Besuch in den Rocky´s – Canmore und Banff

Sorry: Habe schon länger nichts mehr von uns hören lassen. Ich hab die Route nach Vancouver verfeinert und erweitert und wir haben einige kleinere Ausflüge gemacht.

Die Tage aber wurden wir inspiriert von einem ebenfalls Work-and-Traveller, der im letzten 3/4 Jahr quer durch Kanada gefahren ist. Wirklich spitze. Mitunter war er auch in Amerika – Las Vegas, Los Angeles…. – wirklich VIEL unterwegs. Nächste Woche startet er nach Alaska… das hat mich ein bisschen angestachelt und neidisch gemacht. Ich möchte auch viel mehr reisen. Gerade jetzt im Sommer sollte man das schöne Wetter ausnutzen.

Da mein Auto bisher sehr ungenaue Angaben macht, was es an Sprit braucht, dachten wir uns: Fahren wir doch mal soweit uns der Sprit trägt….

Bisher habe ich bei Erreichen der Hälfte des Tanks wieder vollgetankt. Die Tanknadel sinkt nämlich EXTREM schnell ab. Nur logisch, dass man davon ausgeht, dass das  – wenn die erste Hälfte so schnell leer geht – es mit der zweiten Hälfte des Tanks genauso passiert.

Mein Bruder gab uns sicherheitshalber dann noch einen Kanister Sprit mit… für den Fall der Fälle.

Da ich seit unserer Ankunft in Kanada endlich wieder an die Rocky Mountains wollte, haben wir es in die Tat umgesetzt und sind aufgebrochen in mein geliebtes Canmore, welches direkt an bzw. in den Rocky´s liegt.

Also: Nochmal volltanken – die Kilometeranzeige auf Null stellen – und los geht´s:

Die Strecke über Calgary muss ich sagen, ist jetzt nicht die Schönste. Aber wenn man sich noch nicht so auskennt, macht man halt, was das Navi einem sagt. Sich durch den Verkehr von Calgary zu quälen ist nicht so meins. Großstadt eben. Das einzig interessante, was es zu sehen gibt, ist der Calgary Olympic Park – ein Überbleibsel von 1988. Wirklich imposant die Sprungschanzen. Ich würde da niemals freiwillig runterfahren. Calgary hat diesen Park aber wirklich sehr gut genutzt und vermarktet nach der Olympiazeit: Bobbahn; Biketrail; Eishockey; Touren…

Aber wir haben heute ein schöneres Ziel.

Wenn man Calgary erst einmal hinter sich gelassen hat, sieht man nichts als Land und eine lange, lange Straße vor einem…. sehr lange Zeit…

Bis auf den Moment, in dem man um eine der wenigen Kurven fährt und vor einem die Rocky´s auftauchen. Immer wieder bin ich fasziniert und muss mich so beherrschen meinen Blick von den Bergen auf die Straße zu lenken…. sehr schwierig das Ganze.

Three-Sister-Mountain Canmore

Jetzt beginnt eine wunderschöne Fahrt. Rechts und links nur riesige imposante Berge. Der Highway windet sich hindurch. Ab und zu tauchen neben der Fahrbahn kristallklare türkisfarbene Seen auf. Er wird immer schwieriger auf die Straße zu sehen… Ich LIEBE diese Straße bzw. diesen atemberaubenden Anblick. Wenn ich Beifahrer bin und diese Strecke durchfahre bin ich in dieser Zeit nicht ansprechbar – ich starre nur lächelnd auf die Berge.
In Canmore angekommen ist es heiß… 24 Grad, die sich anfühlen wie 32. Wir parken auf einem der vielen kostenlosen Parplätze (auch etwas, was ich an Kanada schätze) und machen uns auf in die Altstadt Canmores mit seinen unzähligen kleinen Geschäften und Boutiquen. In der Main Street tummeln sich unzählige Touristen aber es geht noch. Könnte mehr los sein. Seit unserem ersten Besuch in Kanada 2008 zieht es mich immer wieder zu einem Geschäft: Die Grizzly Paw Brewery (http://www.thegrizzlypaw.com/) welche mittlerweile seine Brauerei erweitert bzw. komplett neu gebaut und aus der Altstadt Canmores heraus in die Old Canmore Road verlagert hat. Ein wunderschönes neues Gebäude. Müsst ihr euch mal anschauen. Im Restaurant – welches noch in der Main Street ist – gibt es jedes der selbstgebrauten Biere zum Testen. Auch Soda – Limonade – machen sie selbst. Diese haben wir heute das erste Mal probiert…. SEHR süß aber auch echt SEHR lecker. Im Nachhinein haben wir uns geärgert, dass wir nicht einen Kasten davon mitgenommen haben.

