eigenen vier Wänden zu bleiben ist etwas neues für jedermann. Und ich muss sagen, ich bin begeistert von all den kreativen Ideen, die jeder hat und wie viele ganz neue Hobbies entdecken. Mich eingeschlossen. Ich hab gestern (seit Schulzeiten) das Häkeln und Stricken angefangen. Und ich bin ganz sicher nicht die einzige. Im Supermarkt war die Hälfte des Ganges mit der Wolle und Utensilien ausverkauft haha. Ich liege wohl voll im Trend. Oder jedem ist sehr langweilig.

Dabei bin ich gar nicht zuhause muss ich natürlich dazusagen. Ich arbeite noch immer ganz normal. Jeden Tag. Den vollen Tag. Natürlich nur mit Vorsichtsmaßnahmen wie viel Hände waschen, Schrankgriffe und -türen abwischen und desinfizieren, Gesichtsmaske usw. Ich bin sehr froh, weiterhin arbeiten gehen zu können. Ich hab keine Ahnung, wie Menschen es seit Wochen aushalten NUR daheim zu sein. Ich würde wahnsinnig werden.

Meinem kleinen Arbeitshund Didi ist das auch alles nichts. Sie verkriecht sich die meiste Zeit in ihr flauschiges Bett

Ich hab gehört, dass sich Deutschland bereits auf teilweise Wiedereröffnungen vorbereitet. Ich bin gespannt, wie das wird. Hier kommt diese Idee zwar auch immer mal wieder auf bei den Politikern – natürlich – aber ich denke das wird noch etwas dauern. Unser Premierminister Justin Trudeau händelt das ganze finde ich sehr gut. Sehr ruhig und beständig. Es fließen Billionen an Unterstützungsgeldern. Ob es für Geschäfte ist oder Privatpersonen, die wegen den Schließungen ihren Job verloren haben. Für alle (!), die wegen Covid-19 ihren Job verloren haben gibt es für die nächsten 3 Monate jeden Monat 2000 $ vom Staat damit man die Miete bezahlen kann. Was wundervoll ist aber vielen Familien und vor allem Besitzer von Läden nicht viel bringt oder gerade mal einen Teil der Miete übernimmt.

In Zeiten wie diesen hilft nur viel Backen und allemann bei Laune zu halten. Nussecken helfen IMMER. Gegen alles.
Ich hab das Rezept für die aller-, allerbesten Blaubeermuffins bekommen. Wer es haben will, schreibt mir bitte eine kurze Nachricht. Ich teile es gerne. Sooooo gut!

Ostern verlief dieses Jahr dementsprechend auch etwas anders. Ich hab für Julian, die Kinder meines Bruders und für Freunde Osterhasen gebacken. Nach einem Rezept, das ich in der 8. Klasse im Kochunterricht bekommen habe! Und zwar hab ich das Originalrezept von damals hier! Unfassbar, oder?!

1. Runde Hasen
Und die fertigen Hasen der 2. Runde

Die Hasen und ein paar andere kleine Leckereien haben wir dann am Ostersonntag bei Familie und Freunden vorbeigefahren. Bei meinem Bruder standen wir erst einige Zeit im Eingangsbereich des Hauses. Unschlüssig ob wir es wagen sollen, reinzukommen und ein wenig zusammenzusitzen oder nicht. Mein Bruder und meine Schwägerin, wir alle arbeiten noch ganz normal und wollen daher natürlich nicht irgendwas “austauschen” oder “nachhause bringen”. Wir haben uns dann entschieden an den entgegengesetzten Seiten ihres großen Esstisches zu setzen und einen Kaffee zusammenzutrinken, was sehr schön war. Wir haben alle sehr vermisst und freuen uns schon drauf, sie bald wiederzusehen. Was für eine verrückte Welt das gerade ist, oder nicht?!

Ich finde ja, dass dieser ganze Lock-down und daheim bleiben und keinen Kontakt zu haben ein wenig übertrieben ist. Wie bei allen anderen Arten von Viren und Bakterien kommt es doch am meisten darauf an, wie gut du dich ernährst und dadurch dein Immunsystem auf dem besten Level hälst. Dafür hab ich mein kleines Geheimrezept. Das mach ich jeden Samstag und trinke dann jeden Morgen je einen Löffel voll in heißem Wasser verrührt. Das killt so ziemlich alles im Hals und Mund, was da nicht hingehört.

Frisch geriebene Ingwerwurzel, frisch gespresster Zitronensaft, Honig und Cayennepfeffer
Diesen Mix hab ich immer im Kühlschrank und verschenke es auch öfter an Freunde

Auch hab ich mich mal wieder an ein Sauerteigprojekt gewagt! Das ist – wie Hefeteig – etwas, das einfach nicht so richtig gelingen will. Aber wie oben gezeigt (Osterhasengebäck) hab ich den Hefeteig jetzt raus! Geht doch!

Ich habe also einen Sauerteig angesetzt, was bedeutet dass man mit 50 gr Roggenmehl und 50 gr warmem Wasser anfängt. Dann verrührt wird und bis zum nächsten Tag “ruhen” muss. Dann gibt man wieder 50 gr Mehl/ 50 gr Wasser dazu. Wieder stehen lassen….. usw. Das geht 5 Tage lang so. Dann wird normalerweise ein Vorteig für das Brotbacken gemacht. Aber bei mir sah der Sauerteig bis dahin nicht wirklich wie brauchbarer Sauerteig aus. Ich hab also meine Mama konsultiert, die schon seit über 30 Jahren Sauerteigbrot backt und sozusagen die Sauerteig-Queen ist. Sie hat mich jeden Tag ermutigt, den Sauerteig nicht aufzugeben und weiterhin zu füttern. Hab ich dann gemacht. Eines Abends war es dann soweit, dass ich den Vorteig ansetzen konnte. Der muss dann nochmal 8 Stunden ziehen und sollte dann zu Brot verarbeitet werden. Da ich aber morgens zur Arbeit musste und keine Zeit hatte für diesen stundelangen Mix- und Gehprozess, hab ich mein Sauerteigbaby dann kurzerhand mit allen Zutaten und Schüsseln in einen großen Karton (und mit dicken Handtüchern gegen die Kälte) eingepackt und mit zur Arbeit genommen.

Dort hab ich dann den Brotteig zusammengerührt und das Brot nochmal für ein paar Stunden in der Form gehen lassen. Was für eine Aktion sag ich euch. Doch dann! Schaut euch das an!

Schön aufgegangen und bereit fürs backen (endlich!!!)

Und was soll ich sagen!? Mamas haben ja meistens recht. So auch meine. Das Brot ist fantastisch geworden und jeder ist begeistert. Danke Mama!

Ich bin mir recht sicher, dass das Brotbacken jetzt hier bei uns auch zu einer wöchentlichen Tradition wird!

Birnen im Rotweinbad…mmmmmhhh

Auch vielen herzlichen Dank an meine liebe Nichte und meinen Neffen in Deutschland, die uns immer so fleißig Bilder malen und uns Post schicken. Wir LIEBEN Post aus Deutschland. Und die Bilder kommen alle an unseren Kühlschrank, welcher bereits wie eine Kunstausstellung aussieht. Wunderschön! Danke!

Dieses Mal gab es sogar 2 Blätter Klopapier für den Notfall mit im Umschlag! Hahaha
Was für schöne Bilder, findet ihr nicht auch!?
Mit einem Schnappschuss von Julian und unserem Lieblingshund Max verabschiede ich mich heute von euch.

Bleibt gesund und bleibt positiv —– ALLES WIRD GUT

Abstecher ins Paradies

Wir kennen es alle: Im täglichen Leben wartet man meistens auf etwas wie zum Beispiel das Ende des Arbeitstages; auf Freitag; auf Wochenende; auf den Urlaub. Oftmals kämpft man sich nur so durch und schiebt die schönen Dinge vor sich her. “Wenn ich das und jenes erledigt habe, gönne ich mir ein Eis”; “Wenn ich so viel Geld zusammen gespart habe, werde ich mir einen neuen Computer oder ein neueres Auto kaufen.”; “Wenn ich mal in Rente bin, mache ich den Sprachkurs, für den ich nie Zeit hatte.”; “Wenn die Kinder groß sind, nehme ich mir Zeit mit meinem Partner das Leben zu genießen.”

