Geschafft! Roadtrip in den Westen von Kanada!

Hallo ihr Lieben,

sorry, dass ich so lange nichts von mir hören ließ.

Aber ich hatte einiges zu tun. Julians 13. Geburtstag musste vorbereitet und gefeiert werden. Das ist hier eine große Sache: Ab jetzt ist er ein TEENAGER! YEAH…. oder Oh je! 😉 Mal sehen.

Aber zum Roadtrip: Wir haben es tatsächlich – mit dem neuen Wissen – über alle Berge bis zurück nach Calgary geschafft! In Marritt haben wir ja einige Werkstätten abgeklappert bis sich eine erbarmte und unserem Auto den benötigten Ölwechsel machte. Danach hat es eine Zeit lang gedauert, bis ich mich wieder hinter dem Lenkrad entspannen konnte, denn ich war mir nicht so sicher, dass der ganze Spuk jetzt vorbei sein soll. Aber nachdem über 2 Stunden lang nichts passierte, ließ auch ich endlich die Luft aus den Lungen und nahm eine enspanntere Haltung beim Fahren an.

Wir fuhren dann einfach immer weiter und weiter. 11 Stunden durch bis wir endlich in Okotoks ankamen. Wir waren schon recht müde muss ich zugeben, aber Christina und ich hatten uns von unterwegs aus ein Hotelzimmer in Calgary gebucht um die letzten zwei Nächte und den letzten Tag bevor sie fliegt noch zusammen und vor allem entspannt in der City zu genießen. Ich musste also Julian zuhause abgeben – der heilfroh war, endlich wieder unter Gleichaltrigen zu sein und nicht nochmal mit nach Calgary zu müssen . Ich packte eine kleine Tasche und dann ging es gleich weiter in die Stadt.

Dort kamen wir dann gegen 22:30 an und fielen glücklich und völlig erschöpft ins schöne große weiche Bett.

Der nächste Tag – wie sollte es auch anders sein – war perfekt: Ausschlafen, Sonnenschein und gestärkt an die Bushaltestelle direkt vor der Tür. Leider kamen wir gerade aus dem Hotel, als unser Bus abfuhr…. Da saßen wir also – nicht wissend, wann der nächste Bus kommt, da es dort keine aushängenden Zeiten gibt – am stark befahrenen 6-spurigen McLeod-Trail und schauten in die vorbeifahrenden Autos, und dessen Fahrer schauten zurück. Scheint wohl auch nicht wirklich üblich zu sein, dass zwei Frauen hier einsam auf der Bank der Bushaltestelle sitzen. Nach geschlagenen 40 Minuten kam dann endlich mal wieder ein Bus. (In der Zwischenzeit hätten wir sicher auch laufen können.)

In Kanada ist es ähnlich wie in Köln: Da kannst du nicht einfach so in den Bus reinspazieren und mit nem 10 $-Schein bezahlen. Geschweige denn sowas ungewöhnliches wie eine Tageskarte lösen! Du musst dein Geld abgezählt in Münzen dabei haben. Ja klar, ich meine, mal davon abgesehen, dass nirgends steht wann der Bus fährt und wohin, soll ich auch noch wissen wie viel es kostet….

Der nette Fahrer hatte aber Mitleid mit uns (man enttarnt uns ja immer schon beim “Hi” sagen als Touris) und ließ uns ein paar Cents nach, nachdem wir bei Tempo 50 einige Minuten versuchten schwankend aus unseren Geldbeuteln das letzte Kleingeld zu finden. Ausgestiegen sind wir dann einfach, wo die Masse ausstieg und das war richtig.

Wir verbrachten einen perfekten Tag in Calgary, mit gutem Essen, Cocktail, Sightseeing, Pedi- und Maniküre (so kann man sich wieder sehen lassen) und zu guter Letzt spielten wir noch in einem Hollywood-Streifen mit.

Wir waren nämlich so mit Reden beschäftigt, dass wir wohl einige Hinweisschilder übersahen und zu Tode erschraken als uns mitten in der Fußgängerzone ein Polizeimotorrad mit Blaulicht und Tatütata entgegegen gerast kam, so dass wir zur Seite springen mussten. Wir starrten noch verblüfft hinterher als vor uns alle Leute zu schreien und zu rennen anfingen. Noch dazu blickten alle verängstigt zurück in den Himmel. Wir erwarteten natürlich dort ein Ufo oder zumindest ein Flugzeug zu sehen, aber da war nichts. Gar nichts. Wir standen da wie versteinert.

So schnell wie alles auf uns niederprasselte endete es auch, als alle wieder entspannt zurückliefen und das Motorrad wieder langsam in die Richtung rollte von wo es kam….. WTF???

Ein netter Herr machte uns dann Gott sei Dank darauf aufmerksam, dass wir mitten im Set eines Video-Dreh´s stehen und bitte hinter die Absperrung dort vorne gehen sollen. Aaaahhhh…….

Na das haben wir uns aber dann nochmal von hinter der Absperrung aus angesehen. Schlau wurden wir dennoch nicht, was das hier für ein Dreh ist und ob evtl. berühmte Hollywood-Schauspieler anwesend sind. Wir fragten dann den kleinen schmächtigen Mann mit der Tröte in der Hand. Leider nur ein Videodreh für die örtliche Arbeiterpartei….. ooooohhhhhhh. Schade. Dann können wir ja auch weiter.

Wir mussten schließlich unseren gemeinsamen Trip und all die wunderbaren Erfahrungen und Erlebnisse bei einem guten indischen Essen abschließen und gebührend feiern. Cheers!

