Das Licht am Ende des Tunnels

Liebe Freunde! Liebe Familie! Liebe Traveller!

Es gibt wunderbare Neuigkeiten! Ich bin staatlich geprüfte Massage-Therapeutin, studiert am College für traditionelle chinesische Medizin in Calgary!

Das letzte Jahr war wohl eines der Schwierigsten in meinem Leben. Um nach meinem Work-and-Travel-Jahr weiterhin in Kanada bleiben zu können, musste ich noch einmal zur Schule gehen. Als ich mir das Massage-Programm am College für traditionelle chinesische Medizin ausgesucht habe, dachte ich noch, dass das nicht so schwierig werden kann, da ich ja schon Ausbildungen in Massage von Deutschland habe. Natürlich würde es mit der Sprache nicht so einfach werden, aber das war so meine einzige Sorge.

Alles kam anders, als die Schule letzten September losging. Die Lehrer hatten zu 80 % einen fremdländischen Akzent, der es mir sehr erschwerte, zu verstehen, was sie mir da beibringen wollten. Auch sind sie extrem schnell im Reden und setzen voraus, dass du auch schnell im Auffassen bist. Was du im Unterricht nicht verstehst, musst du am abend zuhause nachholen und selbst rausfinden. Viele Schüler in meiner Klasse arbeiten nebenbei nur ein paar Stunden oder überhaupt nicht. Ich dagegen bin nach Schulschluss jeden Tag direkt zur Arbeit gefahren und habe bis abends gearbeitet. Danach ging es heim, essen kochen und dann an die Bücher. JEDEN TAG der gleiche Ablauf. Es war so ermüdend. Es gab viele viele Tage, an denen ich aufgeben wollte, an denen es Tränen gab und Zweifel, ob ich das alles schaffe.

Ihr habt es ja ein wenig hier mitverfolgen können, wie viel es an Stoff war zu lernen.

Aber! Am Ende ist man nur stärker und die Grenzen, die man vorher im Kopf hatte, kann man jetzt weiter stecken. Man schafft nämlich sehr viel mehr als man denkt.

Letzte Woche habe ich die letzten Prüfungen geschrieben (Akkupunktur-Theorie-Examen; Akkupunktur-Location-Examen; Kinesiologie und Mikrobiologie) und am Samstag hatte ich meine Abschlussfeier im großen Rahmen.

Es war eine wunderschöne Zeremonie!

Ich war sehr aufgeregt, konnte es aber auch genießen und bin seit der letzten Prüfung gefühlte 100 Kilo leichter an emotionalen Gewicht.

Dieses ganze Jahr voller Stress, Anspannung und Hektik zeigt einem erst, wie kostbar Zeit doch ist. Nach all dem abendlichen Lernen ist es jetzt ein wahrer Genuss ohne schlechtes Gewissen, – dass man eigentlich über den Büchern sitzen sollte- , einen Film zu schauen. Ein Buch zu lesen oder einfach nur so lange man lustig ist auf dem Balkon zu sitzen. Das alles hab ich mir das letzte Jahr nur sehr sehr selten erlaubt, weil es zu viel zum Lesen, Schreiben und Lernen gab.

Meine Eltern konnten leider an meiner Abschlussfeier nicht dabei sein. Sie waren ein paar Wochen vorher hier und haben mich und meinen Bruder und Familie besucht, was so wunderbar war. (Beitrag folgt)

Meine “kanadischen Eltern” wie ich sie nenne, haben meine Eltern wunderbar vertreten. Sie kümmern sich genauso liebevoll um uns wie richtige Eltern. Egal was ist – ich kann immer auf sie zählen!

Das sind Hans und Gisela – meine kanadischen Eltern, die aber wie ihr euch schon denken könnt auch eingewanderte Deutsche sind – mit Julian und mir bei meinen Abschluss. Es war wunderbar sie dabei zu haben und diesen Tag gemeinsam zu feiern.

Die Zeremonie war wie gesagt wunderschön und der ganze Stress und die Schufterei lohnt sich am Ende. Ich bin sehr stolz auf mich, das geschafft zu haben.

(Das wollte ich schon immer mal machen!) 🙂

Am Ende des Monats bekomme ich mein Diplom über die Ausbildung zur Massage-Therapeutin hier in Calgary in Kanada. Das muss ich mir manchmal noch immer laut vorsagen. Wir sind hier in Kanada und leben unseren Traum!

Julian war in diesem Jahr ein so große Stütze für mich. Er hat sich nie beschwert, dass ich nicht genug Zeit für ihn habe. Hat in der Schule Bestnoten geschrieben, sodass ich mir darum auch keine Sorgen machen musste und hat überall mit angepackt wo auch immer ich Hilfe brauchte. Er ist der BESTE!!!! Der ALLERBESTE SOHN, den es nur geben kann!

Jetzt steht nur noch – oder schon wieder – der größte unserer Träume an endlich verwirklicht zu werden. Denn auch wenn es so aussah, dass ich nach diesem Jahr studieren in Kanada eine Arbeitserlaubnis bekomme, hat sich das leider zwischenzeitlich schon wieder geändert….. Um das bekommen zu können, muss man auf eine der richtig großen Schulen in Calgary gehen. Jetzt wird vielleicht der eine oder andere fragen, warum ich das nicht gemacht habe. Die richtig großen Schulen hier in Calgary kosten auch richtig großes Geld. Als internationaler Schüler zahlt man hier nicht die gleichen Gebühren wie ein kanadischer Schüler. Als ausländischer Schüler zahlst du zwei- bis vierfach (!) mehr an Gebühren. Das wäre in meinem Fall dann 8000 $ (als kanadischer Schüler) und 16.000 bis 32.000 $ (!!!!) als internationaler Schüler. Wohlgemerkt nur für das erste Jahr. Das gleiche dann nochmal für´s zweite Jahr. Genau! Unglaublich.

Wir gehen jetzt den Weg über den Anwalt um an eine “LMIA”-Arbeitserlaubnis ranzukommen.

Drückt uns alle bitte bitte auch weiterhin die Daumen. Wir danken es euch von Herzen!

Ich gehe jetzt erstmal einen Kaffee trinken. Ganz ohne Schulunterlagen und Stress 😉

 

4 Gedanken zu „Das Licht am Ende des Tunnels“

  1. Meine allerliebste Ex-Kollegin, ich gratuliere dir von Herzen zu deinem Abschluss als “staatlich geprüfte Massage-Therapeutin für traditionelle chinesische Medizin”.
    Ich drücke dir natürlich die Daumen, dass es mit deiner Arbeitserlaubnis klappt. ABER im LRA werden auch immer wieder Leute gesucht … 🙂
    Drück dich !

    Ganz liebe Grüße und Gratulationswünsche auch vom dem Rest deiner Ex-Kollegen !!!!

    1. Hallo liebe beste Ex-Kollegin. Vielen lieben Dank!
      Wenn es natürlich alles nicht wird komme ich als mobile Massagetherapeutin zurück ins Amt 😉 Haha

      Hoffen tue ich das aber nicht. Drück lieber weiterhin die Daumen, dass hier alles klappt.
      Ganz liebe Grüße an alle Ämtler! Denke immer noch an euch!
      Esst mal einen Magnum Eis für mich mit bei der Hitze, die ihr habt!

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