Dann hätte es im Auto sicherlich auch besser gerochen. Wir hatten nämlich den ganzen Tag hindurch einen penetranten Benzingeruch im Auto wegen dem Kanister. Nicht nur, dass ich sehr ängstlich bin, wenn es darum geht, Gefahrengut zu transportieren, musste ich auch noch alle 2 Stunden Luft aus dem Kanister lassen, weil er sich wegen der Hitze im Auto aufgebläht hat… oh mann. Nichts für mich sowas. Auch die Tankanzeige macht mir Sorgen. Wir sind erst 138 km gefahren und ich bin schon unter der Hälfte der Tankanzeige angekommen… Damit kommen wir niemals bis nach Banff und wieder zurück.

Nach 2-stündigen Bummel in Canmore, einem Besuch des Boardwalks, und leckerem Essen (siehe vorletztes Bild oben) in der Grizzly Paw Brewery (http://www.thegrizzlypaw.com/restaurant/) ging es dann weiter Richtung Nationalpark Banff. Auf dem TransCanadaHighway 1 zwischen Canmore und Banff muss man sich dann an den Verkaufshäuschen für den Nationalparkausweis einreihen. Der nette junge Verkäufer plauderte auch gleich drauf los und verriet uns, dass er auch schon mal in Deutschland war: Am Flughafen. Auf dem Weg nach Frankreich. Na, immerhin.
Da Kanada nächste Jahr 150-jähriges Jubiläum feiert gibt es beim Kauf eines Nationalparkausweises für 1 Jahr ein weiteres Jahr geschenkt. Tolle Sache. Ich hoffe doch, dass das ein versteckter Hinweis darauf ist, dass wir ihn auch 2018  noch nutzen werden 🙂

Auch die kurze Strecke nach Banff raubt einem den Atem an Schönheit. Rechts des Highways sieht man einen Wasserfall direkt gegenüber des Cascade Ponds, der – wie wir entsetzt feststellen mussten – erheblich an Wasser verloren hat. 2013 gab es hier in Kanada eine immense Flut, die so einige berühmte und beliebte Touristenausflugsziele in ihrer Gestalt verändert hat.

In Banff angekommen merkt man sofort, dass Sommer ist und dass du in Banff bist… es wimmelt nur so von Touristen (nein, uns zählen wir da nicht dazu). Es ist extrem voll. Dass man in ganz Banff nur 40 km/h fahren darf fällt kaum auf. Man kommt eh nur in Schritttempo voran. Wir bahnen uns also unseren Weg hin zum nächsten kostenlosen Parkplatz. Von dort Richtung Banff Avenue (der berühmten und beliebten Einkaufmeile) kommen wir zufällig an einem Kanu-Verein vorbei. WIRKLICH traumhaft gelegen am Bow River. Umrahmt von den Rocky Mountains. Wir sind geplättet und überlegen, ob wir uns kurzerhand ein Kajak mieten sollen um auf diesem wunderschönen türkisen Wasser eine Runde zu schippern. Wir entscheiden uns aber dann schlussendlich dagegen, da die Wolken über uns Regen versprechen.

Also ab ins Getümmel Richtung Banff Avenue. Es ist echt nicht mehr schön, aber so ist das halt in einer so beliebten Stadt mitten im Tourigebiet. Wir schlendern bevorzugt die Seitengassen lang und stöbern in einigen Geschäften und schauen, was sich seit dem letzten Besuch alles verändert hat. Ein paar Postkarten werden auch gekauft. Mal sehen, wer das hier liest und bald eine im Briefkasten findet. Der darf dann gerne den Beitrag kommentieren 😉

Als unsere Beine müde und schwer vom vielen Laufen sind, treten wir den Rückweg zum Auto an. Ich muss ja auch mal wieder Luft aus dem Benzinkanister lassen. Nicht dass da noch was passiert.