Um 4 Uhr früh´s musste ich mich dann am Flughafen schweren Herzens von Christina verabschieden und sie zurück nach Deutschland lassen. Ich tippe mal, sie kommt so schnell nicht wieder nach Kanada. Schade eigentlich. Es gibt noch sooo viele Seen und Berge, die sie NOCH NICHT gesehen hat! 😉

Fakten unserer wunderbaren Reise:

Gefahrene Kilometer: 3200!!!

Kosten für Sprit: 700 $!!! (plus Reparaturkosten und Ölwechsel)

Und eine Menge für Sonstiges (vor allem für Kaffee von Starbucks!) 😉

 

Oft hab ich auf der Reise erwähnt, dass das genau das Richtige für meinen Papa wäre. Und siehe da: Als wir gestern telefonierten, meinten meine Eltern, dass sie evtl. nächstes Jahr kommen um mich und Julian abzuholen und dann wollen sie mit mir vor der Abreise nach Deutschland diesen Roadtrip nochmal machen!!!

Bis dahin hab ich bestimmt auch wieder Lust dazu! 😉

Hoffnungslos in Hope

Es geht weiter…

Wir hatten das unverhoffte Wochenende in Hope tatsächlich hinter uns gebracht. Größtenteils mit Karten spielen,  Eis essen und (im einzig guten Café in der Stadt) Kaffee trinken. Es war endlich Montag und wir konnten gegen mittag unseren Patienten zu seiner geplanten Operation bringen. Da wir zu Fuß nicht wirklich weit konnten,  da Downtown zu weit weg von der Werkstatt lag,  haben wir uns gegenüber im Sushi-Restaurant auf die Lauer gelegt. Man konnte beobachten,  wann unser Auto in die Werkstatt und wann somit mit der Reparatur begonnen wird. 4 1/2 Stunden waren laut Mechaniker dafür ja festgesetzt. Unser Kartenspiel hatten wir natürlich dabei und wir machten es uns nach dem Sushi auf der Terrasse vom Mc Donalds bequem.

Nachdem unser Auto später als geplant in die Halle geholt wurde, freuten wir uns umso mehr als bereits nach 2 1/2 Stunden ein Anruf kam,  dass es fertig ist, es 30 km bergauf Probe gefahren wurde und wieder 1A fährt!  YEAH 

Wir können endlich wieder weiter! 

Hatten uns natürlich auch schon ein Tagesziel gesetzt. Bzw. vorausschauend sicherheitshalber mehrere. Es lief aber echt gut. 

Bis zum ersten Berg! Ich merkte schon etwas vorher,  dass er nicht so wirklich zog,  wenn ich aufs Gas drückte. Habe aber versucht mir einzureden,  dass ich mir das bestimmt nur einbilde,  weil ich ab jetzt auf jede kleine Unebenheit und alle Geräusche höre. 

Leider lag ich nicht falsch. Das Gaspedal wollte nicht reagieren, und umso aggressiver ich Gas gab – Heizung lief bereits wieder auf volle Pulle, Fenster auf – umso höher kletterte die Temperatur. Wie immer: der Berg vor uns,  Laster an Laster und keine Haltebucht. Ich fing schon das Zittern an. Endlich kam eine Möglichkeit zu halten. Was jetzt? ! Die Reparatur war ja wohl doch nicht geglückt. Also was war los! ?

Da es auf diesem Highway leider keine Möglichkeit gab zu wenden und wieder einmal zurück nach Hope zu fahren,  entschlossen wir uns,  bei der Werkstatt anzurufen,  damit die sich bitte darum kümmern würden. Gesagt – Getan.

Diesmal war wohl direkt der Chef dran und er fragte nach,  wie wir gefahren sind,  wo die Anzeige steht, wo wir sind usw.

Da wir nicht mehr weiter rauf und dieses Mal auch nicht mehr runter kamen – und ich am Zittern und mit den Nerven am Ende war – sagte er uns zu,  uns abholen zu kommen. 

Gerade einmal 5 Minuten später (wir waren immerhin 50 km von Hope entfernt) hielt bereits das Abschleppauto. Wir begrüßten ihn aufgebracht und erleichtert zugleich. Schilderten ihm,  was nun passiert war und fanden dann heraus,  dass er gar nicht der war,  den wir angerufen hatten sondern ein Abschleppdienst der uns von der Gegenfahrbahn hat stehen sehen und bei der nächsten Ausfahrt gedreht hatte,  um uns zu Hilfe zu kommen. Eher gesagt,  wollte er uns sofort abschleppen und Kohle machen. Wir beharrten aber dann darauf,  auf unseren angeforderten Car Guy zu warten. In der Zwischenzeit erwähnte der falsche Abschlepper, dass das doch ein Pathfinder ist, und die absolut unverwüstlich seien. Ja, sagte ich,  das hab ich auch gedacht und ihn deshalb gekauft. Wir erfuhren auch wiederholt,  dass wir mit den Car Guys die beste Werkstatt ausgesucht hätten und niemand anders als Rick (der Besitzer) uns würde holen kommen. Wir waren erleichtert. Aber das brachte uns ja auch nicht weiter mit dem Problem der Kühlung. Rick kam und checkte alles durch. Fragte uns,  wie schnell wir gefahren seien und wie hoch die Temperatur stieg. Nachdem ich ihm meine Vermutung mitteilte, dass das wohl auch irgendwie mit der Beschleunigung zu tun habe, bohrte er weiter nach:

“Wie schnell bist du gefahren?” 

Ich: “Naja, so 100 vielleicht. Schneller ging ja nicht, weil der Motor nicht mehr zog und nur heißer wurde”.

Rick: “Du musst am Berg schneller fahren,  sonst überholen dich ja selbst die schwer beladenen Trucks”.

Ich: “Ja, würde ich ja gerne”.

Rick: “In welchem Gang bist du gefahren? ”

Ich: “Na, normal. Im ‘Drive'”.

