Heimatliebe

Was für ein schöner Sommer! 

Julian war fest eingeplant als Sommergast in Deutschland zu residieren. Fast die kompletten Sommerferien würde er an unterschiedlichsten Orten und von allen Seiten verwöhnt werden. Als er in Deutschland bei meinen Eltern ankam und mir am Telefon erzählte, wie wunderschön alles ist und dass alles noch genauso aussieht, wie wir es verlassen haben, wäre ich bestimmt sehr neidisch geworden, hätte ich nicht auch schon mein Ticket nach Deutschland in der Tasche gehabt.

Was gibt es schöneres als Vorfreude. Meine konnte ich daher dieses Jahr leider nur mit Julian teilen. Denn er war der einzige, der wusste, dass ich auch noch nachkomme. Was für eine gelungene Überraschung daheim, als ich in der Tür stand. Das werde ich so schnell nicht vergessen. Vor allem meine Schwägerin, die normalerweise immer die einzige ist, die was weiß und unser geheimes Flughafenabholtaxi ist, hat dieses Mal die andere Seite kennenlernen dürfen.

 

Es macht schon ganz schön Spaß geliebte Menschen zu überraschen haha

Bei der Mama wusste ich schon, dass sie recht cool reagieren wird. Sie ist so schnell nicht zu schocken.

Sich wo zuhause zu fühlen ist wunderbar. Aber daheim zu sein, wo man aufgewachsen ist, ist nochmal ein anderes Level. Julian und ich hatten so vieles vor in Deutschland. Allerdings mussten wir nach ein paar Tagen bereits feststellen, dass das Schönste ist, einfach nur mit der Familie zusammenzusitzen und die gemeinsame Zeit zu genießen. Den Tag mit einem Marktbesuch zu starten, mit einem Frühstück am Theaterplatz und am nachmittag Kaffee und Kuchen daheim auf der Terrasse zu genießen ist schon was feines.

Lecker frühstücken während andere arbeiten. Hat schon was.

Mein Onkel und meine Tante haben mich samstags mit ins schöne Würzburg genommen wo ich auch mal wieder meine Cousine gesehen habe. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell. Sie hat sich mit Würzburg, wo sie jetzt schon einige Jahre wohnt, aber auch wirklich einen wunderschönen Fleck Erde ausgesucht.

Auf der alten Mainbrücke wird den ganzen Tag Wein geschöppelt. Manchmal spielt auch Live-Musik und man fühlt sich, als wäre man ganz weit weg in einem südlandlichen Gebiet. Ganz wunderbar. 

Aber für gutes Essen und Wein muss man Mespelbrunn nicht wirklich verlassen. Da ist der Ort an Wirtschaften und Restaurants so schnell nicht zu überbieten. Und wo sitzt man schöner als im Biergarten des Schlosshotels?!

Da hatte ich sogar vor lauter Heimatliebe auch mal wieder Lust auf eine echt bayerische Mahlzeit…. lecker. Auch wenn mein schlechtes Gewissen wenn ich Fleisch esse immer ganz schwer wiegt.

Wir haben natürlich so einige Ausflüge ins schöne Aschaffenburg gemacht. Das ist einfach eine so schöne Stadt! Alleine die Architektur und alten Gässchen. Ich liebe das. 

Ansonsten gab es glaube ich keinen einzigen Tag, an dem mal kein Wein, Schnaps oder Sekt getrunken wurde haha. Zurück in Kanada werde ich auf jeden Fall einen kalten Entzug durchlaufen müssen.

Mein Papa ist ja ein alter Romantiker und hat mich und Julian während eines Spaziergangs spät abends an der Wassertretanlage mit Wein und Bionade überrascht. Ach mensch! So schön! Da übertrumpft ihn so schnell niemand. Er ist der Beste!

Auch waren wir ganz pünktlich zu meinem Onkel seinem Geburtstag angereist wo es immer reichlich gutes Essen und vor allem hausgebackenen Kuchen in Hülle und Fülle gibt. Meine Tante hat extra Eierlikörkuchen für mich gebacken!!! So gut!

Hier in Kanada bekomme ich sehr oft die Frage gestellt, warum ich je von Europa/ aus Deutschland weggezogen bin, wenn dort doch alles so wunderbar nah beieinander liegt und man sozusagen am Wochenende mal so mir nichts – dir nichts nach Frankreich, Holland, Italien, Österreich etc. fahren kann – für läppische 80 Euro sogar fliegen. Ich sage dann immer, dass für uns  Europäer – die dort schon immer leben – eine Fahrt von 3-4 Stunden schon recht lange ist und wir das deshalb eigentlich nie so richtig machen oder überhaupt in Betracht ziehen. Kanadier sind dann immer sehr überrascht. Hier in Kanada ist alles was innerhalb von 2 Stunden erreichbar ist “um die Ecke”. In Deutschland wird man schon schief angeschaut wenn man “einfach mal so” nach Frankfurt fahren will.