Wir kommen wieder am Kanuverein vorbei und wir können nicht anders…. wir wollen Kajak fahren. Wenn wir schon mal da sind. Das Wetter hat auch gehalten. Preislich hält es sich auch noch in Grenzen: 38 Dollar für 1 Stunde.

Und was soll ich sagen: WOW

Es war unbeschreiblich schön. Das Wasser türkis, klar und eiskalt. Alles um uns herum in frisches Grün getaucht, dahinter die Berge in allen Grautönen und der Himmel teils weiß teils grau bewölkt. Wenn wir nicht über unsere Paddelkünste lachen sind wir still und staunen vor uns hin.

Jeder Dollar hat sich hier gelohnt…. Und wir sind kaum zurück am Ufer, fängt es an zu regnen. Das ist halt perfektes Timing.
Bis wir am Auto sind, sind wir allerdings durchnässt und uns ist kühl.

Gut, dass wir noch die Hot Springs als letztes Ausflugsziel haben. Hoch oben gelegen am Sulphur Mountain – den man mit einer Gondel in 8 Minuten erklimmen und dabei die wunderschöne Aussicht genießen kann – kommen uns viele Autos entgegen. Alle, die eben noch bei Sonnenschein auf dem Berg waren vermuten wir.

Auch wenn wir nicht die Einzigen sind, die die Idee hatten, uns im 40 Grad warmen Wasser der Hot Springs aufzuwärmen, genießen wir es in vollen Zügen. Und wir sind keine 2 Minuten im Wasser, da kommt auch die Sonne wieder und ich muss mich in einen der Deckchairs setzen, bevor ich vom Wasser und der Sonne einen Hitzeschlag bekomme. Die Hot Springs sind ein kleines Außenbecken mit 40 Grad heißem (sehr angenehm) Wasser und direktem Blick auf die Rocky´s. Ihr könnt es euch sicher denken: WOW! Es ist soooo angenehm!

Entspannt, warm und glücklich verlassen wir die Hot Springs und machen uns – etwas geknickt die Rockys verlassen zu müssen – auf den Heimweg.

Und noch etwas Gutes erfahren wir an diesem Tag: Das Benzin im Tank hat doch tatsächlich noch gereicht! Bis zurück nach Okotoks und es ist immer noch was drin!

Mein Bruder meinte, dass die Tankanzeigenadel an einer Feder entlanggleitet, die wohl bei meinem Auto bei der oberen Hälfte schon stark abgenutzt ist. Deshalb sinkt meine Benzinganzeige in der oberen Hälfte schneller als in der unteren. Die untere Hälfte ist auf jedem Fall die Hälfte die ich mehr mag. Die starke Abnahme der Oberen ist beängstigend. Aber jetzt weiß ich, dass ich mind. 400 km fahren kann bevor ich mir Sorgen um den Tank machen muss.

Alles in allem: EIN WUNDERSCHÖNER TAG

Mein neues Baby

Es wird!!!

Nachdem ich ja etwas geknickt war, dass ich noch so viel Papierkram und Behördenbesuche machen musste, gibt es jetzt ein Licht am Ende des Tunnels.

Ich hab seit gestern mein neues (Adventure-)Baby:

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Einen Nissan Pathfinder

(den Namen fand ich sehr passend)

Ich bin verliebt. Er sieht schon nach Abenteuer aus, oder?! Würde am liebsten sofort einen Rucksack packen und los geht´s. (Mach ich vielleicht auch)

Heute war ich bei der Versicherung und bei der Zulassungsstelle. Hat alles prima geklappt mit den Papieren. Zeigen – Zahlen – Schild mitnehmen und los geht´s.

Der Beetle hat es leider nicht durch den TÜV geschafft: ein neues Getriebe wäre fällig gewesen. Das haben wir uns dann doch mal gespart.

Und mit dem Nissan hab ich ein echtes Schnäppchen geschlagen: 2.000 Euro!!! (Gut, er ist 13 Jahre jung, 194000 km – aber schnurrt wie ein junges Kätzchen)

Jetzt ist erstmal alles erledigt, was auf meiner Agenda stand. Jetzt geht´s an Abhaken der Wunschliste(-route).