Rick: “Aha. Und hast du runtergeschaltet am Berg?”.

Ich: “Wie runter geschaltet!? Ist doch Automatik! ”

Ihr seht bestimmt schon,  wo das hinführt. Das Überhitzungsproblem entstand wohl nur dadurch, dass ich total untertourig den Berg hoch wollte, was dazu führte,  dass der Motor keine Power entwickeln konnte,  was dazu führte,  dass alles heiß lief und wir im Auto Panik bekamen. 

Woher soll man bitteschön auch wissen,  dass man trotz Automatik manchmal schalten muss!? Gut, den Knopf an der Seite des Schaltknüppels habe ich schon mal bemerkt,  aber noch nicht rausgefunden für was der ist. Jetzt weiß ich es. 

Das war aber noch immer nicht alles! 

Wir standen da also am steilsten Berg der Rockys auf dieser Strecke mit zwei Mechanikern und zwei Abschleppautos auf dem Standstreifen des Highways und mussten belehrt werden,  wie man Berge fährt! Und das nachdem wir ja bereits über 2000 km durch Kanada und auch durch die Rockys gefahren waren! 

Rick prüfte den Ölstand und wir erschraken alle: So wenig Öl am Ölstab hab ich noch nie gesehen. Das war so gut wie nichts!!! Ich lag aber richtig,  dass das doch jemand in der Werkstatt hätte checken müssen,  nachdem sie den Motorblock abgesenkt und wieder eingebaut hatten! Rick war der gleichen Meinung und bat um Entschuldigung für seinen Mitarbeiter,  der das wohl nicht getan hatte. 

Auch wenn wir jetzt theoretisch wussten,  wie man die Rockys erklimmt,  konnten wir mit dem Tropfen Öl nicht mehr weiter fahren. Rick und Taylor nahmen uns also Sandwich und wir fuhren inmitten der zwei bis zur nächsten Ausfahrt die 3 km bergauf lag. Wir schafften es dieses mal doch tatsächlich ohne Temperaturanstieg! Aggressiver fahren und Schalten waren die Schlüsselworte!

Am nächsten Rastparkplatz angekommen, wollten die netten Herrn einige Trucker um 1 Liter Öl für uns fragen. Aber da kannten sie Christina schlecht. Kaum ausgestiegen, sprang sie auf den ersten Mann zu, der vorbeikam und fragte nach Öl. Der ging zurück zum Truck und kam doch tatsächlich mit ner Kanne Öl für uns zurück!

Aber alle Mechaniker und Trucker staunten nicht schlecht, als ich aus dem Auto 2 neue Papiertrichter zum Befüllen holte!  Die hatten wir sicherheitshalber dabei,  seit wir das erste mal Kühlerflüssigkeit nachfüllen mussten. 
Wir boten allen Beteiligten an, ihnen am Imbiss etwas zu essen und/oder Kaffee zu kaufen. Auch Rick, der extra den Berg hoch kam, um nach uns zu schauen und uns zu erklären,  wie man ein Automatikauto am Berg bedient,  wollte unser Geld nicht annehmen. Wir sollen ihn lieber erwähnen,  wenn mal jemand Probleme mit dem Auto hat. 

Jetzt wissen wir zumindest,  warum in seinem Shop ein Bord mit lauter Dankeskarten hängt 😮

Wir wurden also mit nochmaligen Erklärungen über die Schaltmethodik und der Anweisung, in der nächsten Stadt einen Ölwechsel machen zu lassen, da wir jetzt gerade mit Diesel-Truck-Öl fahren in die weite Welt der Berge entlassen. Da die netten Kanadier kein Geld,  kein Essen und kein Getränk wollten,  zahlten wir mit Umarmungen und tausendmal “THANK YOU SO MUCH”

Es ist 7 Uhr abends und die Werkstätten in Merritt haben natürlich schon geschlossen. Gut gerüstest, nämlich mit den kanadischen gelben Seiten, sitzen wir jetzt also in einem weiteren Motelzimmer, gerade mal 100 km von Hope entfernt und werden morgen früh aufstehen,  um alle Werkstätten in Merritt abzuklappern, um einen frühen Termin für einen Ölwechsel zu ergattern. Drückt uns die Daumen.

Nur noch 800 km trennen uns von Calgary, wo Christina am Donnerstag früh ihren wohlverdienten Flug zurück nach Deutschland bekommen muss – und wird! 

!WE HOPE SO!

Stuck!

Wir haben noch einmal 3 wunderschöne Tage in Vancouver verbracht. Wie immer bei bestem Wetter und Sonnenschein. Richtiges Urlaubswetter! 

Vancouver ist – wie schon gesagt – nicht vergleichbar mit New York,  aber es hat so viel Charme. Tagsüber kann man alles – mit ein wenig Fitness – locker zu Fuß erreichen. Abends ist es aber am schönsten! Dann ist die ganze Stadt beleuchtet. Die Bäume in den Straßen mit Lichterketten, die Wohnungen der Hochhäuser ringsum, die Hotelschilder und Restaurants sowie – das Beste – der Hafen! Wunderschön! Es gibt auch noch genügend Bars, Eisverkäufer und Restaurants,  die auf die abendlich vorbeischlendernden Gäste warten. So sieht Urlaub aus: Bei sommerlichen 25 Grad und gutem Essen draußen sitzen, die vorbeilaufenden Massen begutachten und danach zur Verdauung an den Hafen runterlaufen, um das fantastische Flair dort zu spüren.

Nach 3 relaxten Tagen sind wir dann heute schon früh los,  da wir die Mammutstrecke von Vancouver nach Nelson (660 km / 7 1/2 Std!) vor uns hatten. 