Und wie oft treffen diese Pläne im Endeffekt wirklich ein?! Wie viele Bekannte hat man, die die ersehnte Rente und die damit verbundenen Pläne nicht erreichten?! Wie oft schiebt man gesundheitliche Probleme auf später…. wenn man Zeit dafür hat…. (als würde die Krankheit auf dich warten bis du mal Zeit hast!). Wie oft erreichen Menschen wohl nicht einmal das Ende der Woche um die Wochenendpläne in die Tat umzusetzen?! Wir kennen es alle. Dieses “Auf-später-verschieben”.

Ich bin auch so jemand. “Nachher”, “Später”, “nächste Woche”….

Seit Jahren “kämpfen” wir hier in Kanada jetzt schon um unser Permanent Resident – unsere unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. Ich kann gar nicht zusammenrechnen, wie viele Stunden, Tage und Wochen das waren. Und vor allem könnte ich die Nerven, die ich dabei verloren habe nicht mit Gold aufwiegen. Es scheint endlos weiterzugehen. Erst letzten Monat habe ich wieder einen wahren Mammut-Antrag zusammengestellt, was mich sehr viel Zeit und Nerven kostete. Beinahe so viele Nerven, dass ich gesagt habe, dass ich keine Lust mehr habe. Dass, wenn das jetzt auch nichts wird, wir einfach wieder zurückgehen. Irgendwann ist mal gut. Ich weiß nicht, ob man es verstehen kann, wenn ich sage, dass – trotz unserer Visen, die wir über die Jahre bekommen haben – wir bisher nie richtig das Gefühl hatten, in Kanada ANGEKOMMEN zu sein.

Stell dir vor, du lebst in Deutschland mit einem Papier, das ein “Verfallsdatum” hat. Dass du nur bis z. B. nächsten Marz in Deutschland leben kannst und danach zusehen musst, wo du lebst. Aber nicht in Deutschland – in dem Land, das du dir ausgewählt hast und in dem du dich zuhause fühlst. So ist es bei mir. Auch wenn ich schon seit 2016 in Kanada lebe und ich eine toll eingerichtete Wohnung habe in der wir leben, und Kanada das Land ist, in dem ich mich zuhause fühle und mich fühle, als würde ich hier hingehören, kann ich nicht sagen, dass ich angekommen bin. Solange ich ein Datum habe, dass mir sagt, dass ich an diesem Tag gehen muss – sollte ich kein neues Visa vorweisen können – kann ich mich nicht hinsetzen und loslassen.

Von daher ist es nicht verwunderlich, dass ich über die letzten Jahren – von dem ersten Gedanken an, nach Kanada zu gehen – sehr viele Spannungen in meinem Körper aufgebaut habe, die sich im letzten Jahr vermehrt körperlich zeigten. Wie gesagt, Ende letzten Jahres mit dem erneuten Ausfüllen von Anträgen habe ich ein wenig die Lust verloren und den Kopf hängen gelassen. Auch wenn ich immer noch keinen Tag bereue, hier in meinem Traumland zu leben, fällt es einem doch nach 4 Jahren Papierkrieg schwer, weiterzumachen.

Das hat wohl auch meine Chefin gespürt. Sie und ihre Familie besitzen eine Wohnung in den USA, zu der sie einmal im Jahr reisen um abzuschalten und um den langen kalten Winter Kanadas für einige Wochen zu vergessen. Diese Wohnung ist nicht einfach nur in den USA. Diese Wohnung liegt in Maui. HAWAII!!!!!!

Meine Chefin ist eine sehr großzügige und wunderbare Frau. Das zeigt sich immer wieder und ich bin sehr dankbar für alles, mit was sie mir und Julian schon über die Jahre geholfen hat. Dieses Mal war aber ein ganz besonderes Geschenk! Sie hat uns beide eingeladen, mit nach Maui zu fliegen um dem ganzen Papierkram und dem Schnee zu entkommen.

Und was soll ich sagen: Es war mehr als nur nötig und na klar sind wir da dabei!

Entspannung fängt schon vor dem Abflug an

Kein Wunder, dass Hawaii so ein beliebtes Reiseziel rund um die Welt ist. Es ist das Paradies!!! Diese Farben! Diese Sonne! Dieses Wasser!!! Einfach nur traumhaft. Alles! Wer es nicht schon erlebt hat, dem lege ich es ans Herz! Es ist das Paradies! Genau hier auf Erden! Ein paar Flugstunden entfernt.

Wilde Orchideen – so wachsen die!

Die ganze Insel ist ein so reinlicher, traumhaft schöner Ort. Alles ist extrem sauber und penibel. Die Leute sind sooo relaxt, freundlich und haben eine ganz spezielle Ausstrahlung. Selbst als Urlauber kann man sich diesem Gefühl nicht entziehen. Schon bei der Ankunft am Flughafen umarmt einen die warme Brise Mauis… Die Palmenblätter tanzen leicht im Wind und von allen Seiten kommt ein Meer aus Blumendüften entgegen. Auch fällt einem sofort auf, dass es keine Fenster und Türen gibt am Eingang!!!! Das fällt uns die folgenden Tage auch immer wieder in Hotels auf. Die Rezeption ist draußen unter freiem Himmel. Keine Eingangstüren. Keine Fenster oder Abgrenzungen. Einfach tropisch wunderschön!!

Ein Tag in Maui lässt einen begreifen, was LEBEN eigentlich ausmacht. Und wie WENIG man lebt in seinem täglichen Leben. Man muss nichts besonderes machen in Maui um das zu erkennen. Es braucht keinen Golfkurs oder teure Restaurants. Nur einen Sonnenuntergang. Abends um 18.30 geht die Sonne unter in Maui. Um 18 Uhr sieht man Urlauber wie Bewohner mit Klappstühlen und manchmal kleinen Picknicks alle in Richtung Strand wandern. Es ist wie eine religiöse Pilgerreise! So toll. Die halbe Stunde, die man dort sitzt und der Sonne beim Versinken ins Meer zuschaut ist wirklich magisch. Wer bis dahin nicht schon entspannt ist vom Tag in Maui, der spürt es spätestens jetzt. Es ist wie eine Meditation. Wie eine Stille, die sich auf der ganzen Insel ausbreitet. Ein Tag in Maui lässt alle anderen Tage – zum Beispiel die hektischen Arbeitstage in Calgary – grau und fast leblos erscheinen. Was man alles verpasst in seinem Leben indem man von Tag zu Tag eilt, auf den Abend wartet anstatt den Moment – die Minute, die Stunde, die Sekunde – zu genießen. Indem man auf das Wochenende wartet oder sogar hofft, dass die 20 Jahre bis zur Rente schnell umgehen mögen……. für was?! Um DANN das Leben endlich zu genießen?!

Ist es nicht unglaublich traurig, wie wir unsere täglichen Augenblicke einfach unbemerkt wegwerfen?!

Das hat mich Maui gleich am ersten Tag gelehrt. Genieße den Augenlick. Sei im Jetzt und Hier und lass dich von der Schönheit und Fülle um dich herum fesseln. Was für ein Geschenk, hier zu sein.

Wir waren JEDEN Tag mindestens 1 mal im Meer schwimmen und schnorcheln. Meistens zweimal. Unter Wasser kann man nicht nur einzigartig schöne Fische beobachten sondern wir konnten sogar die Wale in der Entfernung unter Wasser hören!!! Es war der Wahnsinn!!!

Blumen soweit das Auge reicht

Die Farben hier sind einfach wunder-, wunderschön. So strahlend. Und so eine Blumenvielfalt. Es duftet von überall. Was für eine Euphorie für meine Sinne, nach monatelangem Schnee in Calgary.

Vor einem Restaurant. Essen mit DIESEM Ausblick….!!!!

Julian und ich haben wirklich jeden einzigen Augenblick genossen. Vom ersten Sonnenstrahl bis zum letzten. Ein paar Stunden entfernt und eine ganz andere Welt. Vor allem für die Sinne und die Gedanken. So leicht und frei von Gedanken habe ich mich schon seit Jahren nicht gefühlt!