Berichte folgen… bleibt dran 😉

1. Wandertrip Kanaskis – Fullerton Looptrail

Endlich geht es richtig los – Ausflüge starten:

Vorgestern waren wir mit Freunden und allen Kindern wandern. Eine Freundin, die sich mit den Hiking-Routen hier gut auskennt hat eine rausgesucht, die nicht zu schwer ist (für Erwachsene und Kinder).

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Wir waren auf den Fullerton Looptrail (http://www.alltrails.com/trail/canada/alberta/fullterton-loop) in Kananaskis. Kananaskis – ein schöner Name. So heißt hier die Gegend an den Rocky Mountains, in der man jede Art von Sport betreiben kann. Wandern, Rafting, Hiking, Snowboarden usw.
Es war wunderschön. Auch die Kiddies haben sich nur wenig beschwert und sind toll gelaufen. Manchmal besser als die Erwachsenen. Es ging hoch und runter und wieder hoch und runter. Nicht ganz easy. Carolina, die die Route ausgesucht hat, joggt diese Route meistens zur Hälfte….! (Ist mir unbegreiflich). Als dann noch eine Mutter mit zwei kleinen Kindern und noch einem Kleineren im Tragerucksack auf dem Rücken entgegenkam, mussten sich doch einige von uns eingestehen, dass sie nicht mehr ganz so fit sind wie angenommen.
Auf der Hälfte der Route wird man aber belohnt…

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Wir haben sogar Eichhörnchen und ein Moose (Elch) mit Baby gesehen. Leider beide zu schnell zum Fotografieren. Dass wir keinem Bären begegnet sind- darüber war die Mehrheit der Gruppe froh.

Danach gab es noch ein Picknick am Fluss. Ich muss sagen: Ein extrem gelungener Tag 🙂

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Behördenbesuche

Es wird höchste Zeit für den nächsten Eintrag…

Leider kann ich immer noch keine Fotos von wunderschönen Seen hier posten, da ich noch im Papierkram feststecke und mein Auto heute in die Werkstatt kommt. Drückt mir die Daumen.

Auf jeden Fall können sich die hiesigen Behörden mal ne Scheibe vom Landratsamt abschneiden. Ich musste meine SIN-Number beantragen. Das ist hier sowas wie die Sozialversicherungsnummer. Um 11:00 war ich dort. Der erste Schock: Die haben eine Schlange am Infoschalter!

Da stand ich erstmal an, um zu fragen ob ich hier richtig bin.

Nach 20 Minuten wusste ich – ja, bin richtig hier. Aber die nette Dame sagte mir auch, dass all die Leute die ich dort drüben sitzen sehe, noch vor mir sind. Ca. 40 Leute!!!! Ich dachte, ich hab mich verhört. Das würde so etwa 2 Stunden dauern. WHAT!?

Und da sitzt du dann in einer der 4 Reihen auf einem Stuhl aus den 70ern und wartest und wartest und wartest….. Alle halbe Stunde kommt mal ein Angestellter und wispert einen Namen. Wenn du deinen Namen nicht verstehst oder nicht hörst – Pech gehabt. Dann kommt der Nächste dran.

Ich hab mich dann mit einer netten älteren Lady angefreundet und mich mit ihr abgewechselt, wenn eine von uns auf Toilette musste. So konnten wir keinen Namen verpassen.

Nach 2 Stunden waren immer noch 3 Leute vor mir und kein Mitarbeiter kam mehr um jemanden aufzurufen. Ich dachte schon, ich muss morgen wiederkommen. Doch da kam die nette Dame vom Infoschalter und rief mich auf. Als hätte sie gewusst, dass ich keine Zeit mehr habe (Syprine musste zur Arbeit und kam gleich um mich abzuholen). Und plötzlich ging alles ganz schnell. Sie entschuldigte sich dreimal für die lange Wartezeit, checkte meine Daten und gab mir meine SIN-Number. Fertig. Geht doch.

Jetzt kann ich in die kanadische Arbeitswelt starten. Also nachdem ich Urlaub und mit Christina im August nach Vancouver gefahren bin.