Leider kamen wir nur bis kurz vor Abbortsford,  was nicht weit von Vancouver entfernt liegt. Dort war es unserem Auto zu heiß bei 37 Grad und die Kühlerflüssigkeit schlug Alarm. Ich bin ja heil froh,  dass ich es bemerkte,  noch bevor Dampf unter der Motorhaube vorquoll.

Christina und ich haben uns dann selbst gelobt,  weil wir Mädels sofort wussten,  was zu tun ist: Klimaanlage aus,  Heizung an,  Fenster runter und rechts ran fahren bis es abgekühlt ist. Haben wir dann auch so gemacht. Leider passierte das Ganze auf nem 6 spurigen sehr befahrenen Highway…

Da standen wir also am Straßenrand bei geöffneter Motorhaube und Warnblinklicht: Zwei Frauen in Kleid und eine in Shorts und neben uns Julian. 

Etwas unwohl war uns schon,  aber zumindest standen wir etwas weiter weg im dicht bewachsenen Graben.

Während wir uns noch beratschlagten, wie lange es dauert,  bis der Motor bei dieser Hitze abgekühlt ist,  kam schon ein Auto mit Warnleuchten auf dem Dach angefahren. Vergleichbar mit einem Baustellenfahrzeug mit beleuchteten blinkenden Anzeigen wie in Deutschland. Er fragte uns, warum wir hier ohne Warndreieck auf dem Standstreifen stehen. Daran hatten wir nicht gedacht: Das Warndreieck! Aber wir standen ja gerade auch mal 2 Minuten. 

Christina regelte und erklärte das aber gleich mit ihrer unvergleichlich charmanten Art und wir wurden  von dem netten Herrn darin bestätigt, alles richtig gemacht zu haben. Er war sogar so freundlich uns mit laufenden Warnlichtern bis zur nächsten Ausfahrt zu geleiten wo wir dann an einer Tankstelle einen weiteren hilfsbereiten Kanadier trafen,  der uns wiederum erklärte,  warum die Anzeige so hoch ist (wussten wir doch schon von der ersten Minute!). Aber er war so nett nach 10 Minuten nochmals auf den Motor zu schauen und die Kühlerflüssigkeitsmenge zu kontrollieren die noch über ist nachdem sie bei unserem Halt auf dem Highway doch um einiges geschrumpft sein müsste,  so viel wie da beim Überlaufventil der Kühlerflüssigkeit  (ja so was gibt es hier) rausgelaufen war. Aber nein,  es ist noch sehr viel drin und wir könnten getrost weiterfahren. Nach weiteren 2 Minuten kam er zurück und riet uns,  nun doch etwas Flüssigkeit zu kaufen und aufzufüllen. Just in case!

Haben wir brav gemacht. Mit frischem Mut aber nur noch halb so fit  (da mittlerweile nicht nur das Auto sondern auch wir überhitzt waren) fuhren wir also weiter auf unserer Strecke Richtung Rocky Mountains. Auf der langen Strecke an Abbortsford vorbei waren unsere Augen nun stets auf die Anzeigenadel geheftet und wir zählten immer wieder,  ob sie nicht doch wieder einen Strich nach oben gegangen ist. Ich hätte das Auto nicht schon so früh für seine tollen Leistungen loben dürfen. Bestimmt lag es daran. 

Zur Sicherheit ließen wir also ab jetzt die Klimaanlage aus, die Heizung an und die Fenster auf. Es war HERRLICH 😓

Wir erreichten Hope und bogen auf den Highway 3 in die Rockys ab. Doch schon beim ersten richtigen Berg kletterte die Nadel erneut auf Spitzenwerte. Und diesmal war kein Seitenstreifen in Sicht. Nur ein 4-spuriger Highway voller Laster und Autos, die uns überholten. Ich habe dann doch noch (bevor Schlimmeres passieren konnte) eine kleine Einbuchtung gefunden und angehalten.  Erneutes Spiel: alle raus, Motorhaube auf, an die Seite in den Graben stellen und beratschlagen. Leider kam diesmal keine Hilfe. Auch meinen Bruder konnte ich nicht um Rat fragen,  da wir mitten in den Bergen natürlich null Empfang hatten. (Selbst die ADAC-Notrufnummer hatte ich schon in der Hand…)
Nach 10 Minuten warten ohne Hilfe und ohne Besserung kam ein Weiterfahren in die Berge nicht in Frage. Vor allem nicht,  nachdem ich auf der Landkarte checkte, dass die nächste Ortschaft noch sehr weit entfernt lag. 

Da die Nadel nur stieg bei Bergen, gingen wir davon aus, dass den Berg wieder runter fahren Entlastung bzw zumindest keine Verschlimmerung bringen dürfte. Wir hatten keine andere Chance! 

Wir warteten bis keine Geräusche zu hören waren und drehten mit qietschenden Reifen auf dem Highway.

Alles ging gut. Trotz unseres (oder vielleicht wegen unserem) starren Blick auf die Anzeige manövrierte sich die Nadel wieder dahin wo sie hingehörte.

Wir erreichten also erneut Hope und fuhren die zweite Autowerkstatt an, die wir fanden. (Die erste gruselte uns – sah aus,  als wäre dort ein Autofriedhof).

Wir strandeten schwitzend und hoffnungsvoll (passte ja) bei den “Car Guys”, die augenscheinlich eh grad nichts zu tun hatten. Gesprächig war der gute Mann zwar nicht,  aber ich ging davon aus,  dass er dafür umso fokusierter Autos repapieren würde. Nachdem sein Mechaniker drauf geschaut hatte, war die Diagnose folgende:

Das Thermostat im Motorraum ist defekt. Leider gibt es aber bei meinem Auto bzw dem Pathfinder 2: eins vorne und eins hinten (im Motorraum).