Jedenfalls habe ich viel darüber nachgedacht und mir vorgenommen in diesem Urlaub einen Kurzurlaub im Urlaub zu machen und nach Italien, Österreich oder Holland zu reisen. Italien ist leider nichts geworden, da es dort genauso heiß war wie in Deutschland. In Holland wollte ich mich mit einer alten Freundin treffen, die aber dann leider nicht kommen konnte. Also hab ich mir ein kleines Fiat 500 Cabrio gemietet (wollte ich schon immer mal Probe fahren) und bin Richtung Österreich aufgebrochen. Mein Plan war über Salzburg nach Wien zu fahren und zurück. Das wurde aber dann ganz schnell nichts, als ich fast den ganzen nachmittag auf der A9 im Stau bzw. in einer Vollsperrung der Autobahn stand und ich erst abends in Salzburg eintrudelte. Aber was für eine Kulisse!! Wow. Ich war total baff über die ersten Eindrücke von Salzburg.

Unglaublich schön. Jedes einzelne Gebäude eine Pracht. Und die Plätze und Cafe’s. Wunderschön! So fasziniert habe ich mich dann entschlossen Wien zu streichen und Salzburg ein paar Tage zu erkunden und zu genießen. Hier ein paar Bilder:

Was für tolle Gässchen!

Das Geburtshaus von Mozart darf natürlich nicht fehlen.

Mit einem Hop-on-Hop-off-Bus bin ich dann auch einen ganzen nachmittag in und um Salzburg rumgegondelt (ein tolles Wort ?) und hab so viele schöne Ortschaften gesehen. Ein Traum!

Der Wolfgangsee. So toll!

Mein Hotel in einer kleiner Ortschaft namens Greding in der Nähe von Salzburg.

Was für eine tolle Landschaft. Könnte mir schon auch gefallen dort.

Wobei ich aber sagen muss, dass ich sehr enttäuscht war von den Einheimischen bzw. den Mitarbeitern in Geschäften und Cafe’s in Salzburg. Sie sind dort sehr unfreundlich! Klar, es ist eine Touristenstadt und nicht einfach mit dem ganzen Trubel, aber sie haben es sich doch ausgesucht dort zu arbeiten, oder nicht?! Das fand ich sehr unschön. So tolle kleine Cafe’s und dann vermiest dir die Bedienung die ganze Laune.

Da ist mein kleiner Fiat direkt am schönen milchigen Bergbach. Ach, es war schön dort. Das hier ist im schönen Berchtesgaden, wo jetzt die gesamte Familie dieses Jahr war haha. Erst Mama und Papa, dann ich und jetzt mein Bruder mit Familie. Also unbedingt mal hinfahren. Es lohnt sich!!

Blick über Salzburg

Auf der Rückfahrt hab ich mir dann die Autobahn erspart und hab deshalb auch ganz zufällig in Mühldorf am Inn ein Dirndl-Outlet-Laden entdeckt wo ich ein wenig shoppen war. Was für eine tolle und erfolgreiche Einkaufstour! Ich hab unter anderem ein neues Dirndl ergattert…

Wurde dann auch gleich bei meiner Schwägerin ihrem Geburtstag ausgeführt – zusammen mit Julians aus Kanada mitgebrachten Lederhosen.

Mit meiner lieben Schwägerin war ich dann noch im schönen Spessartwald wandern, was traumhaft war. Es gab so viele Obstbäume und -sträucher, dass wir am Ende des Tages sattgegessen waren: Brombeeren, Himbeeren, Äpfel, Birnen, Mirabellen, Zwetschgen… der Wahnsinn. Was für eine Fülle.

Julian hat durch meinen Bruder einen ganz neuen Sport für sich entdeckt: Das Bogenschießen. Und er ist gut darin! Wow! Und das, obwohl er nur mit meines Bruders Linkshänderbogen üben konnte. 

Und weil das in Trachten so unglaublich gut aussieht, musste ich das natürlich auch probieren. Das macht echt Spaß!

Nicht zu vergessen war natürlich auch das Brüderschaft der Völkerfest im Juli. Da dürfen wir nicht fehlen. So leckeres Essen und der geliebte marrokanische Pfefferminztee! Was lassen wir da immer Geld an den 3 Tagen. Einfach ein wunderschönes Fest mit solch wundervollen Leuten.

Meinem Amt musste ich selbstverständlich einen Besuch abstatten, wo mich meine Kollegen noch immer vermissen sowie ich sie. Ich war schwer beeindruckt, wie sie es bei dieser enormen Sommerhitze in den Büros aushalten. Aber was bleibt ihnen auch übrig. Immer wieder schön, alle zu sehen und zu drücken. Arbeitstechnisch weiß ich noch alles. Hätte sofort mit Arbeiten loslegen können. Erstaunlich. Manche Sachen verlernt man nicht so schnell.

Mit meinen zwei lieben ehemaligen Kolleginnen war ich beim Jedermann im Stadttheater als ein Bekannter von mir dort für den abend Klavier spielte. Ein lauer wunderschöner entspannter Sommerabend mit wundervollen Menschen! Ich hab’s sehr genossen.

Für die letzten Tage des Urlaubs durfte ein ordentlicher Biergartenbesuch natürlich nicht fehlen. Mit meinem jüngsten Neffen und Nichte gings zu einer Boottour und in den Irrgarten im Schönbusch.

Ein kaltes Bier morgens um 11! Das geht nur in Deutschland.

Und mit dem Blick auf Hessenthal (meiner Heimat) verabschiede ich mich für heute. Vielen Dank an alle, die unseren Sommerurlaub so wunderschön gemacht haben und uns so verwöhnt haben – allen voran meine Eltern! Ich hab jeden Augenblick mit euch allen genossen!!!

 

 

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