Das wird mein Highlight in diesem Auslandsjahr. Eine Tour nach Canmore, Banff, Richtung Westen durch das Okanagan Valley bis nach Vancouver und Vancouver Island. ICH KANN ES KAUM ABWARTEN!!!

Katastrophe ganz anderer Art oder ALBERTA: Hier geht jedes Wetter und zwar an 1 Tag!


Das war zuhause nachdem mein Blutdruck wieder normal war.

Heute war ich unterwegs um endlich meinen Bank Account zu eröffnen. Den brauche ich hier unter anderem um eine “Sozialversicherungsnummer” bzw. “Sin-Number” zu erhalten um damit wiederum Arbeiten gehen zu können.

Vorher war ich noch kurz in einem kleinen Café/ Shop hier in Okotoks: SweetGrass (sweetgrassdeli.com). Das gehört einem Bekannten meines Bruders, der vor einigen Wochen Verstärkung für sein Team suchte. Leider war ich zu spät und er hat die Stelle bereits besetzt. Er mache den Laden am Sonntag aber ohnehin erstmal für 2 Wochen zu weil er selbst in Urlaub fahre, ich solle mich danach nochmal melden.

Währendessen zog sich draußen vor der Tür ein echtes Unwetter zusammen. Das war jetzt nicht so ungewöhnlich. Das passierte die letzten Tage mindestens genauso oft wie in Deutschland. Hier verzieht sich das schlechte Wetter aber immer sehr schnell wieder. Als die Blitze vom Himmel zuckten bin ich aber dann doch lieber ins Auto geflohen anstatt zur Post zu laufen.

Trotz des Wetter bzw. weil ich annahm, es würde eh gleich wieder besser werden bin ich in meiner To-Do-Liste den nächsten Punkt angegangen: Bankaccount.

Bei der Bank angekommen (es war 16:15 Uhr – 17 Uhr schließen sie) half mir eine Mitarbeitern – freundlich wie alle Kanadier – gleich weiter. Als ich merkte, dass ich wohl doch etwas spät dran war heute, räumte sie meine Bedenken gleich wieder aus dem Weg und verwies mich zu einer freien Mitarbeiterin. Diese – ebenfalls sehr nett – nahm dann meine Daten auf. Leider hatte ich einige Unterlagen nicht dabei, weil ich nicht wusste, was alles nötig war. Deshalb hab ich morgen nochmal einen Termin mit ihr. Während unseres Gesprächs fing es von draußen plötzlich an zu “schießen”. Wir erschraken. Aber es waren “NUR” Hagelkörner. Aber was für welche und mit welcher Geschwindigkeit. Innerhalb der nächsten 10 Minuten goss es und hagelte, was runterkommen konnte. Der Parkplatz verwandelte sich in einen kleinen Swimmingpool der in der Mitte recht tief zu sein schien. Und immer tiefer wurde. Der Abfluss in der Mitte war schon lange nicht mehr sichtbar. Alle Mitarbeiter und Kunden der Bank drängten sich am Fenster. Die meisten fürchteten um ihre Autos. Gut, ich auch. Aber bei den Wassermassen die sich draußen entwickelten waren die Hagelkörner nur zweitrangig für mich. Ich sollte evtl noch erwähnen, dass es 25 Grad bei wunderschönem Sonnenschein den Tag hatte – bis vor zwanzig Minuten. Rausgehen war auf jeden Fall momentan keine Option. Das hätte schlimme Kopfverletzungen gegeben.

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Als drei Frauen neben mir es wagten und Richtung Ausgang steuerten, lief ich einfach mit (der Herdentrieb eben).

Aber als ich den ersten Schritt in die Hagel-Schneemasse vor der Tür setzte, war es, als würde über mir ein immens großer Eimer sehr kalten Wassers ausgeschüttet werden und ich war innerhalb 1 Sekunde tratschnass….. Das war mal eine Dusche. Schnell laufen musste ich jetzt nicht mehr (konnte ich auch nicht wegen dem Eis unter meinen Ballerinas). Nass war ich ja ohnehin schon.

Im Auto angekommen, überlegte ich weiter: Sitzen bleiben und warten oder los fahren und hoffen, daheim anzukommen.