Die erste und billigere Variante wäre das Vordere. 1 1/2 Std. Reparatur und 35 $ das Teil. Als Stundensatz hingen 85 $ aus. Was blieb uns schon. 

Also gaben wir das Okay zur Reparatur.

2 Stunden und eine Testfahrt später (und weiteren 4 ankommenden Autos mit Pannen – wir kurbelten wohl heute sein Geschäft an) erhielten wir dann aber das vernichtende Urteil: es ist das hintere Thermostat. Was – wie er anfangs schon angedeutet hatte – schwieriger auszutauschen wird,  da hierzu der Motorblock abgesenkt werden muss 😟 Oh Shit!

Noch dazu kommt,  dass das Ersatzteil hierfür nicht vor Montag geliefert werden kann. 

Wir mussten uns ein paar Tränen verkneifen, da es ja all unsere Pläne für die weitere Woche mit Christina über den Haufen warf.

Nach dieser Nachricht und einem Termin für Montag nachmittag fuhren wir bedrückt in die örtliche Touristeninformation, wo Brian uns sehr freundlich weiterhalf noch ein Zimmer für die Nacht und fürs Wochenende zu bekommen. Er empfahl uns ein Motel, was wirklich gute Arbeit geleistet hätte in der Renovierung des etwas älteren Hauses. Wir trauten also seinem einheimischen Urteil und mieteten uns ein. Was soll ich sagen! ? Die Küche, die gleichzeitig auch das Wohnzimmer ist,  da der Fernseher auf dem Kühlschrank steht und noch dazu die Hälfte des Bades inne hat ist Julians Schlafzimmer, da es nur noch ein Zimmer mit Doppelbett und Ausziehcouch gab. Ansonsten ist es ganz okay, wenn man davon absieht, dass wir mit 1 Pfanne, 2 Tellern, 2 Schüsseln und sage und schreibe 2 Gabeln ausgestattet sind! 

Egal. Es ist günstig und wir haben ein Bett/Couch. Wenn Brians Empfehlung für die Badestellen genauso toll sind,  wird das hier nicht so mein Wochenende.

Wir haben uns im örtlichen Supermarkt erstmal mit Essen und Getränken eingedeckt, was extrem teuer ist. Wahrscheinlich,  weil wir hier mitten in den Bergen sind. 

Ich werde heute abend beten.  Beten,  dass es das hintere Thermostat ist und es am Montag repariert wird und wir weiter fahren können. 

Bis dahin:

“DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT” hier in Hope.

Victoria ♡

Was für eine WUNDERSCHÖNE Stadt!!!

Ich wüsste nicht,  dass ich schon einmal so eine toll gelegene,  saubere,  freundliche und schöne Stadt gesehen habe. 

Direkt am Wasser gelegen mit einsamen Stränden, Buchten, Spazierwegen, Bergen,  Wasserfällen, wunderschöne moderne wie auch alte Häuser, mit einer Fülle an Blumen in der ganzen Stadt verteilt,  Restaurants am Hafen, Wassertaxis, wie auch startende und landende Wasserflugzeuge im Inner Harbour…. ach ich weiß gar nicht,  wo ich aufhören soll. Noch dazu hat man einen Blick auf die Nordküste von Amerika wenn man am James Bay sitzt.

Traumhaft schön. Es ist wie eine Stadt,  in der alles vereint ist. Hier findet jeder ein Fleckchen, an dem er sein Lager aufschlagen möchte. 
In meinem Reiseführer steht über Victoria folgendes:

“Um sich Victoria wirklich vorstellen zu können, nehme man all das,  was das Auge am meisten an Bournemouth, Torquay, der Insel Wight, dem glücklichen Hong-Kong-Tal, dem Sorrent und der Camps Bay bewundert;  dazu die Eindrücke und Erinnerungen von Thousand Islands, und dann arrangiere man das Ganze um die Bucht von Neapel mit ein bisschen Himalaya im Hintergrund.” (Dichter Rudyard Kipling)

Auch wenn ich die Orte nicht bereist habe,  klingt es so,  als hätte der gute Mann recht 😁

Mit dem Bus sind wir bis Downtown gefahren und haben dann komplett alles zu Fuß erlaufen. Uns glühten nachmittags die Füße,  aber es hat sich gelohnt:

Wir gönnten uns ein sehr gutes (Nachmittags-)Essen bei milestones und sind – nachdem wir zurück am Hotel waren- nochmal mit dem Auto nach Sooke gefahren,  das ca. 30 km weiter westlich liegt. Leider etwas enttäuschend,  da es nicht wirklich viel zu sehen gab. 

Außer verdächtig nach Waldbrand aussehende Wolken über der Sooke Basin… 

Wir konnten leider noch nicht rausfinden, ob es sich tatsächlich um ein Feuer handelt. Es gibt so gut wie keine Leute,  die zu Fuß hier unterwegs sind. Nachdem uns aber schwere Wolkenschwaden die Sicht auf die Sonne versperrten, sind wir sicherheitshalber umgedreht. Gehört haben wir bisher nichts von einem Feuer. Vielleicht können wir morgen mehr erfahren. 

An einem Punkt,  an dem wir drehten, haben wir dann noch ein paar Waldbewohner (oder Flüchtende?) getroffen:

Wir fallen heute alle drei SEHR erschöpft und hundemüde ins Bett. 

PS: Nette Männer, an deren Schulter man sich anlehnen kann, gibt es in Victoria übrigens auch! 