Das Wasser war so wunderbar. Perfekte Temperatur.

Man muss sagen, es war auch nicht zu viel los. Die Atmosphäre hier in Maui ist wirklich eine sehr spezielle. Magisch eben. Es ist auch sehr schwer vorzustellen, dass man hier im Paradies ist und schlechte Laune hat. Es ist einfach zu schön.

In Lahaina im “Aloha Mixed Plate”

Soo gutes Essen. Und dieser Ausblick!!!!!!!

Am Straßenrand gibt es Kokosnuss-Stände, die dir die frischesten Kokosnüsse verkaufen und aufschlagen. Mit einem Strohhalm trinkt man den frischen Saft und danach wird die Kokosnuss geteilt, damit man das frische Fruchtfleich rauslöffeln kann…… mmmhh
Frischer geht’s kaum mehr

Fast allein am Strand

Für einen Tag haben Julian und ich uns auch einen weiteren Traum erfüllt und einen Jeep Wrangler gemietet um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. WAS FüR EIN SPAß. So ein tolles Auto. Wir sind beide ganz verliebt. Das perfekte Hawaii-Auto.

What a feeling!

An einem Strand vor “Mama’s Fischhaus”

Wir haben so lecker gegessen und mit der besten Aussicht überhaupt!!!

  • Ein Spaziergang am Morgen und Abend muss sein

Abends um 19 Uhr ist es stockfinster in Maui. Sobald die Sonne untergegangen ist leeren sich die Strände und um 20 Uhr hat man das Gefühl, es sei 12 Uhr nachts. Stockfinstere Nacht. Es ist sehr seltsam. Aber dafür wacht man am Morgen auch schon um 6 Uhr auf. Ohne Wecker. Mit dem Singen der Vögel vor dem Fenster. Die sind ab 5 Uhr sehr sehr munter und fleißig. Was aber gar nicht stört. Man steht einfach auf. Wir sind oft innerhab von Minuten zum Strand gelaufen um den ersten Schnorchelgang des Tages zu unternehmen.

Eine ganz andere Welt

Natürlich war auch so einiges an Shopping im Urlaub dabei. Wann kommt man schon nach Maui. Tolle kleine Läden in jeder Stadt.

Ich könnte natürlich noch weiter und weiter und weiter von Maui schwärmen aber ich denke ihr wisst jetzt WIE schön es dort ist!!!

Wir wussten, dass man in Maui auch riesige wilde Schildkröten beim Tauchen sehen kann. Leider hatten wir nur welche von der Ferne an einem Strand entdecken können. Die waren aber auch soooo groß, dass ich sie anfangs für riesige Felsblöcke gehalten habe. Der Wahnsinn.

Ein Traum, oder!?

Am letzten Tag haben wir noch einmal unsere Schnorchel und Taucherbrillen geschnappt und gehofft, dass wir heute Glück haben und doch noch eine Schildkröte sehen werden. Und wir hatten Glück! Solches Glück! Ich hatte eine ca. 70 cm große Schildkröte DIREKT vor meinem Gesicht. Wir waren schon etwa 30 Minuten im Wasser und haben die Korallenriffe unter uns beobachtet mit alle ihren wunderschönen Lebewesen als ich meine Taucherbrille über Wasser kurz zurechtrücken wollte und diese wunderschöne Schildkröte direkt vor meiner Nase unter der Wasseroberfläche schwamm um nach Luft zu schnappen. Was für ein Erlebnis!!!!! Es war wunderschön. Ich bin so dankbar! Man kann es kaum beschreiben. Als wir dann zurück Richtung Strand schwammen hab ich noch einmal eine – diesmal ca. 1 Meter groß! – gesehen. Direkt unter mir zwischen zwei Steinen hat sie sich versteckt und ganz regungslos ausgeharrt. So toll! Und wie es der Zufall so wollte, hatten wir an diesem Tag unsere Kamera im Auto gelassen. Aber das soll wohl so sein! Ich werde es nie vergessen!

Wie in einer Lagune!
Jede Palme – jede Blume —– einfach toll

Leider leider hat aber ja alles mal ein Ende und wir mussten uns mit einem letzten Sonnenuntergang von Hawaii verabschieden…….

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Auch hat Julian kurz vor unserer Abreise seinen Führerschein geschafft und ist seitdem fleißig am Auto fahren. Mit meiner Begleitung natürlich. Ein Jahr lang muss er jetzt mit mir als “Aufpasser” nebendran fahren bis er allein los darf. Am Anfang hatte ich schon sehr gemischte Gefühle, wenn er sich ans Steuer gesetzt hat. Aber ich muss sagen. Es hat nur bis zur 2. Fahrt gedauert bis ich entspannt daneben saß und nur ab und zu ein paar Kommentare hatte. Er fährt wirklich prima. Meinen Respekt. Ich war wohl ein recht gutes Vorbild.

Wer hier fahren kann, hat es leicht bei jedem anderen Wetter

Hier sind auch wieder unsere Freunde von nebenan. Diesmal passend in Faschingsstimmung. Und das obwohl es das hier eigentlich gar nicht gibt. Hier wird nur zu Halloween verkleidet.


Und mit einem wilden – und natürlich perfekten hawaiianischen Huhn verabschiede ich mich heute bei euch. Bis zum nächsten Eintrag. Mal sehen, was es bis dahin wieder alle neues gibt.

2020 – Auf in ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr

Frohes Neues Jahr an alle da draußen!!!

Habt ihr auch dieses Bauchgefühl, dass 2020 eins der besten Jahre überhaupt werden wird?! Alleine diese superrunde Zahl sieht und klingt fantastisch. Ich bin gespannt auf dieses Jahr! Lasst es uns starten!

Mal wieder auf dem Weg in meine Berge

Ich hatte ein paar Tage frei und hab mir meine beste Freundin Mariu geschnappt um ein bisschen Wellness im nahen Banff zu erleben. Die Fahrt – wie immer – atemberaubend. Ihr seht ja selbst.

Am Morgen war es noch etwas bedeckt.. aber nicht für lang. Wir sind schließlich in Kanada. Im Land des blauen Himmels und Sonnenschein
Wir sind schon früh los bei verschneiten Straßen und vereisten Bäumen

Banff ist wie gesagt nur 1 Stunde und 20 Minuten entfernt und liegt im Nationalpark mitten in den Rocky Mountains. Banff ist berühmt für seine Hot Springs. Genau die sind unser Ziel heute. Heiße Quellen mit Bergblick. Gibt’s denn was Schöneres?!

Und seht ihr…. da ist auch schon der blaue Himmel!

Ist das nicht ein fantastischer Ausblick?! 35 Grad heißes Wasser, fast nichts los und der Himmel klärt auf. Aaahhhhhh….

Was eine Aussicht!

Nachdem wir wunderbar entspannt waren sind wir noch in Banff zum Lunch eingekehrt. Und bevor es wieder nach Calgary zurück ging wird noch ein bisschen durch die schönen Gassen des Touristenortes gebummelt.

Wellnessen mit der Freundin

Mit Mariu war ich auf einem kleinen Wochenmarkt, der an dem Wochenende einen Kontest im Gingerbread House dekorieren hatte. Und wir haben unseren Tipp abgegeben. Ich hab mich in dieses kleine Kunstwerk verliebt…

Ich nenne es mal: “Wo die Erdnüsschen wohnen”

Es gibt nicht nur ein kleines Erdnuss-Jesus-Kind vor dem Haus; es gibt auch den traditionellen Weihnachtschor, der von Tür zu Tür kommt und Weihnachtslieder trällert. Die Hausbesitzer scheinen recht erfreut.

