Wolken- und Wasserpracht

Wie im letzten Beitrag versprochen, zeige ich euch heute mein neuestes Hobby. Meine Chefin hat von ihrem Mann jede Menge T-Shirts aussortiert und wollte sie wegschmeißen. Nach ein wenig googeln war ich überschwemmt von Ideen, was man aus alten T-Shirts alles machen kann.

Es gibt jede Menge Ideen, verschiedene Teppiche daraus zu machen. Aber zuerst müssen all die T-Shirts in Streifen geschnitten werden. Das hat auch nur ein paar Wochen gedauert….!! Mach ich persönlich nicht wieder. Wem das auch zu viel Aufwand ist, dem sei gesagt, dass man T-Shirt-Stoff-Streifen auch fertig geschnitten (wie Wolle) kaufen kann. Aber wo ist da der Sinn von recyceln?! Eben. Also. Die Streifen waren geschnitten und zu großen Ballen aufgerollt um mit der eigentlichen Arbeit beginnen zu können.

Das ist das Ergebnis aus ca. 13 T-Shirts

Mein erstes Projekt ist ein geflochtener Teppich. Du suchst dir 3 Farben aus und fängst an zu flechten. Je nachdem wie groß du den Teppich haben willst, flechtest du – nachdem eine Farbe fertig ist – mit einer anderen weiter. Ich wollte aber einen dreifarbigen kleinen Teppich. Tada…

Da ist er. Der kleine blau-weiße im Vordergrund. Der liegt jetzt im Bad vorm Waschbecken und sieht so schön aus!
Es war aber auf jeden Fall ne Menge Arbeit.

Aber lohnt sich.

Ein paar Wochen später – nachdem ich mich vom ersten Projekt erholt habe, hab ich es mal mit Weben probiert. Das war viel einfacher und auch sehr schön.

Und das ganz ohne Webrahmen. Youtube zeigt dir wie. Suche dir einen Karton, der die Größe des Teppichs hat, den du machen möchtest. Schneide jeden Zentimeter mit einem Messer eine Ritze ein. Wiederhole das auf der anderen gegenüberliegenden Seite. Jetzt spannst du einen starken Faden oder Wolle in Zick-Zack von einer Seite zur anderen.

Dann schneidest du vom T-Shirt-Stoff gleichlange Streifen ab und webst sie abwechselnd in den Webrahmen. Sehr entspannend. Ein bisschen meditative Arbeit.

Die Hälfte ist geschafft

Und schon ist das zweite Projekt fertig und ziert unsere Tür zum Balkon. Julian meinte beiläufig, wo wir all die Teppiche hinlegen wenn ich so weiter mache. Wo er recht hat… Damit ist jetzt erstmal Pause. Aber ich weiß schon, dass ich als nächstes Platzsets mache. Wahrscheinlich geflochtene.

Da wir einen wunderschönen warmen Sommer haben hier und alles nochmal doppelt so schön ist in den Bergen sind Julian und ich auch mal wieder Kanufahren gegangen in Banff. Schaut selbst. Da brauche ich glaube ich nicht viel zu zu sagen.

Einfach Wahnsinn. Dieses Wasser!!!

KANADA

Aber auch wenn wir in Calgary bleiben gibt es gerade die Straße runter einen wunderschönen Fahrradweg am Bow River entlang. Den könnte man den ganzen Tag lang fahren bis man am Ende ankommen würde.

Das hier unten ist die Peace-Bridge (Friedensbrücke). Ziemlich stylish. An einem Ende gibt es jede Menge “Kanada-Stühle” zum relaxen und Leute beobachten.

Einfach toll. Cafe’s gibt es auch jede Menge um die Ecke, sodass man es einige Zeit dort aushalten kann. Oder auch einen ganzen Nachmittag.

Arbeitstechnisch durfte ich letzte Woche auch mal was ganz anderes machen. Nämlich Saskatoon-Beeren pflücken. Meiner Chefin ihre Familie hat eine ökologisch geführte Farm, die unter anderem auch reihenweise Saskatoon-Büsche hat.