Gute Nacht und bis morgen. Da geht es mit der Fähre zurück ins schöne Vancouver! 😍

Vancouver Island 

Mit der Fähre ging es samt Auto nach Nanaimo auf Vancouver Island. Für’s erste Mal hat es sehr gut geklappt. Wir waren pünktlich in einer der 7 Lines für die nächste Überfahrt angekommen. Die Fahrt dauerte etwa 1 1/2 Stunden bei bestem Ausblick:

Als ich vor Wochen diese Reise geplant habe,  war mir meine bisher gesammelte  Inselerfahrung wohl etwas im Weg. Wer in Deutschland (oder auch anderswo) mit dem Auto auf einer Insel war, hat evtl. die gleiche Erfahrung wie ich bisher, nämlich  dass man problemlos von einem Ende bis zum anderen fahren kann. 

Nicht so Vancouver Island. Diese Insel ist so groß wie halb Deutschland! Und hat Berge (!), zig Flüsse,  Seen, Wälder und noch zahlreiche Nebeninseln, die ebenfalls noch mit (kleineren) Fähren erkundet werden wollen. Es ist der pure Wahnsinn. Wir fahren also wieder. Für Stunden. In den Nordosten von Vancouver Island. Wie gesagt: bei der Planung ging die Vorstellung einer “normal großen” Insel durch meinen Kopf. Daher habe ich die günstigste,  schönste Unterkunft gebucht: in Campbell River. Ziemlich abgelegen muss ich jetzt zugeben. Ich glaube,  die Touristen,  die nach V-Island fahren,  fahren eher in den Süden nach Victoria (der Hauptstadt von British Columbia) oder in den Westen an die beliebten Orte,  wie Tofino und Ucluelet.

Wir übernachten also in Campbell River,  wo wir nach noch einmal 3 Stunden endlich unser Ziel erreichen. Wenn es auch eher ein kleinerer Touristenort ist,  bin ich dennoch – oder vielleicht deshalb – sehr zufrieden. Denn wie wir die Tür zu unserer Suite aufmachen, werden wir mit diesem Ausblick begrüßt:

In Campbell River selbst gibt es eine sehr schöne Strandpromenade, ein unglaublich leckeres Sushi-Restaurant und viele kleine Läden. Zu meinem Erstaunen gibt es hier auf der Insel aber auch in jeder größeren Stadt sämtliche Supermarktketten, die es auch auf dem Festland in Kanada gibt: Waltmart,  Canadian Tire,  Shoppers etc.

Mein Verständnis von Insel ist immer noch ein anderes 😁

Mc Ivor Lake

Wir verbringen eher relaxte 2 Tage mit Baden,  essen gehen und auf den Balkon die Aussicht genießen bevor es am dritten Tag wieder ganz in den Süden geht,  nämlich nach Victoria. Man hätte auch noch von Campbell River nach Quadra-Island übersetzen oder den langen Umweg nach Tofino nehmen können,  aber wir sind irgendwie etwas reisemüde geworden. Die langen Fahrten von A nach B und von dort nach C schlauchen. Ich muss eingestehen,  dass meine Reiseplanung doch recht stramm ist. Und selbst ich fühle mich mittlerweile mehr als sattgesehen von Wäldern,  türkisblauen Seen und Bergen. Hätte ich niemals gedacht,  dass es so weit kommen kann 🤔

Die Stadt der Totempfähle – Duncan

Die von Google Maps gerechneten 3 Stunden Fahrt von Campbell River nach Victoria entpuppen sich – wer hätte es gedacht – als länger. Nämlich wieder einmal 5.
Am frühen Abend checken wir im Motel ein und machen noch einen kleinen Ausflug an einen kleinen Stadtsee in der Nähe. 

Nachdem wir uns im Supermarkt etwas zum Abendessen geholt haben,  platzt Christina nach tagelangem Schweigen mit der Bitte heraus,  die geplante Reiseroute umzukrempeln, da sie keine Seen,  Berge und Wälder mehr sehen kann. Auch die lange Fahrerei von einem Punkt zum anderen schlägt auf die Laune. 

Hafen in Campbell River

Da auch ich keine Lust mehr habe die Mammutstrecke bis nach Edmonton anzutreten, entschließen wir uns spontan die weiteren Hotels wieder zu stornieren (was problemlos klappt) und uns noch einmal auf der Rückfahrt übermorgen mit der Fähre nach Vancouver dort in ein Hotel einzuquartieren. Vancouver hat uns allen 3 sehr gut gefallen und wir möchten noch ein paar Tage in Ruhe und gemütlich diese schöne Stadt erkunden. Ohne Stress zum nächsten Reisepunkt weiterfahren zu müssen klingt wunderbar. Ich freue mich darauf 😊 Alle freut es,  dass wir eine Pause einlegen mit Auto fahren und uns ein bisschen Großstadt-Feeling gönnen. 
Bis dahin schauen wir uns mal an, was Victoria zu bieten hat,  was wir nicht schon gesehen haben. 

Bericht folgt…

Sonnenaufgang in Campbell River

Downtown Vancouver / Stanley Park

22.336 Schritte! So viel sind wir heute kreuz und quer durch Vancouver gelaufen. Allein nur gelaufen. Die “Citytour” sind wir mit einem Hop-On / Hop-Off-Bus gefahren. Und wie. Für mich ist das ja eine Strafe,  durch eine Großstadt zu fahren. Die Busfahrer dort sind natürlich abgehärtet und es ist Milimeterarbeit wenn sie an einer Straßenlaterne oder einem parkenden Auto vorbeifahren. Gruselig bei Tempo 50😲

Vancouver ist wirklich wunderschön. Es wäre fast wie jede Großstadt,  würde da nicht immer wieder plötzlich zwischen den Häuserblöcken leuchtend blaues Wasser hindurchscheinen. Schaut man in die gegenüberliegende Himmelsrichtung, sieht man Berge… und dazwischen schlängelt man sich mit einem Becher Kaffee durch die Geschäfte. Nicht schlecht 😉

Am Canada Place am Hafen kann man den  Wasserflugzeugen beim Landen zuschauen während sich links davon der Verkehr über die blaue Lions-Gate-Bridge zieht. 