Aber das goldigste kommt noch…

Einer der kleinen Erdnüsschen erklimmt die Leiter und bringt gerade die Weihnachtsbeleuchtung ans Haus an!!!
Aus den von Deutschland letztes Weihnachten importierten Zutaten hab ich dieses Jahr natürlich auch wieder die traditionellen Schokoladinchen gemacht. Ganz gut, dass das nur einmal im Jahr ist. Was für eine Arbeit…
Bis nächstes Jahr hat man das wieder vergessen.
Und noch mehr Nussecken. Die gehen weg wie warme Semmeln
Auch hab ich in der Vorweichnachtszeit ein neues Hobby entdeckt. Arbeiten mit Ton.
Meine ersten Versuche: kleine Schüsselchen und Christbaumanhänger
Man muss sich ja in alles ein wenig einarbeiten.
Schön sind sie geworden. Leider hab ich sie sehr zart gestaltet und durch ihre dünne Art sind sie super zerbrechlich. Nächstes Mal dicker ausrollen!

Aber waren ein tolles kleines Geschenkanhängsel für so manches Weihnachtsgeschenk.

Ich hab mich auch an Porzellanbemalung gewagt. Erstmal nur mit Stiften. Aber das werde ich demnächst mal mit richtiger Farbe versuchen. Sieht doch super aus!
Meine liebe Bekannte Gisela hat mir zu unserem Adventsnachmittag wunderschöne Blumen mitgebracht, die jetzt ganz wunderbar verschiedene Räume in unserem Heim verzieren.
In der Küche. Die Uhr hat Julian übrigens in der 7. Klasse hier selbstgemacht
Ja und dann gab es auch mal wieder etwas Schnee

Und schwupps war auch schon Weihnachten, welches wir dieses Jahr mit Martin und Familie feierten. Alles war so wunderbar festlich gedeckt und es gab soooo gutes Essen!

Wunderschön, oder?!

Martin hat seine weihnachtlichen Rouladen gemacht und es gab Rotkraut und selbstgemachte Spätzle und Kartoffelsalat (nach Oma Klara’s Rezept) und Eistorte als Nachtisch…. überflüssig zu sagen, wie voll wir danach waren.

Ja, ihr seht richtig. Es gab ein paar Schnäpschen für die Verdauung
Prost! Auf ein neues Jahr! Auf neue Abenteuer!
Julian hat auch seinen ersten Ugly Christmas Sweater bekommen. Die sind hier Tradition und ziemlich jeder hat einen im Schrank.

Passend dazu haben Martin und Syprine auch am ersten Weihnachtsfeiertag – was hier der eigentliche Christmas Day ist und nach amerikanischem Vorbild die Kinder am Morgen ihre Geschenke aufpacken dürfen – eine Ugly Sweater Christmas Party geschmissen. Wir haben uns so gut es ging dafür rausgeputzt…

Ich schrumpfe immer noch neben Julian

Hier ein kleiner Einblick in unsere abendliche Weihnachtsstimmung

Meine Weihnachtshaare mit dem Ugly Sweater
Und wie immer ist jede Fahrt hier ein Foto wert!

Die Straße runter bei uns in Calgary gibt es ein paar berühmte Affen, die sich für jedwege Feiertage und Festlichkeiten rausputzen. Ich werde ab jetzt versuchen, immer ein aktuelles Foto von ihnen hier zu posten. Die Bewohner geben sich echt Mühe und ich finde es spitze.

Weihnachten 2019

Ihr ahnt es vielleicht schon. Dieser Eintrag wird ein wenig länger. Es gibt so viel zu erzählen und zu zeigen.

Weihnachten liegt hinter uns und Silvester kann kommen. So unschlüssig über unsere Pläne für die Silvesternacht waren wir schon lange nicht mehr. Erst wollten wir ins Wellenschwimmbad zu einer kleinen Silvesterparty mit DJ und danach Downtown zum großen Feuerwerk. Wir haben uns aber dann kurzfristig umentschieden und sind lecker indisch essen gegangen. Ich will immer Tadsch Mahal sagen. Aber das verwechsle ich mit Aschaffenburg. Da waren wir öfters zu Weihnachten. Hier ist es das Moti Mahal, wo es das beste indische Essen gibt. Ein Traum! Und wie in Aschaffenburg auch, stimmt hier auch die Einrichtung.

Es war so lecker! Was für ein guter Abschluss des Jahres 2019.

Ach ja – bevor ich es vergesse…. hier die Silvesterverkleidung der Affen

Und auf gehts in die Innenstadt zum großen Countdown und Feuerwerk am Calgary Tower.

Am Olympic Plaza gibt es im Winter eine große Eislaufbahn. Umsonst. An diesem Abend war ein wenig mehr los als üblich. Im Hintergrund oben links seht ihr schon den Calgary Tower, an dem in einer Stunde das Feuerwerk entzündet wird
Ist ein bisschen was los hier. Ich schätze um 12 waren es dann um die 3000 Leute. Mindestens.
Julian hatte die gute Idee auf die andere Straßenseite zu wechseln. Da ist das rießige Municipal Building. Das Rathaus von Calgary. Von hier hatten wir einen fantastischen Ausblick auf den Calgary Tower. Und das so gut wie alleine. Nur 5 andere kamen auf diese Idee bzw. wollten den Massen auf der anderen Seite der Straße entkommen.
Hier haben wir vor einigen Jahren schon Fotos geschossen mit dem Löwen und den Pferden, die auf dem Vorplatz stehen.
Das ist unsere Aussicht und dann geht’s auch schon gleich los

Es war wirklich recht spektakulär!

Manchmal meinte man, der Calgary Tower fängt Feuer.

Super romantisch auf jeden Fall auf der – wenn auch sehr vollen – Eislaufbahn

Nach dem Feuerwerk ging natürlich die große Völkerwanderung los und alle sind zu den Parkplätzen und Tiefgaragen gelaufen. Wir wussten, dass da bestimmt irre viel los ist und haben uns noch ein wenig auf dem Platz rumgedrückt bis es uns aber auch zu kalt wurde. In der Tiefgarage angekommen, konnten wir das volle Chaos erleben. Wir parkten auf der untersten Ebene und die Autoschlange war endlos. Nach 20 Minuten haben wir es nicht mal aus unserer Parklücke rausgeschafft!!! Es war der Megastau und nichts ging. Julian und ich haben dann entschieden ein neues Ticket für die Nacht zu ziehen und heim zu laufen. Wir sind in 40 Minuten schneller daheim als hier aus der Parkgarage draußen. Es war recht schön unsere kleine Nachtwanderung und da wir zügig gelaufen sind auch nicht mal kalt. Daheim gab’s dann noch eine kleine Privatfeier mit Wunderkerzen und Skyline-Blick.

Happy New Year

Am nächsten Morgen haben wir ausgeschlafen und ich bin dann los maschiert – zurück in die Innenstadt – um das Auto zu holen. Sozusagen mein Neujahrsspaziergang.

Auf dem Weg hab ich allerhand tolle Fotomotive entdeckt.

Central Memorial Park mit seiner wunderschönen alten Bücherei im Hintergrund – die Memorial Park Library. Wunderschön auch von drinnen!

Hier könnt ihr auch – eher schlecht als recht – die “ewige Flamme” sehen vor dem Kriegerdenkmal. Sie gilt als Erinnerung an all die Soldaten, die ihr Leben für ihr Vaterland ließen.

Das wortwörtlich schräge – aber auch interessante – Telus (Telefongesellschaft) Gebäude
Mein Lieblingsgebäude – das “Bow”-Building. Benannt nach der Form eines Flussbettes und die Sicht auf den Bow River in Calgary

Diese Skulptur am Haupteingang des “Bow” hat den schönen Namen “Wonderland”.

Auch finde ich es sehr schön, wie Calgary’s Architektur altes mit neuem verbindet. Ist sehr gelungen.
Hier noch ein Beispiel. Das neue Bow (2012) neben einem wunderschönen alten Feuerwehrhaus (1911)
Zurück am Olympic Plaza am 1. Januar 2020. Hier seht ihr den Grund und Boden des Platzes. Jeder einzelne Stein wurde gespendet und mit dem jeweiligen Namen des Spenders verlegt. Eine schöne Idee.
Der Calgary Tower im Tageslicht (auch wenn nicht wirklich die Sonne scheint heute – sehr unüblich!). In 191 Metern Höhe gibt es ein sich drehendes Restaurant. Am Beginn des Essens hat man eine komplett andere Aussicht als am Schluss. Im Calgary Tower gibt es auch eine Zahnarztpraxis. Nichts für Leute mit Höhenangst und/oder Angst vorm Zahnarzt.
Und hier wieder der Olympic Plaza am Morgen des neuen Jahres. Sehr viel weniger los heute.