Nach 5 Minuten fuhr ich auf gut Glück los. Bereits an der ersten Kreuzung bekam ich einen Schock: Die war total überflutet. Ich stand bereits in hohem Wasser, aber die Kreuzung….

Jetzt versuchte ich immer dahin abzubiegen, wo die wenigsten Überschwemmungen waren. Nach drei wirklich ERSCHRECKEND überflutenten Kreuzungen bei denen ich durch einen FLUSS fuhr und bangte darin gleich mit meinem Auto zu schwimmen, pochte mein Herz sehr und ich versuchte einfach nur hoch zu fahren. Nicht mehr Richtung Nachhause sondern auf höhere Ebenen von Okotoks zu kommen. Wenn der Beetle nicht schwomm rutschte er um die Kurven. Es war beängstigend. Ach ja: Auf meiner To-Do-Liste stand unter

  • Sweetgrass
  • Open a Bankaccount
  • Refill the Car!

Das hätte ich besser mal an erste Stelle gesetzt. Die Nadel neigte sich bedrohlich nah dem Ende. Aber jetzt tanken?! Ich will nur noch heim….

Ich rettete mich schlussendlich auf den Cosco-Parkplatz. Leider wusste ich nur so ungefähr, wie man von hier wieder Nachhause kam. Aber daran war ohnehin noch nicht zu denken. Langsam sammelten sich auch an einigen Stellen Polizeiwagen, die Kreuzungen absperrten, die nicht mehr zu befahren waren.

Ich ging erstmal ins nächste Geschäft und merkte wie ich in den nassen Klamotten fror. Ich sollte dringend bei Martin zuhause anrufen, damit die wissen, ich lebe noch. Aber mein Handy hatte ich natürlich vergessen.. Super!!!

Nach 15 Minuten beruhigte sich das Wetter endlich und die dunklen Wolken verzogen sich. Ich wagte es erneut und fuhr los. Aber schon an der nächsten Kreuzung ging nichts mehr. Autos kamen im Rückwärtsgang zurückgefahren. Ich parkte erneut zwischen – diesmal auf dem Parkplatz des Best Western Hotels. Wenn ich gar nicht heimkomme heute… hier gibts bestimmt noch ein Zimmer.

Weitere 15 Minuten später beobachtete ich wie ein sehr viel kleineres Autos als meines durch die Kreuzung fuhr und drüben gut ankam. Da wagte ich es auch. Und es klappte. Aber fragt nicht, was das noch für eine Fahrt war. Durch Flüsse, richtige WELLEN auf den Straßen, die vom Gegenverkehr auf meine Fahrbahn zukamen bis hin zu eisglatten Straßen…. achso ja: Und der leere Tank!

Oh MANN! Ich war fertig. Fix und fertig. Mit leerem Tank und zitterten Händen kam ich endlich an.

Der wunderschöne Garten meines Bruders – Arbeit von Monaten – war total zerstört. Die Blätter der Bäume und Sträucher hat es einfach in der Luft zerrissen und alle Blumen und Pflanzen sind nur noch Kompost….. traurig.

Aber zumindest ist uns allen nichts passiert. Die Kinder haben alles am Fenster mit Videokamera verfolgt.

Was schon lustig ist an der ganzen Sache:

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Die Leute hier schippen in kurzen Hosen, Unterhemd und teilweise aber skurilerweise mit Wollmütze auf dem Kopf Schnee…….

Krankenhausbesuch inkl. Krücken

Ich habe noch einen Blogbeitrag nachzureichen:

Julian hatte sich bereits am dritten Tag seine Bänder gedehnt, als er auf den Trampolin gesprungen ist und sein Fuß immer mehr anschwoll. Wir sind dann sicherheitshalber ins Krankenhaus nach Calgary gefahren,  um checken zu lassen, dass nichts gebrochen ist. Der Fuß sah etwas deformiert aus.
Wie schon gesagt: Dritter Tag!
Das braucht man!

Ich hatte im Vorfeld sicherheitshalber schon mal meine Auslandskrankenversicherung kontaktiert: Sie übernehmen alles. Ich müsste nur nochmal Rücksprache halten wenn er stationär aufgenommen oder operiert werden müsste.