Wir waren an beiden Abenden ganz in der Nähe des Künstlerviertels, in dem wir wohl gelandet sind,  lecker essen. Das muffige Zimmer war am zweiten Tag auch nicht mehr gar so schlimm. Die Füße taten weh und wir waren hundemüde. Deshalb war es nach einer warmen Dusche auch recht schnell still bei uns. 

Am dritten und letzten Tag in Vancouver sind wir mit dem Auto in den Stanley Park im Norden Vancouvers gefahren. Dort kann man den gesamten Park per Fahrrad,  Inlinern oder eben per Fuß umrunden und dabei viele tolle Sehenswürdigkeiten entdecken sowie schöne Fotomotive:

Nach unserer kleinen Sightseeing-Tour und der Fahrt über die Lions-Gate-Bridge- welche wie ein Regenbogen gebogen ist und ein wenig an eine Achterbahnfahrt erinnert,  wenn der Moment kommt,  in dem man bergauf fährt und nicht sieht,  wo es auf der anderen Seite runtergeht – sind wir Richtung Fähre nach Vancouver Island am Horseshoe-Bay gefahren. 

To be continued… 

Vancouver – wir haben es geschafft! 

Ich wusste bereits vorher,  dass meine Reiseplanung recht knackig ist. Aber dass man für 350 km locker immer 6 Stunden Fahrtzeit einplanen muss…. das ist schon lang. Wenn hier ein Straßenschild kommt, auf dem steht: “Hope 42 km”, dann denkt das deutsche Hirn: “Ah, gleich da!” Aber nein,  10 km sind hier nicht in wenigen Minuten zu bewältigen. Es dauert aaaaalllllleeeeeessss länger. Dafür aber bei bester Aussicht 😉

Nach wieder einmal über 6 Stunden Fahrt erreichen wir gegen 18 Uhr endlich Vancouver.

Und dann der Schock: 
Das Zimmer im City Centre Motel ist eklig. Es muffelt furchtbar. (Das kann man leider auf den Fotos im Internet nicht “sehen”). Und überhaupt ist alles sehr alt und ranzig. Die Stimmung war dann gleich etwas gedrückt. Wir haben aber das Beste draus gemacht: Die alten Tagesdecken runter (es waren GSD frische weiße Laken drunter), Fenster auf (was im Erdgeschoss vor dem Parkplatz so ist,  als hättest du einen Drive-In-Schalter; Christina wartet schon darauf,  dass gleich einer Burger und Pommes bestellt 😁), großzügig Parfum auf die alten Vorhänge verteilen,  damit es etwas besser wird. Es wird! Über Nacht sind wir sogar so mutig (oder verzweifelt), dass wir das Schiebe – “Drive-in” – Fenster etwas auflassen. Dass es morgen 30 Grad geben soll,  spürt man schon jetzt. 

Auf geht’s in die große Stadt am Meer! 

To be continued! 

Roadtrip nach Vancouver

Endlich geht es los! Wir starten unseren – nochmals ausgebauten – Roadtrip nach Vancouver. Unsere Etappenziele:

Canmore – Banff – das Pfirsichland im Okanagan Valley “Peachland” – Vancouver – Campbell River (Vancouver Island) – Victoria (Vancouver Island) – Pemberton – Kamloops – Jasper – Edmonton!!!

Gestern ging es los. Wir sind gleich bis zum Johnston Canyon durchgefahren, um abends dann gemütlich in Canmore essen zu gehen. Es war ein wunderschöner Tag bei bestem Wetter. Am Johnston Canyon waren Julian und ich zwar bereits schon mal, aber das ist schon knapp 10 Jahre her. Und immer wieder schön! Wer Wasserfälle und türkisblaue Flüsse liebt,  wird hier sehr gut bedient.

Selbst die Tiere hier genießen diese Aussichten:

Abends ging es dann nach Oldtown Canmore in die Grizzly Paw Company zum essen. 
Heute morgen sind wir dann gleich nach dem Frühstück los,  da wir wussten,  dass es eine lange Fahrt wird bis ins Okanagan Valley. Und das war es auch!!! Schrecklich lang. Bei maximal 100 km/h kommt man nicht wirklich vorwärts. Dafür gab es aber Aussichten,  die sich hier nicht in Worte fassen lassen. Ich bin den größten Teil dieser Strecke schon mal gefahren,  aber es raubt einem immer wieder den Atem, wenn man stundenlang durch die Rockys fährt und sich nach jeder Kurve unfassbare Schönheiten am Horizont sowie neben einem auftun. Jedem nur zu empfehlen,  der Berge liebt. Einfach nur wunder-, wunderschön! !!

Nach einer schier nicht mehr enden wollenden Fahrt, haben wir dann an einem der vielen Parkplätze direkt an einem See Rast gemacht. Entweder war es das warme Wetter, die lange Fahrt oder einfach pure Lebenslust, die Christina da überkam als sie auf einmal samt Klamotten in den See schwimmen ging. …..!!!

Dem wollte ich natürlich nicht nachstehen und bin – zum allgemeinen Erstaunen anderer Rastplatzgäste – hinterher. Was soll ich sagen: ES WAR NICHT NUR EINE SPITZEN IDEE  – ES WAR EIN TRAUM!  Der See war warm und wunderbar! Wir hatten eine Menge Spaß und sind kurzerhand fast eine Stunde dort geblieben. Koffer voller Wechselkleidung hatten wir ja Gott sei Dank im Kofferraum dabei. 
Nach knapp 9 (!) Stunden sind wir dann endlich in Peachland angekommen. 