Und so schön romantisch! Ach……

Mein Spaziergang war getan und ich habe mein Auto wieder nachhause gebracht. Den Rest des ersten Tages 2020 hab ich dann ganz gemütlich auf der Couch ausklingen lassen. Man soll ja langsam starten.

Dieser Eintrag war wohl der längste bisher. Und weil man den nicht in einem Rutsch runterschreiben und Bilder einstellen kann vollende ich den Eintrag heute hier……

Eins der neuesten Schwimm- und Sporthallen in Calgary

Julian ist nämlich gerade zusammen mit seinen Cousins und seinem Onkel schwimmen.

Auf ein wunderbares Jahr voller toller Begegnungen, schöner Augenblicke, vielen Festen zu feiern und auf dass all unsere Wünsche wahr werden für dieses neue Jahr!

Alles Liebe! Marion und Julian

Leise rieselt der Schnee – es wird Winter

Das verschneite Calgary

Ist es denn schon fast 3 Monate her, dass ich einen Eintrag geschrieben habe?!?!?! Das ist unfassbar. Wo ist denn die Zeit hin??

Dieses ganze Jahr ging an mir vorbei wie ein Schnellzug. Geht es euch auch so? Wie schön war es doch als Kind, wenn der Tag eine Ewigkeit dauerte und ein Monat unvorstellbar lang und ein ganzes Jahr nicht einmal vorzustellen war. Als Erwachsener vergeht die Zeit einfach viel zu schnell.

Ich erinnere mich noch genau – und auch sehr gerne – an meine Kindheit rund um Weihnachten. Meine Mama war da Profi! Jeden Sonntag im Advent kam die Familie zusammen und wir haben im Wohnzimmer gesessen und Nüsse geknackt, Plätzchen gegessen und manchmal auch gesungen. Jeden Abend im Advent gab es eine weihnachtliche Geschichte. Ich vermisse das oft in meiner Erwachsenen-Weihnachtszeit. Es war damals schon nicht einfach für meine Eltern uns Kinder zum gemeinsamen Singen zu animieren aber die Kinder und Jugendliche heute erst….. oh je. Und wie lang die Tage bis Weihnachten waren! Meine Güte. Eine Ewigkeit. Das war noch richtige Vorfreude und Spannung was da wohl am Weihnachtsabend unterm Christbaum liegen wird.

Das ist direkt vor unserer Haustür

Der Sommer ist längst vorbei und auch der Herbst ist rum. Der ist ja hier ohnehin nicht allzu lange. Wir hatten bereits einige Male so richtig Schneefall. Ich muss aber sagen, dieses Jahr hat es mich noch nicht umgehauen was Schnee angeht. Klimaerwärmung?! Normalerweise stecken wir tief im Schnee im Dezember. Aber es schmilzt alles ziemlich schnell wieder weg. Ein wenig schade muss ich sagen. Wo ist der fantastische kanadische Winter dieses Jahr?! So richtig kalt hatten wir es auch erst nur 1 x. (Ich sollte vielleicht auf Holz klopfen bevor nächste Woche die Schneemassen auf mich niederpreschen). Zumindest kommt immer mal wieder eine ordentliche Ladung Schnee. Sieht fantastisch aus.

Aussicht aus dem Fenster bei der Arbeit

Gebacken wurde in der Zwischenzeit natürlich auch wieder fleißig.

Das ist ein normaler russischer Zupfkuchen mit der Idee von meiner Schwägerin Heike den Teig obenauf mit Förmchen auszustechen. Zu jeder Jahreszeit und Feierlichkeit abwandelbar.
Kürbis-Schokoladentropfen

Dann hab ich diese tolle Leckerei entdeckt. Kürbiscreme, Mandelcreme, Ahornsirup und dunkle Schokolade in Schichten und 20 Minuten ins Tiefkühlfach. Sooo lecker und ja eigentlich gesund! Fantastisch! Kamen auch sehr gut bei Nachbarn und Freunden an.

Und noch ein kleiner Pflaumenkuchen, weil es im italienischen Supermarkt so tolle Pflaumen gab.

Versunkener Pflaumenkuchen, der schmeckt wie eine Nachspeise mit Griess und Frucht.

Es geht uns sehr gut und wir sind fleißig dabei uns mental und dekorativ auf die Weihnachtszeit vorzubereiten. Diesen Sonntag werde ich die Familie bei uns haben mit einer kleinen Nikolausfeier. Es gibt frisch gebackene Waffeln, Crepes und heiße Schokolade sowie Glühwein. Ich freue mich schon sehr darauf mit der Familie einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen! Bilder folgen. Bis zum Wochenende möchte ich auch gerne den Weihnachtsbaum stehen haben. Schließlich ist es dann schon der 2. Advent. Ich sage ja: schwupps und es ist Weihnachten. Es gibt aber einige, die mir eine harte Zeit geben in Bezug auf meinen Weihnachtsbaumkauf. Letztes Jahr konnte ich es ja überhaupt nicht erwarten und hatte glaube ich Ende November schon meinen Baum stehen. Trotz all der Weisheiten um mich herum, dass der Baum doch bis Weihnachten total vertrocknet sein wird. Tja, sie hatten ja alle recht. Aber wenn es um Weihnachten geht, da bin ich nur schwer zu bremsen.

Ein Besuch beim Edelweiss Village hilft da auch sehr gut bei
Traumhaft verschneite Tannenbäume am Straßenrand
Genauso traumhaft die beleuchteten Straßen im Schnee. Wie im Bilderbuch!
Das war ein wirklich knackig kalter Tag

Wie gesagt, war es soweit aber noch nicht so richtig richtig kalt. Einerseits ja nichts zu beschweren aber andererseits auch etwas traurig. Wo sind dieses Jahr die minus 30 Grad?!

Ganz Calgary ist so toll geschmückt.

Ich weiß, ich hab schon sehr oft über die Sonnenuntergänge hier geschrieben. Aber sie sind einfach fantastisch!

Wie Feuer am Horizont
Das ist jeden Tag ein toller Augenblick!
Wenn ich Didi beim Autofahren dabei habe kuschelt sie sich meist auf meinen Schoß. Das ist so süß.

Ich hoffe, ihr habt alle eine wunderbare friedvolle Weihnachtszeit. Wir wünschen euch und eurer Familie eine gute Zeit. Erinnert euch daran, wie magisch diese Vorweihnachtszeit war und genießt es.

Bis bald!

Backe backe Kuchen

Der Sommer geht zu Ende und wir sind mitten in einem traumhaften Herbst, dem Indian Summer wie es hier heißt.

In Calgary gibt es nicht nur Fahrräder, die man für einen Dollar anmieten kann, sondern seit neuestem auch elektrische Roller. Man sieht jedes Alter damit fahren und jeder, wirklich jeder, hat ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Julian und ich wollten es dann auch mal versuchen. Am Anfang schon ein wenig wackelig aber was für ein Spaß!!!

Das ist der Hintereingang zur Sporthalle von Julian’s High School:

Und wir zwei bei unserem ersten Rollerausflug:

Nicht nur im Winter gibt es hier einfach wunderbar viel Sonnenschein und blauen Himmel, sondern auch im goldenen Herbst. Einfach perfekt.

Aber Ende August wurde dieser junge Mann ja erst einmal 16 Jahre jung!!! Der Wahnsinn! 16! Gefeiert wurde mit ein paar Freunden wieder im Paintball-Park in Bragg Creek.

Ansonsten ist bei mir der Kuchenback-Wahn ausgebrochen. Jede Woche wird ein neues Rezept ausprobiert. Gut, dass ich immer noch fleißig trainieren gehe. Möchte nicht wissen, was die Waage sonst anzeigen würde.

Angefangen hat es mit Quetschenkuchen. Ein Gedicht. Nur die Schlagsahne hat gefehlt.