Die nette Dame am Empfang im Krankenhaus klärte mich dann auf, dass so ein “Emergency-Fall” 838$ kostet und ob ich denn versichert bin.
Boom. Aha.
“Ja, schon..”
Ich hoffe doch,  dass die wissen WIE VIEL das hier kostet und dass die das auch wirklich übernehmen.
Die 838 $ müsste ich nicht gleich bezahlen. Sie könnten mir auch eine Rechnung zuschicken. Okay. Dann machen wir das eben mal so.
Hab ja keine große Wahl.
By the way: Intensivstation kostet laut Tabelle 19.550 $ PRO TAG!!!!!
Hatten also echt Glück.

In der Notaufnahme wird dir auf einem großen Flatscreen auch gleich angezeigt wie lange du noch warten musst um einen Arzt zu sehen. Wir hatten auch hier scheinbar Glück,  denn der Wartebereich war leer. Trotzdem stand da: “2:50 to see a doctor”
Yipih. Das wird ja schön.

Aber die Wartezeit wurde uns verkürzt:
Erst wurde mal so über den Fuß drüber geschaut, Blutdruck und Fieber gemessen,  natürlich ordentlich was an Formularen ausgefüllt und dann ging es in den nächsten Bereich. Da gibt es nochmal einen Wartebereich. Aber Kinder werden wohl vorgelassen. So sind wir gleich in ein Behandlungszimmer gekommen.

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Nach 20 Minuten kam der Arzt dann auch schon. Fragte und erklärte in einem Affenzahn, sodass ich nur 2/3 davon sofort verstand.
Dann ging es zum Röntgen. Dann wieder zurück ins Behandlungszimmer und wieder warten auf den Arzt.
Gott sei Dank war nichts gebrochen. Er bestätigte meine Vermutung auf Bänderdehnung und verschrieb Julian Schmerzmittel und Eisbeutel. Also genau das, was wir bisher getan hatten (+ Globulis 😉
Ach ja, und Krücken.
Und dann durfte ich 200 $ gleich bezahlen und für die Krücken nochmal 22 $.
Das war auf jeden Fall mal mein teuerster Ausflug….

Julian geht es jetzt wieder besser. Er läuft wieder ohne Krücken. Fuß ist noch leicht blau und grün und gelb. Aber wird.

 

Wunschliste (-route)

Heute hab ich es mir auf der Terrasse gemütlich gemacht um meine Wunschroute /-liste zusammenzustellen. Ich möchte an so viele Orte hier im schönen Kanada…
Leider werden wir nur einen Bruchteil davon schaffen.

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Heute ist hier der letzte Schultag. Ab 1. September wird Julian in die E’cole Junior High gehen. Bis dahin haben wir jetzt 2 Monate um einige Wunschziele abzufahren. Auf jeden Fall wiedersehen möchte ich Lake Louise, Moraine Lake und Johnston Canyon. Auch wenn es beide sehr beliebte Touriziele sind.  Es raubt einem den Atem wenn man dort ist. Egal wie oft man es schon gesehen hat.

7.Tag Lake Louise, Moraine Lake and Trans Canada Highway (280)

(Moraine Lake)

Vancouver steht ziemlich an erster Stelle meiner Liste. Ich habe schon so viel tolles darüber gehört,  dass es mich einfach dorthin zieht. Es soll fantastisch sein. So etwas wie “Klein-New-York”.
Muss man sich anschauen. Genauso wie Vancouver Island. Tofino soll ein magischer Ort sein. Einige dieser Orte habe ich mir aus einem Buch über eine Auswanderin herausgeschrieben, weil allein die Beschreibung einen schon träumen lässt. Mal sehen wie weit wir kommen…

Biketrip to Oldtown Okotoks

Heute waren wir mit den Rädern unterwegs. Hatten zwar einen kleinen Spickzettel dabei zwecks Wegbeschreibung – doch man kann sich hier nur schwer auf einen Zettel konzentrieren, wenn so viel Schönheit am Wegesrand liegt….
Sind dann einfach querfeldein runter Richtung Old Town Okotoks. Unten angekommen kommt man über die Bahngleise direkt an einen Radweg am Sheepriver entlang.