Zum Feld ging es mit dem Fahrrad. Was für ein Leben.

Kathleen und ich und Didi (ganz klein im Bild)

Unsere Ernte konnte sich sehen lassen. Das meiste ging in die Tiefkühltruhe und wird im Laufe des Jahres zu Kuchen oder Marmelade verarbeitet von mir.

Die letzten acht Wochen hatten wir unglaubliche Himmel. Die Wolken haben total verrückt gespielt und uns die schönsten atemberaubendsten Schönheiten gezeigt.

Das war an einem Nachmittag im Juli… Wetterkenner können wahrscheinlich schon voraussagen, was wir hier gleich per Alarmmeldung aufs Handy erhalten haben…
Wir hatten doch tatsächlich eine Tornadowarnung hier!
Gott sei Dank ist aber nichts und niemandem was passiert.
Nachts sieht die Skyline immer so ruhig aus und fast so wie ein Poster. Wenn da nicht die ganzen Alarmsignale von Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen wären.

Diesen Monat bin ich viel mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren oder manchmal auch einfach gelaufen. Die Strecke ist einfach zu schön um mit dem Auto schnell daran vorbeizufahren.

Die Strecke führt durch diesen kleinen Wald, der mich ein wenig an den schönen Spessart erinnert.
Dann gehts über diese Brücke auf die andere Flussseite und den Berg hoch und schon bin ich bei der Arbeit.
Am Wochenende wird schön gemütlich bei Sonnenschein auf dem Balkon gefrühstückt
Und natürlich Kuchen gebacken!

Das hier ist meine neueste Erfindung. Nusseckenkuchen! ALLE hier sind total verrückt nach meinen Nussecken und fragen nach Nachschub. Ein Freund LIEBT sie wirklich sehr und scherzt immer, dass er zu wenige bekommt. Dem hab ich dann diesen Nusseckenkuchen gebacken und was soll ich sagen – er war sprachlos. Sprachlos glücklich.

Mit meiner Freundin Renata war ich auch endlich mal am weltbekannten Emerald Lake, der ca. 3 1/2 Stunden von Calgary weg ist. Gerade in der Sommerzeit sind diese Touristenorte überschwemmt mit Leuten und es ist schwierig überhaupt einen Parkplatz zu bekommen, geschweige denn den See und die Landschaft in Ruhe zu genießen. Wir sind also schon ganz früh los.

Das Wetter auf der Hinfahrt war absolut bescheiden. Es hat gegossen! Am Emerald Lake angekommen hat es dann nur noch genieselt und wir haben uns entschieden um den See zu laufen, auch wenn wir nass werden sollten.

Und nass war es auch! Aber das innere Kind hat sich geregt und wir sind fröhlich pfeifend und singend den wunderschönen Pfad entlang gewandert
Diese Blumen heißen “Indian Paintbrushes” (indische Farbenpinsel). Ist das nicht zauberhaft?!
So war das Wetter als wir ankamen am Emerald Lake
Hier hat es immer noch geregnet. Aber was solls!
Die Wolken und der Regen mit ihnen sind nach und nach verschwunden
Was für Schichten! Traumhaft schön. Auch ohne Sonnenschein. Oder gerade mal deswegen.
Kanada – oh du wunderschönes Land!

Gib uns doch endlich eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis! An dieser Front gibt es leider IMMER noch nicht viel Neues zu berichten. Der Anwalt, den ich geheuert habe ist dran; es wurden alle möglichen wichtigen Leute eingeschaltet die wir kennen; neue Anträge gestellt und ich hab sogar meinen Englischtest nochmal wiederholt um auch nur einen einzigen Punkt mehr zu bekommen als letztes Mal. Der Test ist 3 Stunden lang und besteht aus vier Teilen: Lesen, Schreiben, Zuhören und Reden. Hat auch geklappt. Hat mir für meinen Antrag sogar 28 Punkte mehr eingebracht. Jetzt hoffen wir, dass das auch was bringt. Daumen drücken Leute. Weiterhin Daumen drücken!