Für meinen Nachbarn hab ich als Dankeschön für seine Hilfe bei etwas einen Käsekuchen ausprobiert, der sich als der absolute Wahnsinn herausgestellt hat und seitdem regelrecht Horden anlockt. Ist sooooo cremig und einfach GUT!

Man kann wirklich nicht aufhören, bis alles weggeputzt ist.

Nachdem meine Chefin eine ganze Kiste Birnen geschenkt bekommen hat, mussten wir uns einige Rezepte raussuchen um die zu verarbeiten. Es gab einen Birnentag:

Birnen in Rotwein gekocht…… yummmm

Und fertig sieht es dann so aus. Außen rot und innen immernoch cremig weiss.

Das Ensemble des Tages:

Damit war es aber noch nicht getan. Am nächsten Tag gabs dann noch ein Rezept von meiner Mama. Eine Birnenwaehe. Noch nie gehört. Aber gelungen und sehr lecker!!!

Didi war wahrscheinlich der Meinung, dass ich viel zu beschäftigt bin und hätte gerne ein paar Minuten mit mir gespielt.

Ist das nicht eine sehr bequem aussehende Stellung?!

Hier mal einen Eindruck der lebendigen Straße unterhalb von wo wir wohnen.

Samstags ist oft ein kleiner Markt oder Live-Musik im kleinen Park zwischen den Läden…

Meine Nachbarin hat mir 2 Freikarten für das Bierfestival geschenkt, zu dem ich dann mit meiner Freundin Renata hin bin. Es gibt überall Kostproben. Bier, Apfelwein, Gin, Vodka, Tequila…. da kann man nicht gar so lange bleiben und es wird sehr schnell lustig.

Dieser junge Mann war einfach wie ein Schrank vor mir in der Schlange. Da konnten wir nicht widerstehen zu fotografieren.

Trinktechnisch macht sich Calgary auch so langsam. Es gibt jetzt diesen lustigen Wagen zum fleißig strampeln und trinken.

Die Aussicht, die ich bei der Arbeit habe, ist einfach spektakulär!! Immer wieder anders. Immer wieder atemberaubend.

Mit meiner Chefin war ich auch mal wieder im deutsch-österreichischen Laden, dem Edelweiss-Village und hab mich mit ein paar deutschen Leckereien eingedeckt. Zu horrenden Preisen natürlich. Es steht zwar manchmal gut und günstig drauf aber das ändert sich an der Kasse dann sehr schnell.

So manches Mal hab ich mich schon gefragt, wer in meinen Blumentöpfen auf dem Balkon rumpickt und so eine Sauerei hinterlässt. Am Samstagmorgen war ich dann Zeuge! Aber sie hat mich auch entdeckt, und sich wohl nicht getraut die Erde rauszupicken.

Abends ist es dann so gemütlich und funkelnd auf unserem Balkon…

Wie ich schon erwähnt habe, war und ist der Käsekuchen ein rießen Erfolg und wird seither des öfteren gebacken. Hier hab ich meinen Bruder mit Familie sonntags zum Kaffee geladen.

Das wir den allerschönsten Herbst haben, hab ich ja schon erzählt. Schaut euch diesen Blick an im Prince’s Island Park in Calgary.

Das River Cafe direkt am Fluss. Urig und wunderschön eingerichtet. Leider vergessen ein Bild drinnen zu machen.

Ach ja. Und dann war die Woche schon wieder rum und es gab ein neues Kuchenrezept! Apfel-Schmandkuchen. Wie sagt meine Nachbarin: “Er schmeckt wie Bonbons”

Mit einem wunderschönen Himmel über der Skyline und auf meinem Weg zum deutschen Frauenstammtisch verabschiede ich mich heute und freue mich schon auf Kommentare von euch.

Bis bald!

Oh – fast vergessen. Heute abend (27.09.) gab es dann auch den ersten Schnee! Es ist mal wieder soweit. Meine “Ernte” hab ich vorher in Sicherheit bringen können…

Heimatliebe

Was für ein schöner Sommer! 

Julian war fest eingeplant als Sommergast in Deutschland zu residieren. Fast die kompletten Sommerferien würde er an unterschiedlichsten Orten und von allen Seiten verwöhnt werden. Als er in Deutschland bei meinen Eltern ankam und mir am Telefon erzählte, wie wunderschön alles ist und dass alles noch genauso aussieht, wie wir es verlassen haben, wäre ich bestimmt sehr neidisch geworden, hätte ich nicht auch schon mein Ticket nach Deutschland in der Tasche gehabt.

Was gibt es schöneres als Vorfreude. Meine konnte ich daher dieses Jahr leider nur mit Julian teilen. Denn er war der einzige, der wusste, dass ich auch noch nachkomme. Was für eine gelungene Überraschung daheim, als ich in der Tür stand. Das werde ich so schnell nicht vergessen. Vor allem meine Schwägerin, die normalerweise immer die einzige ist, die was weiß und unser geheimes Flughafenabholtaxi ist, hat dieses Mal die andere Seite kennenlernen dürfen.

 

Es macht schon ganz schön Spaß geliebte Menschen zu überraschen haha

Bei der Mama wusste ich schon, dass sie recht cool reagieren wird. Sie ist so schnell nicht zu schocken.

Sich wo zuhause zu fühlen ist wunderbar. Aber daheim zu sein, wo man aufgewachsen ist, ist nochmal ein anderes Level. Julian und ich hatten so vieles vor in Deutschland. Allerdings mussten wir nach ein paar Tagen bereits feststellen, dass das Schönste ist, einfach nur mit der Familie zusammenzusitzen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Den Tag mit einem Marktbesuch zu starten, mit einem Frühstück am Theaterplatz und am nachmittag Kaffee und Kuchen daheim auf der Terrasse zu genießen ist schon was feines.

Lecker frühstücken während andere arbeiten. Hat schon was.

Mein Onkel und meine Tante haben mich samstags mit ins schöne Würzburg genommen wo ich auch mal wieder meine Cousine gesehen habe. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell. Sie hat sich mit Würzburg, wo sie jetzt schon einige Jahre wohnt, aber auch wirklich einen wunderschönen Fleck Erde ausgesucht.

Auf der alten Mainbrücke wird den ganzen Tag Wein geschöppelt. Manchmal spielt auch Live-Musik und man fühlt sich, als wäre man ganz weit weg in einem südlandlichen Gebiet. Ganz wunderbar. 

Aber für gutes Essen und Wein muss man Mespelbrunn nicht wirklich verlassen. Da ist der Ort an Wirtschaften und Restaurants so schnell nicht zu überbieten. Und wo sitzt man schöner als im Biergarten des Schlosshotels?!

Da hatte ich sogar vor lauter Heimatliebe auch mal wieder Lust auf eine echt bayerische Mahlzeit…. lecker. Auch wenn mein schlechtes Gewissen wenn ich Fleisch esse immer ganz schwer wiegt.

Wir haben natürlich so einige Ausflüge ins schöne Aschaffenburg gemacht. Das ist einfach eine so schöne Stadt! Alleine die Architektur und alten Gässchen. Ich liebe das. 

Ansonsten gab es glaube ich keinen einzigen Tag, an dem mal kein Wein, Schnaps oder Sekt getrunken wurde haha. Zurück in Kanada werde ich auf jeden Fall einen kalten Entzug durchlaufen müssen.

Mein Papa ist ja ein alter Romantiker und hat mich und Julian während eines Spaziergangs spät abends an der Wassertretanlage mit Wein und Bionade überrascht. Ach mensch! So schön! Da übertrumpft ihn so schnell niemand. Er ist der Beste!

Auch waren wir ganz pünktlich zu meinem Onkel seinem Geburtstag angereist wo es immer reichlich gutes Essen und vor allem hausgebackenen Kuchen in Hülle und Fülle gibt. Meine Tante hat extra Eierlikörkuchen für mich gebacken!!! So gut!