Da Julian aber erst mal die Geschäfte erkunden und schauen wollte,  ob noch alle da sind,  die wir das letzte mal lieb gewonnen hatten, sind wir zuerst in die Elisabethstreet. Haben dann auch gleich eine Steinschleuder aus Holz in Form eines Adlers gekauft. Die kann man am Fluss sehr gut ausprobieren, da auf der einen Seite Millionen kleiner und großer Steine liegen die man auf die gegenüberliegende Flussseite schleudern kann auf der nur Hecken und Bäume wachsen. Gedacht – Getan.

Heute hat es 25 Grad, die sich anfühlen wie 30. Manche haben sich überwunden und sind im Fluss baden gegangen (der richtig kalt ist!).
Ich war zumindest mit den Füßen drin 😉
Haben dann noch ein tolles Fotomotiv gebaut,  bevor wir den Berg nach Hause wieder hochgeradelt sind.

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Gut – “a little bit lost” waren wir dann doch kurz mal. Aber wir sind ja nicht scheu und haben nach dem Weg gefragt. Daraufhin haben uns gleich 5 Leute eine Wegbeschreibung  gegeben. Sehr nette Leute die Kanadier. Da ich leider nicht so gut bin im Merken von “left- then turn right – next street right – left – left – right” habe ich mir nur die ersten zwei Wegweiser gemerkt und darauf gehofft,  dass ich mich dann wieder auskenne.
War auch so. Eine Straße weiter wusste ich wieder wo wir waren und 5 Minuten später haben wir die Räder hinterm Haus abgestellt. Sport war das für heute genug denke ich.
Jetzt kommt ein englisches Buch dran und eine Tasse Tee 🙂

See you..

Angekommen im Land des Ahornblattes

Wir sind gut im Land des Ahornblattes angekommen.  Die große Vorfreude hat den Flug nicht allzu lang werden lassen.

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Nach der Landung kam dann der Moment, vor dem ich am meisten Bammel hatte:

Der Zoll und die Immigration-Behörde….

Doch wie es eben so oft ist: “Es kommt immer anders als man denkt”

Die nette Frau bei der Immigration wollte nur meinen Wisch wegen dem genehmigten Visa sehen. Und ansonsten: GARNICHTS!

Was mich einerseits freute, auf der anderen Seite aber auch ein wenig enttäuschte. Ich hatte mich auf alles vorbereitet. Stand mit meinem roten Ordner schon parat und wartete auf ihre Fragen zu verschiedenen Dokumenten.
Doch genau das hatte sie wohl abgeschreckt, dass ich den Ordner schon auf dem Tisch und meine Finger schon griffbereit an den wichtigsten Blättern hatte…
Sie sah mich nicht an und tippte bestimmt 15 Minuten lang immer wieder mal etwas in ihren PC. Kein Wort. Totenstille. Etwas unheimlich. Aber ich wollte natürlich auch nicht unbedingt, dass sie mit großen Fragen um die Ecke kam.  Wenn sie keine hatte – na dann – auch gut.
Sie tackerte  mir und Julian die Aufenthaltsgenehmigung bis nächsten Juni 2017 in den Pass und das wars!!!

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Nach einem ausgiebigen dringend benötigtem Schlaf geht unser Abenteuer heute so richtig los.  Es ist 7 Uhr frühs und wir starten in den ersten Tag unseres Work-and-Travel-Jahres bzw. Junior-High-School-Jahres 🙂

AUF GEHT’S …

Koffer sind gepackt – Es kann losgehen :-)

Die Koffer sind gepackt und verladen. Nun geht es morgen endlich los!  Wir können nicht glauben,  wie schnell die Zeit verging. Eben waren es noch Monate hin und jetzt – jetzt steigen wir morgen in den Flieger. Unbeschreiblich was gerade in mir vorgeht. Es ist eine kunterbunte Mischung aus Freude und Betrübtheit. Ich freue mich riesig auf unser Abenteuer Kanada.
Doch muss ich auch zugeben:  ein wenig Bammel habe ich auch.  Aber das ist sicherlich nur normal und gesund 😉
Das wird einzigartig und wunderbar! 🙂

Die letzte Nacht im eigenen Bett….

KANADA – WIR KOMMEN