Was für ein wunderschöner Ort!

Unglaublich. Die Menschen,  die hier leben, haben den Jackpot geknackt. Direkt am See inmitten der Berge. Traumhaft. Nach einem kurzen Besuch im örtlichen Supermarkt und einem ausgiebigen Abendessen in unserer Ferienwohnung mit MEGA-Ausblick fallen wir glücklich in unsere Betten. 

Morgen geht es nach Vancouver! 

Die dunkle Seite

Kanada hat tatsächlich auch eine dunkle Seite.

Vor ein paar Tagen war ich auf EINEM Recyclinghof bzw. wohl eher EINER der Mülldeponien von Calgary. Bei der Einfahrt wird man – wie in Deutschland auch – befragt, was man geladen hat. Wir hatten Bauschutt. Wir wurden gefragt, ob es nur Bauschutt ist oder ob z. B. auch Papier dabei ist. Bis dahin dachte ich noch: “Ah, wie bei uns. Bloß kein “gemischtes Gut” abladen. Schön sauber sortieren alles.”

Und was soll ich sagen: Es war ein SCHOCK. Ich war sprachlos. Nach der Einfahrt und der Befragung fährt man nochmal gut 2 km. Von weitem sieht man einen Hügel auf dem Radlader fahren. Und dann sind da Möwen. Hunderte von Möwen. Man kommt näher und sieht, dass das alles Müll ist. Die obere Hälfte des Hügels ist voll mit Müll über dem die Vögel kreisen und auf dem sie sitzen und suchen.

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Das ist aber noch nicht genug. Wieder werden wir gefragt, was wir geladen haben. Wir werden angewiesen, rückwärts an den Müllberg ranzufahren und abzuladen. Ich konnte nichts sagen. Ich starrte nur auf diesen Berg an Müll. Und es war nicht – wie zu erwarten – ein Berg aus Bauschutt. NEIN. Das war buntgemischter Haus-/ Kompost-/ Sperr- und Bauschuttmüll. Es stank zum Himmel. Ich fühlte mich unglaublich schlecht, als wir unseren Müll dazuschmissen. Wir hatten unter anderem Aluminiumstangen, Fliesen, Beton…. und das alles wurde zum Hausmüll, zu alten Holzleitern, Zäunen, Liegestühlen, Plastiktonnen usw. entsorgt. Oh mein Gott. Was für eine Umweltverschmutzung.

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Mein Bruder klärte mich auf, dass die Kanadier das folgendermaßen machen: Zuerst wird ein großes Loch gebuddelt, dann kommt eine riesige sehr dicke Plastikfolie rein, die keinerlei Flüssigkeiten durchlässt. Und darauf kann dann der Müll. Wenn der Berg zu groß wird, wird ein anderes Loch gebuddelt und der vorherige wird mit Gras eingesät. Es wächst sprichwörtlich einfach Gras über die Sache……… Das ist sooooooooo unfassbar. Es macht mich traurig 🙁

Für was bitte wird man eingangs gefragt, wenn am Schluss alles auf einen Haufen kommt!? Gut, Flüssigkeiten wie Farbe usw. werden wohl – HOFFENTLICH – anders entsorgt. Aber ich hatte nicht den Mut zu fragen. Es hängt mir immer noch nach. Die Hügel rings um den frischen Hügel sehen aus, als wäre nie was gewesen, und doch weiß ich jetzt, was da schlummert. Und das Schlimmste: Es sieht wirklich gut aus. Als wäre da kein Müll darunter….

Ich hatte zwar in einer Doku über Kanada gesehen, dass viele Kanadier, die sehr weit abseits, z. B. irgendwo in Alaska im Nirgendwo wohnen, ein Loch buddeln und da einfach alles entsorgen und vergraben oder anzünden, aber dass das hier in den Städten – in den wirklich reichen Städten – so gehandhabt wird, finde ich unglaublich!!!

Kanada – die Tage habe ich deine dunkle Seite gesehen. Und du solltest dich dafür schämen.

Kanaskis – Fullerton Looptrail, die 1. Wandertour

Endlich geht es richtig los. 

Vorgestern waren wir mit Freunden und allen Kindern wandern. Eine Freundin,  die sich mit den Hiking-Routen hier gut auskennt hat eine rausgesucht,  die nicht zu schwer ist (für Erwachsene und Kinder).

Wir waren auf den Fullerton Looptrail (http://www.alltrails.com/trail/canada/alberta/fullterton-loop) in Kananaskis. Kananaskis  – ein schöner Name. So heißt hier die Gegend an den Rocky Mountains, in der man jede Art von Sport betreiben kann. Wandern,  Rafting, Hiking,  Snowboarden usw. 

Es war wunderschön. Auch die Kiddies haben sich nur wenig beschwert und sind toll gelaufen. Manchmal besser als die Erwachsenen. Es ging hoch und runter und wieder hoch und runter. Nicht ganz easy. Carolina, die die Route ausgesucht hat,  joggt diese Route meistens zur Hälfte….! (Ist mir unbegreiflich). Als dann noch eine Mutter mit zwei kleinen Kindern und noch einem Kleineren im Tragerucksack auf dem Rücken begegneten, mussten sich doch einige von uns eingestehen,  dass sie nicht mehr ganz so fit sind wie angenommen. 

Auf der Hälfte der Route wird man aber belohnt…

Wir haben sogar Eichhörnchen und ein Moose (Elch) mit  Baby gesehen. Dass wir keinem Bären begegnet sind- darüber war die Mehrheit der Gruppe froh. 

Danach gab es noch ein Picknick am Fluss. Ich muss sagen: Ein extrem gelungener Tag 🙂