Bloß nicht so machen wie unsere drei Freunde hier, die sich momentan als Cowboys verkleidet haben für die alljährliche Stampede hier in Calgary. Welche wegen Covid-19 dieses Jahr auch ausfallen musste
Das sind eher schöne Aussichten. Von einer Terrasse von Freunden, die weit außerhalb von Calgary dieses wunderschöne Anwesen haben.

Hier ein paar wunderschöne Blumen, von denen anfangs keiner richtig wusste, was sie sind. Aber es sind tatsächlich Pfingstrosen. Außergewöhnliche. Ich habe sie vor einer Poststelle in Banff entdeckt. Meine Chefin hat diese Sorte auch noch nie gesehen.

Das hier unten ist ein Baum, den es hier in Calgary oft gibt und ich bin immer wieder von seiner goldenen bronzefarbenen Rinde fasziniert. Ist das nicht wunderschön!?

Ich hatte 2 Tage frei und ich hab Julian schon lange versprochen, dass ich – wenn ich mal unter der Woche frei habe – mit ihm zur Brauerei BigRock Schnitzel essen gehe mit ihm. Wer es nicht weiß, die Brauerei BigRock gehört der Familie meiner Chefin. Ihr Vater Edward McNally hat sie zusammen mit einem österreichischen Braumeister in den 80ern erbaut. Dort gibt es neben der Brauerei auch ein Restaurant, welches von zwei Österreichern geführt wird.

Es gibt einen Biergarten mit einer “Gaudi-Hütten”
Supergutes Schnitzel!!

Martin hat in einem Gebrauchtwarenladen Bierdeckel gefunden und hat unseren Kindern mal gezeigt, wie wir früher unsere Zeit in Restaurants verbracht haben bis das Essen kam. Sie waren ganz begeistert und haben fleißig Türme gebaut. Am Schluss – als jeder einen Turm fertig hatte – wurden die Bauwerke dann auf Erdbeben-Standhaftigkeit geprüft und es wurde von allen Seiten am Tisch gewackelt bis keiner der Türme mehr stand.

Martin als alter Profibauer hat natürlich gewonnen

————

Julian war ja eigentlich direkt von Anfang an ein guter Autofahrer.

Und so ein gutaussehender Fahrer noch dazu!

Mittlerweile bin ich nur noch Beifahrer und hab gar nichts zu tun, haha.

Da kann man mal ein Foto nebenbei machen

So, jetzt habt ihr wieder mal ein Update bekommen, was bei uns so die letzten paar Wochen los war und womit wir unsere Freizeit verbracht haben.

Mit ein paar weiteren wunderschönen Sonnenuntergaengen über Calgary sag ich

“Bis zum nächsten Mal”

Liebe Grüße

Marion und Julian

2 Gedanken zu „Wolken- und Wasserpracht“

  1. Schön, wieder mal von euch zu hören und zu sehen, dass es euch gut geht.
    Bei uns hat Sommer ein paar Tage Pause eingelegt, was Menschen und Natur gut tut. Allerdings hätte es nicht gleich so herbstlich werden müssen. Morgens kann man schon die ersten Spinnweben auf den Hecken erkennen und es wird natürlich schon viel früher dunkel.
    Wie ergeht es euch mit Corona? In Niedersachsen beginnt in dieser Woche die Schule und überall wird diskutiert ob in den Schulen und Betrieben Maskenpflicht eingeführt werden soll.
    Lasst von euch hören. Liebe Grüße, Gine

  2. Hallo Marion
    das muss ich doch gleich durchlesen. Prima, dass du so viel von euren Unternehmungen geschrieben hast und wie du dir die Zeit vertreibst.

    Dieser Bericht freut sicher wieder viele Leser/innen. Die Hauptsache, es geht euch gut, ihr seid gesund und fühlt euch immer noch wohl, glücklich und willkommen in diesem Land.
    Beste Grüße aus der Heimat
    Mama und Papa

Schreibe einen Kommentar zu Irene Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.