Hier in Kanada bekomme ich sehr oft die Frage gestellt, warum ich je von Europa/ aus Deutschland weggezogen bin, wenn dort doch alles so wunderbar nah beieinander liegt und man sozusagen am Wochenende mal so mir nichts – dir nichts nach Frankreich, Holland, Italien, Österreich etc. fahren kann – für läppische 80 Euro sogar fliegen. Ich sage dann immer, dass für uns  Europäer – die dort schon immer leben – eine Fahrt von 3-4 Stunden schon recht lange ist und wir das deshalb eigentlich nie so richtig machen oder überhaupt in Betracht ziehen. Kanadier sind dann immer sehr überrascht. Hier in Kanada ist alles was innerhalb von 2 Stunden erreichbar ist “um die Ecke”. In Deutschland wird man schon schief angeschaut wenn man “einfach mal so” nach Frankfurt fahren will.

Jedenfalls habe ich viel darüber nachgedacht und mir vorgenommen in diesem Urlaub einen Kurzurlaub im Urlaub zu machen und nach Italien, Österreich oder Holland zu reisen. Italien ist leider nichts geworden, da es dort genauso heiß war wie in Deutschland. In Holland wollte ich mich mit einer alten Freundin treffen, die aber dann leider nicht kommen konnte. Also hab ich mir ein kleines Fiat 500 Cabrio gemietet (wollte ich schon immer mal Probe fahren) und bin Richtung Österreich aufgebrochen. Mein Plan war über Salzburg nach Wien zu fahren und zurück. Das wurde aber dann ganz schnell nichts, als ich fast den ganzen nachmittag auf der A9 im Stau bzw. in einer Vollsperrung der Autobahn stand und ich erst abends in Salzburg eintrudelte. Aber was für eine Kulisse!! Wow. Ich war total baff über die ersten Eindrücke von Salzburg.

Unglaublich schön. Jedes einzelne Gebäude eine Pracht. Und die Plätze und Cafe’s. Wunderschön! So fasziniert habe ich mich dann entschlossen Wien zu streichen und Salzburg ein paar Tage zu erkunden und zu genießen. Hier ein paar Bilder:

Was für tolle Gässchen!

Das Geburtshaus von Mozart darf natürlich nicht fehlen.

Mit einem Hop-on-Hop-off-Bus bin ich dann auch einen ganzen nachmittag in und um Salzburg rumgegondelt (ein tolles Wort ?) und hab so viele schöne Ortschaften gesehen. Ein Traum!

Der Wolfgangsee. So toll!

Mein Hotel in einer kleiner Ortschaft namens Greding in der Nähe von Salzburg.

Was für eine tolle Landschaft. Könnte mir schon auch gefallen dort.

Wobei ich aber sagen muss, dass ich sehr enttäuscht war von den Einheimischen bzw. den Mitarbeitern in Geschäften und Cafe’s in Salzburg. Sie sind dort sehr unfreundlich! Klar, es ist eine Touristenstadt und nicht einfach mit dem ganzen Trubel, aber sie haben es sich doch ausgesucht dort zu arbeiten, oder nicht?! Das fand ich sehr unschön. So tolle kleine Cafe’s und dann vermiest dir die Bedienung die ganze Laune.

Da ist mein kleiner Fiat direkt am schönen milchigen Bergbach. Ach, es war schön dort. Das hier ist im schönen Berchtesgaden, wo jetzt die gesamte Familie dieses Jahr war haha. Erst Mama und Papa, dann ich und jetzt mein Bruder mit Familie. Also unbedingt mal hinfahren. Es lohnt sich!!

Blick über Salzburg

Auf der Rückfahrt hab ich mir dann die Autobahn erspart und hab deshalb auch ganz zufällig in Mühldorf am Inn ein Dirndl-Outlet-Laden entdeckt wo ich ein wenig shoppen war. Was für eine tolle und erfolgreiche Einkaufstour! Ich hab unter anderem ein neues Dirndl ergattert…

Wurde dann auch gleich bei meiner Schwägerin ihrem Geburtstag ausgeführt – zusammen mit Julians aus Kanada mitgebrachten Lederhosen.

Mit meiner lieben Schwägerin war ich dann noch im schönen Spessartwald wandern, was traumhaft war. Es gab so viele Obstbäume und -sträucher, dass wir am Ende des Tages sattgegessen waren: Brombeeren, Himbeeren, Äpfel, Birnen, Mirabellen, Zwetschgen… der Wahnsinn. Was für eine Fülle.

Julian hat durch meinen Bruder einen ganz neuen Sport für sich entdeckt: Das Bogenschießen. Und er ist gut darin! Wow! Und das, obwohl er nur mit meines Bruders Linkshänderbogen üben konnte. 

Und weil das in Trachten so unglaublich gut aussieht, musste ich das natürlich auch probieren. Das macht echt Spaß!

Nicht zu vergessen war natürlich auch das Brüderschaft der Völkerfest im Juli. Da dürfen wir nicht fehlen. So leckeres Essen und der geliebte marrokanische Pfefferminztee! Was lassen wir da immer Geld an den 3 Tagen. Einfach ein wunderschönes Fest mit solch wundervollen Leuten.

Meinem Amt musste ich selbstverständlich einen Besuch abstatten, wo mich meine Kollegen noch immer vermissen sowie ich sie. Ich war schwer beeindruckt, wie sie es bei dieser enormen Sommerhitze in den Büros aushalten. Aber was bleibt ihnen auch übrig. Immer wieder schön, alle zu sehen und zu drücken. Arbeitstechnisch weiß ich noch alles. Hätte sofort mit Arbeiten loslegen können. Erstaunlich. Manche Sachen verlernt man nicht so schnell.

Mit meinen zwei lieben ehemaligen Kolleginnen war ich beim Jedermann im Stadttheater als ein Bekannter von mir dort für den abend Klavier spielte. Ein lauer wunderschöner entspannter Sommerabend mit wundervollen Menschen! Ich hab’s sehr genossen.

Für die letzten Tage des Urlaubs durfte ein ordentlicher Biergartenbesuch natürlich nicht fehlen. Mit meinem jüngsten Neffen und Nichte gings zu einer Boottour und in den Irrgarten im Schönbusch.

Ein kaltes Bier morgens um 11! Das geht nur in Deutschland.

Und mit dem Blick auf Hessenthal (meiner Heimat) verabschiede ich mich für heute. Vielen Dank an alle, die unseren Sommerurlaub so wunderschön gemacht haben und uns so verwöhnt haben – allen voran meine Eltern! Ich hab jeden Augenblick mit euch allen genossen!!!

 

 

Lasst uns den Sommer starten!

Das erste Wochenende im Juni ist in Calgary “Lilac-Fest” (Fliederfest). In der ganzen Stadt blühen die Fliederbüsche in lila, blasslila und weiß. Es gibt tausende von Fliederbäumen hier. Perfekt für dieses Straßenfest kam der Sommer um die Ecke und es hatte den ganzen Tag 26 Grad. Einfach wunderbar. Die 4th Street war komplett vollgepackt mit allerlei Ständen und Calgarians. Hier eine kleine Auswahl an Kuriositäten, die es zu erwerben gab.

Ist das nicht genial, was sich da ein Töpferer ausgedacht hat?! Ich könnte auf Anhieb 10 Leute nennen, die das daheim beim Stricken gebrauchen könnten.

Es gab aber auch ganz furchtbare Dinge zu kaufen….

Kann man nur hoffen, dass einem dieses Katzen-T-Shirt nicht irgendwo mal entgegen kommt.

Die Polizei darf hier nirgendwo fehlen. Was bei einer solchen Menschenmasse auch nur vorteilhaft sein kann. Ich finde die Polizeifahrzeuge allgemein hier viel cooler als in Deutschland. Die Uniform, die Autos, die Einsatzwagen. Sieht doch gleich viel besser aus als weiß und blau oder ocker und tannengrün….

Das hier wäre etwas für meinen Papa zum Basteln. Da stecken ein paar Stunden Arbeit drin. Aber sehr edel und schön.

Julian hatte seine letzte Prüfung der Junior High School und ist jetzt ein freier junger Mann mit ganz viel Zeit und einem bereits halb gepackten Koffer kurz vorm Aufbrechen nach Deutschland. Er wird den ganzen Sommer dort mit der Familie verbringen. Ich muss leider weiter arbeiten und das Geld reinbringen 😉 Halb so wild, solange es hier auch sommerlich warm bleibt und man so viele Möglichkeiten hat die freie Zeit zu genießen, wie zum Beispiel hier in Calgary am Bow River.

Es gibt eine sehr sehr lange Promenade, direkt am Fluss entlang, der man für Stunden folgen kann. Gesäumt von Cafes und Restaurants, was das ganze ja nur noch toppt.

Für Familien mit Kindern gibt es diesen kleinen Pond, in dem die Kids planschen und schwimmen können während man am Ufer picknickt. Ein toller Fleck Erde.

Ab September geht es für Julian dann auf Alberta’s beste High School. Die liegt gleich hier um die Ecke von unserer Wohnung. Noch näher sogar als die Junior High. Das nenne ich mal Glück. Es gibt viele Eltern, die Anträge stellen und hohe Fahrtkosten übernehmen, nur damit das Kind auf diese Schule hier gehen kann.

Da sind dann anstatt 500 Schüler gleich mal 2000 um einen rum. Bestimmt wie in einem Bienenstock. Julian freut sich schon sehr darauf.

Ich war mit meiner Chefin bei einer Graduationfeier der Universtität Calgary und hab euch mal ein Video aufgenommen, damit ihr seht, wie das hier so gemacht wird. Ich bekomme immer totale Gänsehaut.

Eine Studentin war besonders erleichtert….

 

Auch habe ich diesen Monat etwas ganz Neues ausprobiert bzw. mich rangewagt: Rouladen! Mein Bruder macht die immer zu Weihnachten und sie duften einfach unglaublich. Ich esse immer nur die Klöße, Rotkraut und die Soße. Und das schmeckt schon himmlisch! Ich wollte für meine Arbeitgeber und ihre Mutter einen bayerischen Abend machen und habe dafür Rouladen gekocht mit Rotkraut, Klößen und frischem grünen Salat. Als Nachtisch gab es (ebenso erstmals) selbstgemachten Apfelstrudel mit Vanilleeis. Es war ein GEDICHT!! Und da ich weiß, dass mein Sohnemann mich nicht anlügen würde, war ich über alle Massen glücklich und stolz auf mich selbst, als er sagte, dass die Rouladen schmecken wie die von meinem Bruder! HA!

Zu diesem bayerischen Abend haben wir uns natürlich auch in Schale geworfen und wurden mit viel Bewunderung und Komplimenten überschüttet.

Da sind wir noch gar nicht aus dem Wohngebäude raus als unsere Nachbarn uns so gesehen haben und gleich ein Foto machen mussten.

Am Ende eines wunderschönen Abends gab es dann noch einen Doppelregenbogen als wir gingen. Es war magisch!!!

Kleiner Zwischeneinwurf: Was es an Rehen in Okotoks zu sehen gab, gibt es hier in Calgary an Eichhörnchen. Und ich liebe Eichhörnchen. Einfach die Süßesten überhaupt.

Ansonsten genieße ich die kleinen Annehmlichkeiten des täglichen Arbeitsleben wie zum Beispiel den VW Käfer Cabrio, den ich manchmal fahre.

Ich weiß gar nicht, ob ich das so lange ohne Julian hier aushalte. Auch wenn ich es ihm von Herzen gönne. Ich werde meinen jungen Teenager sehr vermissen!

Frühling, Sonne und ein gelassener, entspannter Geist

Hier ein kleiner Blick in die Innenstadt von Calgary. Da laufe ich öfters mal hin (30 Minuten hin und 30 zurück) und belohne mich da meistens mit ein bisschen Shopping.

Mit meiner Chefin war ich beim Bierfest in Calgary, was sehr lustig war und sehr viel Alkohol beinhaltete. Alles nur kleine Tester….. aber die summieren sich auch irgendwann. Auf jeden Fall war die Stimmung gut – Good Mood –

und das Bier und der Apfelwein einfach koestlich. Dieser hier war ehrlich gesagt so gut, dass ich ihn mit hausgemachten Kellerapfelwein in Deutschland verglichen habe!

Es gab passend dazu ein paar neue Einrichtungsideen – eher für Männer würde ich mal sagen und auch nur für den Partykeller oder die Gartenlaube.

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Wir hatten Regen! Und Sonne! Und endlich ist alles grün hier im schönen Calgary. Hurra!! Das Gras ist saftig grün, und hier und da kommen Blumen hervor. Mein kleiner Arbeitshund Didi ist auch super happy, dass sie endlich im Gras spielen kann.

Dank des vielen Regens blühen auch schon viele Bäume wie z. B. der Crapp-Apple-Tree (Holzapfel) und der Kirschbaum. Sieht so prächtig aus:

(Crapp-Apple-Tree)

Letzte Woche hat es nur geregnet und der Himmel war jeden Tag bewölkt, was hier sehr sehr selten vorkommt. Wir waren aber alle sehr dankbar und glücklich über Regen. Wegen diesen grauen Tagen musste ich aber dann losgehen und mir ein wenig Sonne und Farbe ins Leben holen:

Der Sommer kann kommen! Die Drinks sind auch schon im Kühlschrank kalt gestellt – für alle Fälle.

Hier seht ihr die 17th Avenue. DIE Party- und Restaurantmeile in Calgary und 2 Minuten von unserer Wohnung entfernt. Tagsüber tummeln sich hier immer die Kaffeetrinker und Leute-Gucker (zähle ich mich auf jeden Fall dazu) und abends sind dann die Kneipen und Restaurants mit ihren Aussensitzplätzen vollgepackt. Im Sommer und bei tollem Wetter einfach nur wunderschön.

Am Wochenende war ich mit einer Kollegin im größten Park hier in Calgary – im Fish Creek Park. Dieser zieht sich durch ganz Calgary und man kann entweder Fahrrad fahren, laufen oder joggen. Solange man will oder die Beine zu müde werden. Meine Kollegin kommt hier sehr oft her und ist eine Hobbyfotografin. Eine sehr gute. Sie kennt jeden Vogel und jede Brutstelle und es war ein großes Vergnügen mit ihr durch diesen wunderschönen Park zu wandern. Wir waren um die 4 Stunden unterwegs und haben allerhand Getier gesehen. Unter anderem brüten hier gerade auch 8 (!) Eulenpaare. Hier ist eine Eulenmama mit ihren 2 Kleinen. Einfach nur wunderschön. Leider hab ich mit meiner Handykamera nicht sehr gute Fotos schießen können von der Entfernung. Ich hoffe, ein paar bessere von meiner Kollegin ergattern zu können.

Hört ihr sie?

Auch gibt es tolle Sumpfgebiete hier mit allerhand Vögeln und Fröschen und kanadischen Wildgänsen

Es gibt hier ein kleines Cafe und ein Restaurant. Draußen waren diese eigentümlichen Plastikbälle. Nachfragen ergaben, dass man ein privates 5-Sterne-Abendessen darin buchen kann. Sieht komisch aus von außen aber doch sehr gemütlich innen.

Für Kunstliebhaber gibt es diesen Dichtbaum. Hier werden jede Woche Gedichte vorgelesen. Ist das nicht schön?

Heute waren wir mal wieder – oder eher gesagt das erste Mal bei schönem nicht schneeigen Wetter – im Heritage Park. Darüber habe ich schon mal geschrieben als wir beim Maple-Sugar-Festival bei eisigen minus 20 Grad waren.

Da war es heute sehr viel angenehmer. Perfekt sogar. 15 Grad und Sonnenschein. Und endlich läuft auch der Radddampfer wieder.

Super schöne kleine Rundfahrt mit tollem landschaftlichem Ausblick

Im ganzen Park ausgestellt waren dieses Wochenende selbstgemachte Quilts. Einfach nur der Wahnsinn was für Ideen die Calgarians hierzu haben.

Ich habe nur die außergewöhnlichen fotografiert. Die normalen kennt man ja im Großen und Ganzen.

Der berühmte Candyshop darf natürlich auch nicht ausgelassen werden beim Heritage Park Besuch. Julian hat gut abgeräumt heute würde ich sagen.

Die Dampflok ist auch wieder im Betrieb und macht echt Spaß damit durch den Park chauffiert zu werden.

So viel von uns Kanadiern hier. Was gibt es bei euch Neues?